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Session: Karnevalszelt soll vor die Tür

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Auf der Wiese unmittelbar neben dem Mietshaus soll das Festzelt der KG Thorr Anfang des Jahres aufgestellt werden. Einer der Mieter will dies nicht hinnehmen. Foto: Markus Clemens
Herbert Adler, ehemalige Jungfrau der KG Thorr, will das Festzelt der Karnevalisten in dieser Session nicht neben seiner Wohnung haben. Er befürchtet, dass es zu laut wird und droht mit einer Klage.  Von
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Bergheim-Thorr

Offensichtlich gibt es zwischen der KG Thorr und ihrer ehemaligen Jungfrau Herbertine (Herbert Adler) ziemlichen Ärger. Der Grund ist das Festzelt, in dem die Karnevalisten diese Session feiern wollen, weil dies aus Brandschutzgründen im Saal Müller, wo sonst gefeiert wurde, nicht mehr möglich ist. Problematisch ist nun, dass dieses Zelt unmittelbar neben Adlers Wohnung auf der Wiese gegenüber der Feuerwehr aufgestellt werden soll. "Weder der Mindestabstand noch die Vorschriften des Immissionsschutzes werden eingehalten", argumentiert Adler. "Wenn dort laute Karnevalsmusik gespielt wird und die Besucher bis in die Nacht grölen, halten wir es in unserer Wohnung nicht mehr aus." Eine Kölner Anwaltskanzlei hat er mittlerweile damit beauftragt, seine Interessen durchzusetzen.

Während Adler eine mögliche Klage nicht ausschließt, will man bei der KG alle zu Gebote stehenden Vorschriften erfüllen. "Wir werden den Mindestabstand einhalten und dafür sorgen, dass die Lautstärke der Musik bei unseren Veranstaltungen ab 22 Uhr deutlich heruntergefahren wird", sagt KG-Thorr-Geschäftsführer Klaus Schilbert.

Er betont weiter, dass von den zahlreichen geplanten Veranstaltungen bis Aschermittwoch lediglich die Sitzung und die Karnevalsparty bis in den späten Abend gingen. Die Kindersitzung und die Rosenmontagsparty seien bereits früher zu Ende.

„So kann man einen Verein auch kaputt machen.“

Klaus Schilbert

Genau dies bezweifelt Adler. "Wenn dort gefeiert und getrunken wird, geht das bis drei Uhr in der Nacht." Der Immissionsschutz sei bei solchen Veranstaltungen mitten im Wohngebiet gar nicht einzuhalten, erklärt er. Dies allerdings sieht wiederum die Bergheimer Stadtverwaltung anders, die den Zeltaufbau und die Karnevalsveranstaltungen gerade erst genehmigt hat.

"Bevor wir das getan haben, wurden Stellungnahmen der Bauaufsicht und der Feuerwehr eingeholt", erklärt Abteilungsleiter Michael Robens. Mindestabstände und Immissionsschutz seien geprüft worden, "wenn beides eingehalten wird, gibt es von Seiten der Stadtverwaltung keine Bedenken". Einen Dissens gibt es zwischen den Streithähnen auch wegen des Standort des Zeltes, zu dem es laut KG und Ortsbürgermeister Hermann-Josef Falterbaum keine Alternative gebe. "Wir haben andere Standorte im Ort geprüft, darunter auch den Bolzplatz", sagt der Ortsbürgermeister. "Der Zelteverleiher hat gesagt, dass er das Zelt da nicht hinstellen will." "Es gibt den Bolzplatz und andere Standorte, die in Frage kommen könnten", findet dagegen Adler. Während seine Anwälte das weitere Vorgehen vorbereiten, bereitet sich die Gesellschaft auf die Session vor.

Die KG hofft, dass es nicht zum Äußersten kommt. "Sollte er es schaffen, dass wir die Veranstaltungen nicht durchführen können, bekommen wir Schwierigkeiten", sagt Schilbert. Denn dann müsste die KG alle gebuchten Künstler bezahlen, ohne gleichzeitig die Einnahmen durch die Eintrittskarten generieren zu können. "So kann man einen Verein auch kaputtmachen", kritisiert Schilbert das Verhalten der ehemaligen Jungfrau. Sollte es tatsächlich so weit kommen, sieht der Ortsbürgermeister sogar die Existenz der Gesellschaft in Gefahr.

Während Adler nicht ausschließen will, die Veranstaltungen gleich neben seiner Wohnung gerichtlich verbieten zu lassen, will es Falterbaum nicht so weit kommen lassen. "Vielleicht können wir die Situation noch irgendwie retten, wenn sich alle Parteien rasch an einen Tisch setzen."

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