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Advent : Pyramide sucht neuen Betreiber

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Die Pyramide im Erzgebirge-Stil ist das Wahrzeichen des Refrather Weihnachtsmarktes.  Foto: Christopher Arlinghaus
Die Organisatoren des Refrather Weihnachtsmarktes ziehen sich zurück. Immer weniger Einnahmen und strenge Auflagen hat das Duo zum Ausstieg bewogen. Finden sich keine Nachfolger, bedeutet dies das Aus für den Markt  Von
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Kein Frohlocken, kein Jauchzen: Finden die Brüder Peter und Willi Leffelsend keine Nachfolger für die Organisation des Weihnachtsmarktes in Refrath, gibt es für die Pyramide im Stil der Schnitzereien aus dem Erzgebirge in diesem Advent kein „Alle Jahre wieder“. Dabei ist das zwölf Meter hohe Bauwerk auf dem Peter-Bürling-Platz, besetzt mit lebensgroßen Figuren aus der Weihnachtsgeschichte, in den vergangenen sieben Jahren längst zum Wahrzeichen von Refrath geworden und zu einem festen Treffpunkt im Advent – nicht nur für die Anwohner, sondern auch für Besucher von außerhalb. Immer weniger Einnahmen, immer höhere Kosten – die beiden Initiatoren wollen aus dem Geschäft aussteigen. Auch aus Altersgründen: Willi ist 65, Peter 67 Jahre alt. Die Auflagen seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

Peter (l.) und Willi Leffelsend suchen Nachfolger für die Organisation des Weihnachtsmarktes in Bergisch Gladbach-Refrath.  Foto: Uta Broeker

So dürfen auf dem Peter-Bürling-Platz seit 2012 aus Gründen der Sicherheit nicht mehr so viele Verkaufsstände stehen wie zuvor. 74 Quadratmeter Stellfläche fielen weg, damit ein 8,50 Meter breiter Korridor als Rettungsweg freigehalten werden kann, erläutert Stadtsprecher Martin Rölen. Der Verwaltung liege der Weihnachtsmarkt ebenfalls am Herzen. Deshalb habe die Behörde zugestimmt, dass am gegenüberliegenden Gebäude der Kreissparkasse eine Feuerleiter installiert wurde, sonst hätte dort ebenfalls ein Fluchtweg freigehalten werden müssen. Für die Betreiber bleibt unterm Strich: „Weniger Buden bedeuten weniger Einnahmen“, sagt Willi Leffelsend. Um den Markt wirtschaftlich betreiben zu können, müssten mehr als die bislang acht Anbieter für Kunsthandwerk und Spezialitäten untergebracht werden.

Das Aus für den Markt?

Die Kosten setzen sich zusammen aus der Miete der Lagerhalle, den Gebühren für Gema, Toilettenwagen, Strom, Wasser, Müllentsorgung und vor allem für den Colonia-Kran zum Aufbau der Pyramide. Zuletzt hätten Peter und Willi Leffelsend nicht mehr kostendeckend arbeiten können: „Wir haben draufgelegt.“ Das kommt zwar ohne Gram. Dennoch verbirgt sich hinter der Bemerkung auch die Kritik, dass sich die Brüder mehr Unterstützung seitens der Stadtverwaltung gewünscht hätten, was die Genehmigung der Anzahl der Verkaufsbuden anbelangt. Ihre Hoffnung, dass sich jemand Jüngeres findet, der in ihre Fußstapfen tritt, verbinden die Brüder damit, dass sich der Markt, was Besucherzahlen und Aussteller anbelangt, positiv entwickelt habe – trotz der großen Konkurrenz in der Region. Der künftige Betreiber könnte etwa eine Event-Agentur sein oder eine Gruppe von Bürgern und Geschäftsleuten, die sich zusammenschließe.

Eins müsse man aber wissen: „Der Aufwand ist sehr groß“, erzählt Peter Leffelsend. Die Betreiber für Pyramide und Verkaufsstände müssen verpflichtet, Sponsoren gesucht und ein Bühnenprogramm organisiert werden. Bis jetzt gibt es keine konkrete Anfrage. Bleibt es dabei, würde dies das Aus für den Markt bedeuten. Eine Vorstellung, die das Herz der beiden Initiatoren bluten lässt. Es war Willi Leffelsend gewesen, der 2007 die Idee für den Markt in Refrath hatte, „um eine Attraktion zu schaffen, die das Image des Ortes aufwertet und Kunden ins Stadtzentrum lockt“.

Die Pyramide aus Stahl und Holz ließ er in Anlehnung an ein Vorbild aus Hannover bauen. Die Gasträume im Erdgeschoss bieten Platz für 50 Besucher. Die Verkaufshäuschen ließ er aufwendig mit Ornamenten gestalten. Beide Brüder sind Idealisten. Ihr Interesse sei nicht kommerziell: „Unser Ziel war es, kein Minus mit dem Weihnachtsmarkt einzufahren.“
Die IG Refrath, ein Zusammenschluss der Refrather Händler, bedauert den Rückzug der Betreiber. „Der fehlende Markt würde eine riesige Lücke für Refrath bedeuten“, sagt der Vorsitzende Hermann-Josef Wagner.

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