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Historischer Bilderband: Familientreffen mit Vorfahren

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Der Historiker Hartmut Benz veröffentlicht ein neues Buch mit historischen Dokumenten und vor allem Fotos unter dem Titel "Damals in Much". An dieser Stelle zeigen wir ein paar historische Bilder aus der Gemeinde. 1936 - Die Abschlussklasse der Mucher Volksschule Foto: privat
Nach dem Bildband „Unser Much in alter Zeit" sammelte Historiker Hartmut Benz eine weitere stattliche Zahl von Bildern und Dokumente an. Deswegen erschien nun ein zweites Buch mit dem Titel „Damals in Much".  Von
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Much

Nach dem ersten Buch kamen die Leute auf ihn zu: Sie hätten da auch noch alte Fotos im Karton auf dem Speicher. Und so sammelte sich bei Historiker Hartmut Benz, nachdem er 2006 den ersten Bildband „Unser Much in alter Zeit“ herausgegeben hatte, eine weitere stattliche Zahl alter Abbildungen und Dokumente.

Jüngst erschienen ist ein zweites Buch: „Damals in Much“ heißt es und vereint eine Vielzahl historischer Schätzchen, zumeist aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der erste Band ist seit drei Jahren vergriffen, doch eine Neuauflage lehnte Benz ab: „Ich hatte den Anspruch, etwas Neues zu schaffen.“

So hat der rührige Historiker, der aus Bruchhausen stammt und in Hänscheid wohnt, ausführlichere Texte zu den Bildern verfasst, so dass sich ein weitreichender historischer Blick auf die Menschen, Ereignisse und die Zusammenhänge ergibt – was natürlich intensivere Recherchen erforderte. Ebenso sind zahlreiche Karten, Pläne, Zeichnungen und alte Texte Teil des Buchs.
Das älteste Dokument ist ein Schriftstück von 1751, das vom Grafen von Efferen ausgestellt wurde und dem Johann Josef Johann Heinrich Franken, geboren in „Tischenbrunn, Ambts Windecken“ (damit ist Tüschenbonnen gemeint) in der Heimat nutzen soll. Er habe sich „in Kriegsoccasionen wohl verhalten“ und sei einer Förderung würdig. Die jüngsten Dokumente sind Postkarten aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts.
Persönlichkeiten dokumentiert

Benz hat zahlreiche Persönlichkeiten von der Liste der Beamten bis zu den Mitgliedern des Mucher Kirchenchors von 1895 dokumentiert. Viele Mucher begegnen ihren Vorfahren. Bei den Vereinen sind auch Gruppen wie der Viehversicherungs-Verein aufgeführt, der Radfahrer-Verein „Schwalbe“ und etwa die katholische Jünglings-Kongregation.

Ein verblüffendes Zeugnis Mucher Geschichte tat Benz indes da auf, wo heute die Tankstelle am Kreisverkehr steht: In einem stattlichen Backsteingebäude gab es dort bis 1925 eine „Dampfmolkerei“. Ein Foto von 1931 zeigt den alten Molkerei-Kamin, daneben eine neue Zapfsäule und Schilder, die für die nahe Hufschmiede werben, für Auto-Öl, Eisenwaren und landwirtschaftliche Geräte – ein wahrhaft vielseitiger Betrieb.

Eine Aufnahme des ersten Karnevalszugs nach dem Krieg mit Prinz Paul I. (Sommerhäuser) stammt aus der Zeit um 1950, Hochzeiten, Schulabschlussklassen, Straßenszenen, auf denen Ölflecken und Pferdeäpfel das Kopfsteinpflaster dekorieren, Trinkgelage in und vor den Gaststätten und Umzüge (etwa zum „Tag der Arbeit“) schaffen ein lebendiges Bild aus dem Leben der Mucher damals. Zu den seltenen Schätzen, die ein Historiker ausgraben kann, gehört auch ein Foto der Freiwilligen Feuerwehr der Hoffnungsthaler Papierfabrik im Bröltal von 1909. Im Hintergrund ist die Direktorenvilla zu sehen, die heute dem Verfall preisgegeben ist.

Der Tourismus hat in Much eine längere Tradition als man vielleicht glaubt. Eine 1899 aufgelegte, mit „Gruss aus Much“ betitelte Postkarte zeigt werbewirksam den Ort, der damals eine eher putzige Häuseransammlung rund um die Kirche war. Markant damals schon das „Klösterchen“ – 1889 eröffnet, heute Azurit-Altenheim –, das frisch erbaute Rathaus (dasselbe wie heute, nur damals ohne Solarplatten), und das Gasthaus „Hotel Honnef“, dessen Ursprung auf das Jahr 1795 zurückgeht. Es war an der heutigen Adresse Kirchstraße 12 beheimatet. Das kirchliche Leben darf in einem solchen Band natürlich auch nicht fehlen.

Hartmut Benz: „Damals in Much“, 120 Seiten, Preis: 24,50 Euro. Erhältlich ist das Buch im Tourismusbüro, Kirchplatz, in der Buchhandlung Keßler, Kirchstraße, und bei Schreibwaren Klement, Hauptstraße.

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