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Wildtier-Gast: Eine Liebe mit Pferdefuß

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In Neunkirchen-Seelscheid lebt ein Damwildkälbchen mit Pferden in einem Stall und ist gar nicht mehr so scheu. (Bild: Gabriele Krüper) 
Damhirschkälbchen Nils ist in den Reitstall von Christine Scholl eingezogen. Wo das Tier her kommt, ist unbekannt, denn laut eines Jägers aus dem Kreis gibt es kein Damwild in der Gegend.  Von
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Neunkirchen-Seelscheid

Nils haben sie ihn getauft – und der neunjährige Nils, der in der Nachbarschaft wohnt, ist richtig stolz darauf, dass sein Name im Dorf nun zwei Mal vorkommt. Der kleine Vierbeiner allerdings hört auf Nils nicht: Er springt zwischen den Pferden herum, rast bis zum Ende des Reitplatzes oder prescht durch den Zaun nebenan auf die Wiese. Um kurz danach wieder zwischen den ausladenden Hufen von Amy, Merlin oder Ajax auf dem Paddock zu stehen. Nils ist ein Damhirschkalb, das den Pferdestall von Christine Scholle in Heister zu seinem neuen Zuhause auserkoren hat. „Eines Tages stand er hier“, sagt die Pächterin. „Wenn Merlin mit seinem Reiter eine Runde durchs Dorf dreht, geht Nils mit“, erzählt sie. Das Kaltblut ist sein Lieblingskumpel, aber auch die anderen taugen als Ersatzherde. Sie dulden, dass Nils mit an der Raufe steht und Heu knabbert.

Woher der kleine Springer stammt, ist ein Geheimnis. Im Wahnbachtal jedenfalls gibt es nach Information eines Jägers aus dem Dorf, den Scholle zu Rate zog, kein Damwild. Ob er in einem Gehege groß geworden ist? Jedenfalls hat er nach anfänglicher Scheu allmählich Vertrauen zu den Menschen in seiner Umgebung gewonnen, den Kindern frisst er bereits aus der Hand. Gestern aber übermannte ihn die Eitelkeit: Beim Casting rückte er immer näher an die Fotografin heran, neugierig linste er in die Kamera. Schließlich aber verzog er sich zu Friesenstute Amy und ließ sich von ihr am Kopf kraulen. Auch der Hofhund ist kein Angstfaktor für Nils, der zwar manchmal die Nachbargärten inspiziert, sich aber sonst nicht vom Hof entfernt. Was wird, wenn er älter wird und zum weiblichen Geschlecht strebt, weiß Christine Scholle nicht. Aber „solange er hier ist, ist er hier“. Leute könnten durchaus vorbeikommen, um sich den neuen Gast anzusehen, „aber bitte die Pferde nicht füttern, Allergiker unter ihnen können krank werden.“

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