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Benefizabend: Boxen aus einer Bierlaune

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Junge Talente des Boxclubs Bergisch Gladbach traten im Saal des Brauhauses gegeneinander an.
Junge Talente des Boxclubs Bergisch Gladbach traten im Saal des Brauhauses gegeneinander an.
Foto: Nonnenbroich
Bergisch Gladbach.

„Boxen für den guten Zweck“ hieß es am Samstagabend im Brauhaus am Bock in Bergisch Gladbach. Zwölf Boxer traten an, 350 Zuschauer erlebten das Spektakel mit. Die Eintrittsgelder und Spenden, die am Abend gesammelt wurden, gehen an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe.

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Frank Römer, Sieger der Herzen, und sein Kontrahent Dietmar Stattmüller im gemeinsamen Siegerkranz
Frank Römer, Sieger der Herzen, und sein Kontrahent Dietmar Stattmüller im gemeinsamen Siegerkranz
Foto: Bilder: Dino

Für die nötige Atmosphäre war gesorgt: In der Mitte des historischen Saals hatten ehrenamtliche Helfer einen Boxring aufgebaut, Nummerngirls kündigten die Runden an. Den Anfang machten die Boxer des Boxclubs Bergisch Gladbach. Mit jedem der fünf Kämpfe steigerten sich Alter und Gewichtsklasse. Da es bei der Veranstaltung mehr um den Spaß als um das K.O.-Schlagen des Gegners ging, durfte bei knapperen Kämpfen das Publikum durch Klatschen den Sieger bestimmen.

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 Der Ringrichter trug stilecht weiß mit Fliege.
Der Ringrichter trug stilecht weiß mit Fliege.
Foto: Nonnenbroich

Sechs Kämpfe

Der Höhepunkt des Abends war aber eindeutig der sechste Kampf zwischen den Initiatoren der Veranstaltung, dem Fliesenlegermeister Frank Römer und dem ehemaligen Bundesliga- und Nationalmannschaftsboxer Dietmar Stadtmüller. Die Idee zu diesem Kampf war während eines bierseligen Abends entstanden. „Frank meinte nach 30 Bier, er wäre Mike Tyson“, erklärt der Moderator des Abends, Jörg Auschner. „Als er sich auf den Kampf eingelassen hat, wusste er allerdings noch nicht, wie erfolgreich Dietmar als Boxer war.“

Sogar Nummerngirls hatten die Initiatoren organisiert.
Sogar Nummerngirls hatten die Initiatoren organisiert.
Foto: Nonnenbroich

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Der Fliesenleger stand dennoch zu seinem Wort und zog, begleitet von Musik der Band „Rammstein“, unter tosendem Applaus in den Saal ein. Sein Kontrahent legte einen gleichermaßen eindrucksvollen Auftritt hin als er, zu Anfang noch mit Hemd und Fliege bekleidet, den Ring betrat. Wie erwartet hatte „Frankie“, wie ihn das Publikum nennt, keine reale Chance gegen Dietmar „die Fliege“ Stadtmüller.

Der ehemalige Profiboxer hielt sich zwar zurück, aber einige Schläge fanden doch ihr Ziel, sodass Römer kurz auf die Knie ging. Nach fünf Runden wurde „die Fliege“ zum Sieger des Kampfes und Römer zum Gewinner der Herzen erklärt. Beide hängten sich lächelnd den goldenen Siegerkranz um.

„Wir hatten eigentlich vor, den Kampf im kleinen Rahmen zu veranstalten, aber unser Freundes- und Bekanntenkreis hat daraus ein großes Event gemacht“, erzählte Frank Römer nach dem Kampf. Um sich nicht zu blamieren, hatte der Fliesenleger fünf Wochen lang hart für die Veranstaltung trainiert. Dass die Spenden an ein Kinder- und Jugendhospiz gehen, war ihm sehr wichtig. Frank Römer hat selbst jemanden verloren, der einige Wochen in einem Hospiz verbracht hat. „Auch wenn die Vorbereitung sehr anstrengend war und ich vor dem Kampf nervös wurde, würde ich es wieder tun. Gerade, weil es für einen guten Zweck war, der mir sehr am Herzen liegt.“

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Im Anschluss an die Boxkämpfe sorgten die „Kölschen Adler“ mit ihrer Musik für Stimmung im Saal, ebenso wie der DJ, der danach auflegte. Peter Perz, der Besitzes des Brauhauses, war zufrieden: „Alles in allem war es eine coole Veranstaltung. Zum einen konnten wir Geld für einen guten Zweck sammeln, zum anderen haben wir eine alte Boxtradition im Bock wieder aufleben lassen.“ In den 70ern und 80ern waren Boxkämpfe im Brauhaus an der Tagesordnung. Für Frank Römer hat Perz eine Menge Respekt: „Es gehört schon Mumm dazu, gegen einen ehemaligen Profiboxer anzutreten.“