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Barkeeper: Ein Traum von einem Getränk

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Nimmt Barmanager Christopher Uhl vom Schlosshotel einen Shaker in die Hand, landet immer eine leckere Kreation im Glas. Foto: Roland U. Neumann
Christopher Uhl ist Barmanager im Schlosshotel Bensberg, wo er 110 Variationen von Cocktails und Spirituosen serviert. Insgesamt 400 Spirituosen stehen in den verglasten Regalen. Sieben Getränke mixt er locker in zwei Minuten  Von
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Die orangerote Farbe lädt zum Träumen ein: vom blauen Meer. Vor dem inneren Auge sieht man sich auf einer karibischen Insel sitzen, an einer Bar am Strand mit weißem Sand, bei strahlendem Sonnenschein. Das nasskalte Winterwetter draußen ist vergessen.

Der fruchtige Cocktail mit dem verheißungsvollen Namen „Sex on the Beach“ sieht eben einfach nach Südsee aus: Cranberry-Nektar, Orangensaft, Pfirsichlikör und Wodka. Die Garnitur mit Ananas tut ihr Übriges. Das Getränk ist zurzeit in, vor allem bei der jüngeren Generation. „Das Rezept ist aber schon sehr alt und stammt aus den Vereinigten Staaten“, erklärt Christopher Uhl, Barmanager im Althoff Schlosshotel Bensberg.

110 Variationen hochwertiger Cocktails und Spirituosen werden am dunklen Holztresen der Kaminbar angeboten. Dabei setzt Barmann Uhl mit 140 verschiedenen Whiskysorten klare, hochprozentige Schwerpunkte. Insgesamt blitzen die Flaschenhälse von 400 Spirituosen im schummrigen Licht von den verglasten Regalen. 200 Rezepturen kann Uhl aus dem Effeff: „Im Barbuch muss ich nur nachsehen, wenn ein Gast etwas sehr Exotisches bestellt.“

Geht es richtig zur Sache – sprich: Die Bar ist voll –, schafft der 36-Jährige sieben Cocktails in zwei Minuten. Spätestens dann bindet der Fachmann eine Schürze um, damit die Folgen seiner Tätigkeit nicht als Spritzer auf dem Hemd sichtbar sind. Wenigstens aber steckt er sich die Krawatte ins Hemd, damit der Stoff nicht im Glas landet.

Wenn Uhl den Shaker in die Hand nimmt, klackert das Eis, als wäre es die Hintergrundmelodie für ein Musikstück. Man könnte denken, das Schütteln sei gleichzeitig ein Workout für mehr Muskelkraft in den Oberarmen. Doch dem ist nicht so: „Die Bewegung kommt aus den Schultern“, erklärt der Profi.

Taste of Paradise
Banana Boat

Taste of Paradise:
1 frische Limette in 1/8 Stücke schneiden
2 Teelöffel brauner Rohrzucker
4 cl Vodka
2 cl Passoa Exotic Likör
8 cl Maracujasaft
Limetten mit dem Zucker im Glas mit dem Stößel pressen, danach die Zutaten aufgießen und mit Crushed Ice auffüllen. Umrühren, fertig.

Banana Boat:
1 frische Banane
10 cl Orangensaft
10 cl Ananassaft
2 cl Kokossirup
2 cl Zitronensaft
Alle Zutaten im Elektromixer mit ein wenig Eis mixen und danach in ein großes Glas (0,3 l) gießen. Diese eigene Kreation von Christopher Uhl ist alkoholfrei – Genuss ohne Kater.

Jeder Handgriff sitzt. Zitronenschalen werden geschabt, Kräuter und Eiswürfel gestampft. Beim Mixen seiner Cocktails experimentiert der gebürtige Österreicher und Lehrer der Fächer Sport und Erdkunde viel, um immer neue Aromen zu erzielen, manchmal auch, um Cocktailklassikern eine neue Note zu geben.

Die Leidenschaft für die hohe Trinkkunst entstand bei ihm, als er 2001 nach Köln zog und in Restaurants und Bars jobbte. Seit 2009 steht Uhl im Bensberger Althoff Hotel hinterm Tresen.

„Ein guter Drink darf nicht zu viel Alkohol enthalten, nicht mehr als vier bis sechs Zentiliter, und nicht zu sauer schmecken“, meint Uhl und klingt dabei wie ein Lehrer, obwohl er diesen Beruf nie ausgeübt hat. Das Eis kühlt während des Mixvorgangs den Drink herrunter. „Ist der Shaker von außen beschlagen, ist das Getränk fertig“, erläutert Uhl. Denn wie bei einem gutem Essen ist die Serviertemperatur auch beim Cocktail für den Geschmack entscheidend.

Wie in der Mode gibt es auch bei Drinks immer neue Trends. Der 36-Jährige erinnert an den Cosmopolitan (Wodka, Cointreau, Zitrone, Cranberry-Saft). Den hat Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als New Yorker Kolumnistin Carrie Bradshaw in „Sex and the City“ immer getrunken. So lange die US-amerikanische Fernsehserie lief, habe sich jede zweite Dame einen „Cosmo“ bestellt. Als guter Barkeeper weiß Uhl außerdem, dass Paul McCartney am liebsten Margarita (Tequila, Curacao und Limettensaft) trinkt und hat dem Beatle in einem Séparée des Schlosshotels sogar schon einen serviert.

Überhaupt, die Klassiker. Ein Martini-Drink wird normalerweise mit Gin zubereitet, sagt Uhl – nicht mit Wodka, wie James Bond ihn immer bestellt. Und er wird gerührt – nicht geschüttelt. „Aber das ist ja seit Daniel Craig eh egal“, meint Uhl. Denn im aktuellen Kinofilm „Skyfall“ trinkt der Geheimagent Ihrer Majestät ganz bodenständig ein Bier. Und das wird bekanntlich weder geschüttelt noch gerührt.

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