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Gehwege : Wunden heilen meist von selbst

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Nur wenige Gehwegplatten müssen ausgetauscht werden.  Foto: Dennis Vlaminck
Langsam aber sicher verschwinden die Stolperfallen auf den Bürgersteigen im Kreis. Durch den Bodenfrost und Einsatz von Salz sind Gehwegplatten aus ihrem Sandbett gesprungen.  Von 
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Bergheim/Rhein-Erft-Kreis

Stolperfallen allerorten – so sah es noch in der zweiten Januarhälfte auf vielen Gehwegen in den Kommunen des Kreises aus. Der Frost hatte die Platten angehoben, sie saßen locker und oftmals schief in ihrem Sandbett. Viele Städte stellten Warnschilder auf oder sperrten manchen Weg sogar ganz.
Und nun? Fast alle Schäden sind wieder von der Erdoberfläche verschwunden – ohne dass Bautrupps kilometerweise Gehwegplatten neu verlegt hätten. „Das sind die Selbstheilungskräfte der Gehwege“, sagt Volker Mießeler, Fachbereichsleiter in der Stadtverwaltung und Geschäftsführer der Stadtwerke. „Kaum ist der Frost raus aus dem Boden, kehren die Platten wieder in ihr noch bestehendes Bett zurück.“

Mießeler schätzt, dass 85 bis 90 Prozent aller sichtbaren Schäden bereits von allein wieder behoben seien. „Nach unseren Erfahrungen im vorigen Winter haben wir das schon erwartet“, berichtet Mießeler. Damals seien Frostschäden auf Wegen markiert worden. „Als dann nach einer Woche der Reparaturtrupp anrückte, sah der Gehweg wieder wie vorher aus.“

Und die Selbstreparatur geht flott: „Mit beginnenden Plustemperaturen beginnt die Setzung, manchmal ist schon nach einem Tag wieder alles gut, komplett aber nach ein paar Tagen“, sagt Mießeler.

Die Verwaltung schätzt, dass etwa zehn Kilometer Gehwege im Stadtgebiet von den Frostschäden betroffen waren – neun Kilometer davon sind nach den wärmeren Temperaturen der vergangenen Tage bereits wieder stolperfrei begehbar. Und doch ist nicht alles eitel Sonnenschein auf Bergheims Wegen: Dort, wo während des Frostes Autos über die Bürgersteige gefahren sind, haben die angehobenen Platten Schaden genommen. Die gebrochenen Gehwegplatten müssen nun ausgetauscht werden. Mießeler vermutet Mehrkosten in Höhe von rund 50 000 Euro. „Das ist im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich viel.“

Den Einsatz von Streusalz macht Mießeler nicht für die zahlreichen Schäden in diesem Jahr verantwortlich. „Es war die besondere Witterung. Zuerst hat es viel geregnet, dann ist der Frost in den durchnässten Untergrund gedrungen.“ Es sei sicher so, dass Salz mancherorts das Problem verschärft habe. „Aber auch Wege, die nicht gestreut wurden, waren betroffen.“ Vonseiten der Stadt werde ohnehin vorwiegend Basaltsplitt gestreut.

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