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Deutsches Rotes Kreuz: Wissen, das Leben retten kann

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Foto: Diethelm Nonnenbroich
Bei fast 40 Prozent der deutschen Bevölkerung liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück. Das Deutsches Rotes Kreuz vermittelte in der Rhein-Berg-Galerie einfache Erste-Hilfe-Techniken.  Von
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Hand aufs Herz: Wer weiß wirklich noch, wann er das letzte Mal einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert hat – und ob er einer verletzten Person helfen kann? Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat diese Fragen europaweit rund 3000 Personen gestellt. Ergebnis: Bei fast 40 Prozent der deutschen Bevölkerung liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs mehr als zehn Jahre zurück. Und rund 20 Prozent können eine Wiederbelebung nicht richtig durchführen.

Grund genug für die Mitarbeiter vom DRK, am Samstag an verschiedenen Orten im Rheinisch-Bergischen Kreis Passanten anzubieten, ihr Wissen aufzufrischen. Praktische Handgriffe wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung konnten an Puppen trainiert werden. Auch in der Rhein-Berg-Galerie hatte das DRK-Team einen Stand aufgebaut.

Die Besucher waren zögerlich, schnell war klar: Die Hemmschwelle ist groß. Das ist generell ein Problem für die Erste Hilfe. „Die Leute haben Scheu und denken, sie könnten etwas falsch machen“, sagte Svenja Küppers vom DRK. Dabei sei beherztes Eingreifen wichtig.

Martina Kleinpeter machte es vor. Sie arbeitet seit acht Jahren beim Familienbildungswerk des DRK und hat schon unzählige Erste-Hilfe-Kurse geleitet. An der Puppe führte sie vor, wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung funktioniert: erst Kopf überstrecken, dann die Handballen übereinander auf den Brustkorb legen und ihn 30-mal nach unten drücken, anschließend zweimal eine Atemspende geben. Dass der Ersthelfer dem Verletzten dabei die Rippen brechen muss, ist ein Gerücht und gar nicht zwingend notwendig. „Das kann passieren“, sagt Kleinpeter, „aber da das Rippengerüst durch Knorpel mit dem Brustbein verbunden ist, sollte es die Bewegung eigentlich zulassen.“ Ein älterer Herr schaute sich die Vorführung interessiert an: „Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs ist 35 Jahre her“, erzählte er, „ich weiß es noch ungefähr, aber das Handling, also wie man die verletzte Person anfasst, müsste ich auffrischen.“

Auch einen Blutspendebus hatte das Deutsche Rote Kreuz am Samstag organisiert. In Nordrhein-Westfalen werden pro Tag 3000 Blutbeutel benötigt, erläuterte Svenja Küppers. „Es ist schon schwer, Neuspender zu gewinnen“, bedauerte sie, „aber wenn man es einmal gemacht hat, macht man es immer wieder. Man investiert eine Viertelstunde Zeit und hat etwas Gutes getan.“

Die Kleinen hatten an dem Stand ihren Spaß: Sie konnten malen oder Rettungswagen basteln. So wurden sie spielerisch an das Thema herangeführt.

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