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Arbeitersiedlung: Wohnungen werden nicht mehr vermietet

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Die Auenheimer Arbeitersiedlung steht im Schatten des Kraftwerks. Einige Wohnblöcke sollen nun abgebrochen werden. Foto: Dennis Vlaminck
Der Leerstand in der Auenheimer Arbeitersiedlung - für deren Abriss sich die CDU stark macht - ist offenbar absichtlich herbeigeführt. Die Wohnungsgesellschaft GSG will bis zum Sommer über die Zukunft der Anlage entscheiden.  Von
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Bergheim-Auenheim

Die hohe Zahl an leer stehenden Wohnungen in der Auenheimer Arbeitersiedlung war einer der Gründe, warum sich die CDU für den Abriss zumindest einiger Wohnblöcke starkmacht. Nun stellt sich heraus: Der Leerstand ist absichtlich herbeigeführt. Wie die Wohnungsbaugesellschaft GSG Wohnungsbau Braunkohle mitteilt, würden schon seit dem Winter leer stehende Wohnungen nicht mehr neu vermietet und Umzüge innerhalb des Komplexes nicht mehr zugelassen. Wer in eine andere Wohnung umziehen möchte, bekommt von der GSG andere Anlagen angeboten.

„Die Wohnungen wurden 1951 errichtet, gleich nach dem Krieg, als Wohnraum schnell und ganz einfach geschaffen werden musste“, sagt Marion Sett, die Geschäftsführerin der GSG, die 95 von insgesamt 119 Wohnungen in der Siedlung besitzt. „Das genügt heutigen Ansprüchen sicher nicht mehr. Hier ist Handlungsbedarf.“ Daher wolle man nun überlegen, was mit der Anlage geschehen solle. Eine Entscheidung soll im Sommer fallen. Bis dahin würden frei werdende Wohnungen auch nicht wieder belegt. „Wenn wir renovieren sollten, geht das am besten in leeren Wohnungen.“ Was mit den Wohnungen gemacht werde, sei völlig offen. „Wir schauen uns auch das Umfeld genau an, um zu ermitteln, welchen Ansprüchen der Wohnraum genügen muss“, sagt Sett. So sei in Auenheim klar, dass ein Bewohner für seine Einkäufe mobil sein müsse. Möglich seien einfache oder auch umfangreiche Sanierungen, auch Abriss und Neubau seien Optionen.

Bis zum Winter sei der Leerstand in den Häusern am Forellenweg und am Lourther Weg mit 14 Prozent leicht über dem sonst in solchen Anlagen üblichen Schnitt von zehn Prozent gewesen, berichtet Sett. Nun stünden 23 der 95 Wohnungen leer, also 24 Prozent.

Sett will sich nun auch anhören, welche Vorstellungen von der Stadt Bergheim an sie herangetragen werden. Den Vorstoß der CDU kennt sie nach eigenem Bekunden nicht. Fraktionsvorsitzender Johannes Hübner und Ortsbürgermeister Ralf Czense schlagen vor, Wohnblöcke am Ortsrand abzubrechen und den jetzigen Bewohnern Wohnungen am Forellenweg anzubieten. Die Wohnungsbaugesellschaft GSG gehört zu gleichen Teilen RWE und der Gewerkschaft IG BCE. Die restlichen Wohnungen der Auenheimer Arbeitersiedlung gehören der Immobiliengruppe Deutsche Annington.

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