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Abwasserkonzept: Die Ursachen des Wahnsinns

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Matthias Niewels äußert sich zur Abwasser-Debatte in Bergisch Gladbach Foto: dpa
"Kölner Stadt-Anzeiger"-Mitarbeiter Matthias Niewels äußert sich zu dem vorhersehbaren Proteststurm rund um das „Abwasserbeseitigungskonzept 2014“ und erklärt, warum es lohnenswert ist, über dessen Planung nachzudenken. Ein Kommentar
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Mit vereinten Kräften versuchen die Vertretungen von Mietern und Vermietern das als Wahnsinn bezeichnete Abwasserkonzept zu kippen. Diese Eintracht ist ein Novum, ebenso die drastische Wortwahl, mit der kritisiert wird. Das Erstaunliche daran ist: Der Proteststurm war, auch in dieser Form, vorhersehbar. Denn was die Stadt mit ihrem „Abwasserbeseitigungskonzept 2014“ vorlegt, ist tatsächlich Wahnsinn. Die Dimensionen von Kanälen und Rückhaltebecken erschließen sich nur ausgewiesenen Fachleuten. Alle anderen schütteln den Kopf.

Es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie allein die Aufstellung eines solchen Plans überhaupt möglich ist. Die Antwort ist erschreckend einfach: Es wird im Rathaus von Bergisch Gladbach geplant, als wenn das Geld im Keller gedruckt würde. Denn bei der Auswahl und der Gestaltung von Projekten wird nicht geschaut, was zu finanzieren ist, sondern was gesetzlich vorgeschrieben ist. In diesem Fall wird der Paragraf 53 des Landeswassergesetzes abgearbeitet. Ermessensspielräume, die es zweifelslos immer gibt, werden in aller Regel nicht genutzt – um ja auf der sicheren Seite zu sein. Denn Verwaltungsbeamte sind darauf gedrillt, Vorschriften und Gesetze einzuhalten. Bürgernähe ist da eher hinderlich. Und weil alle Beteiligten schon seit Jahren so verfahren, wird der Irrsinn innerhalb des Systems gar nicht mehr erkannt. Es wird nach bestem Wissen und Gewissen gearbeitet, fleißig manchmal noch dazu. Genau so ist das Abwasserbeseitigungskonzept entstanden.

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