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Champions League-Finale: Freude über den Sieg bei Bayernfans

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Die BVB-Anhänger waren zwar in der Mehrzahl, das Ergebnis des Champions-League-Finales beeinflusste das aber nicht. BIlder: Tobias Höller Foto: Höller
Im Gasthaus Wermelskirchen trafen sich Anhänger beider Mannschaften um das Champions League-Finale zwischen Bayern und Dortmund zu verfolgen. Dabei wurden auch Erinnerungen an frühere Spiele der Borussia wach.  Von
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Udo Wermelskirchens „echte Liebe“ gehört dem BVB. Trotzdem zeigt er in seinem Bensberger Gasthaus für gewöhnlich keine Fußballspiele. Zu sehr würde das dem Geschäftsbetrieb in die Quere kommen. Ausnahme: der vergangene Samstag. Zusammen mit seinem Kumpel Uwe Kraus, selbstverständlich auch BVB-Fan, hat er den Gastraum für das Champions-League-Finale in Wembley zwischen Borussia Dortmund und Bayern München umdekoriert. Schals baumeln von den Wänden, Wimpel zieren die langen Tische, und kaum ein Gast ist ohne Fan-Kluft gekommen.

Da vor allem Freunde und Familie der Gastgeber gekommen sind, wundert es kaum, dass die Farben Schwarz und Gelb das Bild dominieren. Aber auch ein paar von den roten sind gekommen. Uwe Kraus erklärt sich die Mehrzahl an BVB-Fans jedoch eher damit, dass die Dortmunder „einfach sympathischer“ seien und ja auch aus der Nähe kommen. Die wenigen Bayernfans sitzen natürlich trotzdem bei ihren Familien – so durchmischt sind die Fan-Blöcke normalerweise nicht. Auf zwei Fernsehern wird geschaut, damit der gesamte Platz im Restaurant ausgenutzt werden kann. Während des Spiels versuchen drei freundliche Kellnerinnen die Gratwanderung zwischen immer vollen Kölschgläsern und freiem Blick für die Gäste.

Udo Wermelskirchen und Uwe Kraus waren auch beim bislang letzten gewonnenen Finale von Dortmund dabei, 1997 im Münchener Olympiastadion gegen Juventus Turin. Ihren Verein feuerten sie auch bei jenem Fußballkuriosum an, das unter dem Namen „Torfall von Madrid“ in die Fußballhistorie einging. Dortmund spielte als Titelverteidiger gegen Real Madrid – allerdings mit 76 Minuten Verzögerung, zur allgemeinen Verwirrung musste ein umgefallenes Tor ersetzt werden. „Wir wussten nicht, was los ist, und mussten erst zu Hause anrufen, um zu erfahren, dass es nicht so bald weitergeht“, berichtet Udo Wermelskirchen.

Dem Titelverteidiger BVB bescherte der Torfall kein Glück. Das Moderatorenpaar Marcel Reif und Günther Jauch, das gezwungenermaßen die Live-Berichterstattung über eineinhalb Stunden ausdehnen musste, erhielt für Sätze wie „Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan“ den Bayrischen Fernsehpreis. Ähnlich könnte man die erste Halbzeit dieses Finalspiels beschreiben – es ist zwar einiges los auf dem Platz, ein Tor fällt aber nicht, so dass die Gäste das Halbfinale für eine unaufgeregte Mahlzeit nutzen. In der zweiten Hälfte kocht die Stimmung dann: Der Bayernspieler Mandzukic macht die Sache eine halbe Stunde vor Abpfiff spannend – 1:0 für den FC Bayern, Jubel aus zwei Ecken des Gasthauses, ernste Mienen bei den Schwarz-Gelben. Zwar kann Gündogan per Foulelfmeter zehn Minuten später ausgleichen, aber kurz vor Spielende ist klar: Der Münchener Club gewinnt die Champions League und damit den Henkelpokal. Im Gasthaus Wermelskirchen liegen sich daher nur die wenigen Bayernfans erleichtert in den Armen.

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