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Krippenspiel: Krippenspiel mit einer Prise Politik

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Christine Rettberg aus Neunkirchen-Seelscheid hat ein ungewöhnliches Krippenspiel geschrieben. Hier zu sehen sind die Kinder von Bethlehem und die Heiligen drei Könige. Im Stall scharen sich alle um Maria, Josef und das Kind.  Foto: Gabriele Krüper
Christine Rettberg hat ein Krippenspiel geschrieben, das sich indes deutlich von anderen unterscheidet: Es beschäftigt sich mit Politik und einer Fremdenfeindlichkeit, wie es sie damals in Bethlehem gegeben haben könnte.  Von
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Neunkirchen-Seelscheid

Schon als Jugendliche, damals ist sie 14 Jahre alt, hat sie ein Buch geschrieben und es an verschiedene Verlage geschickt. Doch lehnten alle ab. Dann, vor zwei Jahren, packte es sie erneut: Christine Rettberg, heute 47 Jahre alt und Mutter von drei Kindern, machte sich an die Fassung eines Krippenspiels – eines Spiels mit besonderem Anspruch. In der evangelischen Kirche in Seelscheid wird es an Heiligabend aufgeführt – am Sonntag, 23. Dezember ist Generalprobe.

Das alles kann nur funktionieren, wenn die Autorin, Kinder, Jugendliche und Erwachsene ehrenamtlich mitmachen und ihre Zeit für Proben und Aufführungen hergeben, Kulissen bauen und Kostüme herstellen. Mit Sängern und Musikern sind insgesamt 30 Akteure daran beteiligt. Ein augenfälliges Element dieser Aufführung ist der Einsatz eines Chors – Christine und Clemens Rettberg sind Leiter des örtlichen Gospelchors und konnten so fürs Krippenspiel auf etliche Sänger zurückgreifen. Das zweite besondere Element ist ein gewisser politischer Anspruch, der sonst in Krippenspielen nicht vorkommt.

Der Autorin war es wichtig, das Geschehen um die Geburt Jesu in die damaligen Zusammenhänge zu stellen. So hat sie für den Chor etwa diese Zeilen getextet: „Niemals war die Stadt so wichtig, Bethlehem, du kleiner Ort, Römer hier, das ist nicht richtig, besser wär’s sie wären fort“.

Auch die Behandlung von Fremden gefällt den „Leuten von Bethlehem“ (der Chor unter der Leitung der Autorin) nicht: „Viele fremd hier, bleiben Fremde, hier woher die Sippe kam. Fremd der Weg, fremd das Gelände, wir finden ja, das ist infam“, heißt es, und die Sänger recken die Fäuste.

Dennoch wollte Christine Rettberg auf klassische Anklänge nicht verzichten – „Das gehört doch irgendwie zu Weihnachten!“. Sie hat für ihr Kirchenwerk die Reimform gewählt.
Auch die Hirten streiten sich heftig: Der eine denkt nur ans Essen, der andere vermittelt: Die Römer hätten schließlich die Tempel nicht geschlossen. Der Dritte gibt den Revolutionär: „Erst wenn die Fremdherrschaft beendet, sind wir in unserm Land daheim“. Einig sind sich die Männer indes darüber, was für ein schöner Engel ihnen im Traum erschienen ist, um über das Kind zu berichten. Dessen Mutter (Sophia Rettberg) singt im Stall ein so anrührendes Wiegenlied, dass dem Zuhörer ganz warm ums Herz wird.

Die Erzieherin Kerstin Vogel zeichnet derweil für die szenische Umsetzung verantwortlich, Clemens Rettberg hat den Gitarrenpart übernommen, überhaupt ist die Familie Rettberg mit ihren drei Kindern, mit Schwager und Nichte, zahlreich vertreten.

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