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Feuerwehr im Bröltal: Claus Müller ist sehr enttäuscht

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23 frewillige Feuerwehrleute des Löschzugs Ruppichteroth überreichten Bürgermeister Mario Loskill (r.) vor dem Rathaus in Schönenberg ihr Austrittsgesuch.  Foto: Ralf Rohrmoser von Glasow
Enttäuscht ist Claus Müller nach der Entscheidung des Gemeinderates, der gegen seine Ernennung zum Leiter der Freiwilligen Feuerwehr im Bröltal votiert hatte. Sein Ärger richtet sich vor allem gegen den Bürgermeister.  Von
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Ruppichteroth

Claus Müller, bis vergangenen Montag kommissarischer Leiter der Freiwilligen Feuerwehr, ist nach der Entscheidung des Gemeinderates persönlich sehr enttäuscht. Die Gemeindevertreter hatten im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung mit 17 gegen 13 Stimmen bei einer Enthaltung gegen seine Ernennung votiert. Mehrheitlich waren die Nein-Stimmen aus der CDU gekommen. Doch den Fraktionen gegenüber hegt Müller keinen Groll, sein Ärger richtet sich vor allem gegen Bürgermeister Loskill.

„Drei Jahre habe ich einvernehmlich und vertrauensvoll mit meinem Dienstherrn zusammen gearbeitet und dann plötzlich diese Kehrtwende, das hat tiefe Narben hinterlassen“, sagte der Brandoberinspektor in einem Gespräch, in dem er sich erstmals selbst an die Öffentlichkeit gewandt. In den vergangenen Monaten hatte er keine Stellungnahmen zu dem Streit abgegeben, die im Austritt von 31 Einsatzkräften aus dem Löschzug Ruppichteroth gipfelte. Die erhobenen Vorwürfe hat er gemeinsam mit einem Rechtsanwalt geprüft und zurückgewiesen. Weder unkameradschaftliches Verhalten noch die zu seltene Leitung von Einsätzen, das Gegenteil zeigten Einsatzlisten, könne ihm nachgewiesen werden. Die Nutzung des Kommandowagens sei mit Verwaltung und Feuerwehr abgestimmt, privat gefahrene Kilometer rechne er sauber ab.

Aus einem ihm zugespielten Brief hatte er noch vor der Sitzung am Montag erfahren, dass Loskill sich an den Kreis gewandt hatte und um Hinweise gebeten hatte, wie die Tätigkeit des kommissarischen Wehrführers vorzeitig beendet werden könne. Im gleichen Schreiben wurde deutlich, dass Loskill nach dem ohne Ergebnis verlaufenen Mediationsverfahren und nach den daraus gewonnenen Informationen zu dem Entschluss gekommen sei, dass der Brandschutz in seiner Gemeinde nur durch einen Wechsel in der Führung gesichert werden könne. Müller hat den  Bürgermeister daraufhin angerufen. Der habe ihm aber nicht vorgeschlagen, seinen Rücktritt einzureichen. Es könne höchstens sein, dass der Kreis ihn dazu auffordern würde.

Gründe für die Abkehr hat Müller bislang nicht genannt bekommen. In der Öffentlichkeit hatte Loskill sich immer zu seinem Feuerwehrchef bekannt, in der Sitzung aber gegen ihn gestimmt. „Das ist unerträglich, das tut weh“, erklärte er. „Rund 70 Feuerwehrleute haben in einer schwierigen Zeit einen guten Job gemacht, die standen hinter mir.“ Jetzt würden sie an die Wand gestellt. Gerade habe der Löschzug Ruppichteroth wieder Aufwind bekommen. Sechs neue Kameraden seien in den vergangenen Wochen dazu gekommen, drei weitere hätten die Aufnahmen beantragt. Zwei altgediente Feuerwehrmänner hatten sich bereit erklärt, doch noch in den Führungsdienst zu gehen und Lehrgänge in Münster zu besuchen. „Diese zarte Pflanze ist mit großen Füßen zertreten worden“, ist Müller sicher. Stefan Klein und Dietmar Happ, die die Schulbank drücken wollten, überlegen sich das jetzt, derzeit sind sie eher demotiviert. Sie sind enttäuscht darüber, dass die „Ausgetretenen“ das Mediationsverfahren verlassen hätten. Vertrauen sei nicht gegeben, eine Zusammenarbeit, einen gemeinsamen Gang ins Feuer, stellen sie sich schwierig vor.

Einen positiven Aspekt  hat die Entscheidung aber: Der Löschzug Ruppichteroth  hat wieder eine qualifizierte Führungskraft. Brandoberinspektor Claus Müller wird die kommenden Einsätze leiten. Denn er bleibt Feuerwehrmann: „Da hänge ich mit Herzblut dran.“ Und er würde sich sogar wieder zur Wahl stellen.

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