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Suche: Findelhirsch Nils verschwunden

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Spielt Nils etwa auch Fußball? Foto: Jens Höhner
Der zahme Nils ist verschwunden, seine Hüter bitten jetzt öffentlich um Hilfe. Der junge Damhirsch hat sich seit Ende Februar nicht mehr auf den Heister Weiden blicken lassen. Nun ist das ganze Dorf in Aufruhr.  Von
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Neunkirchen-Seelscheid

Clemens Huber ist in großer Sorge, seine Stimme zittert: „Unser Nils ist weg“, sagt der 77-jährige Mann aus Heister. Nils, das ist der junge Damhirsch, der sich am 28. Januar vergangenen Jahres nicht nur zu den Pferden auf Heisters Weiden gesellt, sondern auch den Garten des Ehepaars Huber zu seinem Lieblingsplatz erklärt hatte. „Zwei Mal am Tag schaute Nils vorbei“, berichtet Huber, der das Jungtier mit Haferflocken, Rosinen und Möhren verwöhnte. Doch heute fehlt jede Spur vom Findelhirsch.

„Wir hoffen, dass Nils irgendwo Anschluss gefunden hat und dass ihm nichts zugestoßen ist“, ergänzt Christine Scholle (45). Die Wachleiterin bei der Bonner Polizei hatte das Wildtier damals bei ihren Pferden entdeckt, seither waren Scholles Stute Aviva und Nils unzertrennlich. „Sie fraß am liebsten, wenn er bei ihr stand. Jetzt vermisst sie ihn.“ Und nicht nur den Menschen und jenem Vierbeiner fehlt der zahme Hirsch: Nahezu das ganze Dorf ist in Aufruhr, seitdem er sich nicht mehr blicken lässt. „Früher haben alle Nachbarn Ausschau gehalten, wenn Nils länger fernblieb“, blickt der frühere Schreinermeister Huber zurück. „Einer hat Nils immer entdeckt und uns sofort angerufen. Manchmal war er sogar bis Wennerscheid gelaufen.“ Doch seit dem 26. Februar schweigt das Telefon.

Abschuss wäre eine Straftat

Auch Christine Scholle erinnert sich an jenen nicht ganz gewöhnlichen Tag. „Nils war tagsüber schon nicht da“, schildert sie. „Er kam erst am Abend, um dann mit den Pferden zu fressen.“ Längst hat sich die Polizeibeamtin umgehört: Wildunfälle habe es in der näheren Umgebung nicht gegeben. „Wenn sich Nils keiner anderen Wildgruppe angeschlossen hat, dann hat ihn jemand kassiert“, glaubt die Pferdehalterin. In der Tat war Nils zuletzt nicht überall wohlgelitten: Immer wieder hatten sich Nachbarn darüber beschwert, dass kein Zaun den stürmischen Hirsch bremsen konnte und er die Vorgärten ringsherum gern für einen schnellen Imbiss nutzte. So überlegten Scholle und Huber, das Tier an ein Wildgehege, zum Beispiel das an der Bonner Waldau, abzugeben. „Wenn die Hirsche ihr Geweih abgeworfen haben, wäre das vielleicht möglich gewesen“, überlegt Christine Scholle. Denn anderes Damwild gibt es weit und breit nicht. Auch der örtliche Schäfer ist von den besorgten Wild-Hütern längst befragt worden – gesehen hat er Nils ebenfalls nicht auf seiner Wanderschaft.

Dass der kleine Hirsch einem Jäger vor die Büchse gelaufen ist, glaubt man in Heister indes nicht. „Das wäre in jedem Fall eine Straftat“, betont auch Thomas Deckert, Sprecher der Kreis-Jägerschaft, mit Blick auf die Schonzeit: „Die gilt für Damwild von Januar bis September.“ Jetzt bitten Christine Scholle und Clemens Huber öffentlich um Hilfe: Wer Nils sieht, wird gebeten, sich bei Hubert zu melden. Und woran ist er zu erkennen? „Zurzeit wächst ihm das Geweih“, schildert Scholle. „Das linke Hörnchen ist deutlich größer als das rechte. Zudem hat Nils viele weiße Flecken auf dem Rücken.“ Clemens Huber ist zu erreichen unter ☎ 02247/97 16 11.

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