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Zuschlag: Bruce Kaster kauft Kasterer Tor

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Das Erft-Tor in Alt-Kaster wird verkauft. Foto: Markus Clemens
Ein gewisser Bruce Kaster aus Florida soll das Erft-Tor in Alt-Kaster gekauft haben. Der 66-Jährige will das Tor laut eigenen Angaben auf jeden Fall erhalten. Mitglieder des Arbeitskreises Altstadt Kaster kennen Bruce Kaster schon lange.  Von
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Bedburg-Alt-Kaster

In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, wer das Erft-Tor in Alt-Kaster kaufen wird. Die Stadtverwaltung hatte das Gebäude, Teil der mittelalterlichen Stadtmauer, für ein Mindestgebot von 70 000 Euro zum Verkauf angeboten. Kurios ist nun, wer offenbar den Zuschlag bekommen hat. Zu erfahren war, ein gewisser Bruce Kaster (66) aus Florida in den USA habe das Tor erworben.

Bruce Kaster selber, vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ dazu befragt, gab via E-Mail ausführlich Auskunft. Er habe etwas mehr als 100 000 Euro geboten und wolle das Tor auf jeden Fall erhalten. Wie Kasters Anwalt am Mittwoch mitteilte, sei der Kaufvertrag allerdings noch nicht notariell besiegelt. Mitglieder des Arbeitskreises Altstadt Kaster (AKAK) kennen Bruce Kaster schon lange. Seit mehr als zehn Jahren sei er regelmäßiger Gast in dem mittelalterlichen Ort.

Bruce Kaster selber erinnerte an seinen Vater, der während des Zweiten Weltkriegs unweit von Bedburg stationiert war. Dort habe er Straßenschilder mit dem Hinweis Kaster gesehen und Jahre später seinem Sohn davon erzählt. „Bevor er gestorben ist, hat er mich gebeten, Kaster zu besuchen“, sagt Bruce Kaster. Mittlerweile seien er und Ehefrau Sue mit vielen Mitgliedern des AKAK gut befreundet, darunter Josef Vogt, dem Gründer des Vereins. Als er, so Bruce Kaster, davon erfahren habe, dass das Tor zum Verkauf stehe, habe sein Entschluss sogleich festgestanden. Nun wolle er zusammen mit seiner Frau dort wohnen, wann immer beide in Kaster seien. „Außerdem möchten wir es an Leute vermieten, die Kaster oder die Region besuchen.“

„Auch meine Information besagt, dass Bruce den Zuschlag bekommen hat“, sagt Hilde Holz, Vorsitzende des AKAK. Befreundet mit Kaster sind Stefan und Doris Gundlach, beide ebenfalls Mitglieder des AKAK. „Bruce ist fasziniert von der Atmosphäre in unserem mittelalterlichen Ort“, sagen beide. Beide sind sich sicher, dass er pfleglich mit dem denkmalgeschützten Gebäude umgehen wird. „Er wird es hegen und pflegen.“ Schließlich sei Kaster bereits seit Jahren ebenfalls Mitglied im AKAK.

Im Vorfeld hatte es auch Kritik am Verkauf des Tores gegeben. Besonders Alt-Bürgermeister Willy Harren war strikt dagegen. Er verwies auf einen Beschluss aus dem Jahr 2004, nichts vom historischen Bestand des mittelalterlichen Ortes zu verkaufen. Mittlerweile allerdings verabschiedete der Rat den Beschluss, sich von städtischen Immobilien zu trennen, um den Haushalt zu entlasten.

Bruce Kaster jedenfalls will Alt-Kaster in Kürze wieder besuchen.

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