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Champions League-Finale: Duell der Giganten in Hartplastik

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Foto: Christopher Arlinghaus
Die Fanclubs „Die Elche“ und „Bergische Jungs“ haben das Champions-League-Finale Bayern München gegen Borussia Dortmund vorweg genommen: Sie trugen es im Jugend- und Kulturzentrum Q1 am Kickertisch aus.  Von
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Es ist nicht irgendein Spiel. Nein. Es ist das Duell der Giganten: Bayern München gegen Borussia Dortmund. Nicht auf dem Platz. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat die Kontrahenten an den Tisch gebracht – quasi als mentale Vorbereitung auf das Spiel am heutigen Samstagabend in London. Willi Neßeler (55) vom Bayern München Fanclub Die Elche und Noel Friede (24) vom Dortmunder Fanclub Bergische Jungs zeigen, was sie am Kickertisch so drauf haben.

Das Fernsehen fehlt leider an diesem Abend im Jugend- und Kulturzentrum Q 1. Aber eine Meute von Anhängern beider Clubs hat sich um das Tischfußballgerät versammelt, um ihre beiden Vorsitzenden anzufeuern: mit Fan-Gesängen, Bannern und Torjubel. Es spielen schwarze Männchen – die Elche überlassen sie großzügig den Dortmundern – gegen blaue.

Und – Anpfiff. Die Kugel wandert im rasanten Tempo zwischen den leicht ramponierten Figuren aus Hartplastik hin und her. Aber nur ganz kurz. Neßeler, ein groß gewachsener Mann mit Autogramm von Thomas Müller auf dem Trikot, versenkt den Ball mit Schmackes und sattem Knall im Tor des Dortmunder Gegners. Jubel, noch ein wenig zurückhaltend aufgrund des Überraschungseffekts, bei den Fans im roten Sporthemd. Und es geht zack, zack weiter: zwei zu null, drei zu null. Die Roten werfen die Arme in die Höhe. „Ich wünschte, es wäre Samstagabend“, ruft Andreas Ferrenberg, genannt Ferry, enthusiastisch. Ab diesem Moment müsste BVB-Friede in HB-Männchen-Form sein. Doch er bleibt ruhig, ist genauso mucksmäuschenstill wie die gelb-schwarzen Zuschauer am Tischrand. Es wirkt ein bisschen, als seien die Dortmund-Fans ins Herz getroffen.

Die Wunsch-Aufstellung der Fanclubs 

Doch der konzentrierte Blick von Friede zeigt, er hat nur eins im Sinn: Wie bekomme ich die verflixte Kugel in den Kasten? Erst lässt er den Ball in seiner Mittelreihe die Kreise ziehen. Einen Granatenbandenschuss kann der Bayern-Keeper noch abwenden, aber den Abpraller schnappt sich der Rechtsaußen „Kuba“ Blaszczykowski, passt zu Mittelstürmer Großkreutz, der klemmt die Kugel zwischen Füßen und Spielfeld ein, wackelt hin und her und platziert den Ball mit einem explosionsartigen Schuss punktgenau im Bayern-Tor. Es folgt ein weiterer Volltreffer, gefühlte Geschwindigkeit 60 Stundenkilometer, diesmal geschossen vom Torwart, alias Roman Weidenfeller.

Denn die Hartplastik-Püppchen sind im Eifer des Gefechts längst zu Schweinsteiger, Götze und Co geworden, auch wenn die Gesichter alle gleich aussehen.

Doch Neßeler legt immer wieder nach. „Superball, Superball, he, he“, johlen die Bayern. „Ich brauche ein Sauerstoffzelt“, ist zu hören. Schulter an Schulter wie auf den Stehplatzrängen im Stadion wogt die Menge,verrenkt sich die Hälse und beäugt die Künste der beiden Vorsitzenden – Champions League-Stimmung am Quirlsberg. Der Sound, den der Ball beim harten Auftreffen auf die Holzplatte im Tor produziert, ist laut, ziemlich laut. Es knallt wie auf einem Schießstand der Schützen.
Es steht jetzt neun zu sechs. Nun kann die entscheidende Szene kommen, die das Spiel beendet. Und die Bayern haben die Kugel. Sie hängt an den Füßen der Neßeler-gelenkten Stangenkicker. So lange, bis sich plötzlich eine Lücke auftut im verzweifelten Bemühen des Gegners, das Mittelfeld „dicht“ zu machen.

Durch diese Lücke muss er kommen, der alles entscheidende Pass. Und er kommt. Es macht Knall. Die Elche freuen sich über den Sieg. Die Bergischen Jungs sind geschockt. Aber nur einen Moment lang. „Das ist ja nur die Generalprobe gewesen“, gibt sich Marco Gruber optimistisch.

Abordnungen beider Fanclubs fahren jedenfalls hochgestimmt über den Kanal. Sie sind in London live dabei: im Wembley-Stadion und in Pubs.

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