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Eröffnung: Herzblut im Zwölferpack

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Foto: Christopher Arlinghaus
Das „Bauoffice“ an der Buchmühle ist für zwölf Firmen Netzwerk, Aushängeschild und Begegnungsraum. Das denkmalgeschütze Fachwerkensemble an der Buchmühle steht seit über 300 Jahren in der Stadtmitte.  Von
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Das Fachwerkensemble an der Buchmühle, schräg gegenüber vom Eingang der Volkshochschule, ist ein vertrauter Anblick, immerhin steht das denkmalgeschützte Gemäuer seit über 300 Jahren in der Stadtmitte. Neu und überraschend aber ist das, was im Inneren des Hauses geschehen ist: Hier residiert das „Bauoffice – Erlebnisraum Architektur“ unter der Federführung von Architektin Lisa Wendling, am Samstag feierten die Mitglieder der Werbegemeinschaft mit rund 300 Gästen die Eröffnung und stellten stolz die frisch umgestalteten Räume im Erd- und im Obergeschoss vor. Wendling: „Was wir hier machen, ist eine Kombination aus Schauraum und Treffpunkt, wir sind derzeit zwölf Firmen, die ihr Handwerk mit großem Engagement betreiben.“ Im Erdgeschoss befindet sich künftig das Büro, in Regie von Christine Kirsch Anlaufstelle für Kunden, die vielleicht einen Neubau errichten möchten, vielleicht ein neues Bad oder eine größere Küche brauchen oder frisch streichen lassen möchten. Die Philosophie des Bauoffice ist es, Kunden alles aus einer Hand anzubieten, sofern das gewünscht ist.

Die aus Bergisch Gladbach stammende Architektin Lisa Wendling hat die Idee schon länger mit sich herumgetragen: „Seit 25 Jahren bin ich selbständig, und natürlich habe ich inzwischen meine Favoriten, Firmen, die sehr gute Arbeit leisten, die etwas Besonderes machen möchten und mit denen man kreativ arbeiten kann. Auf der Baustelle ziehen dann alle an einem Strang und das Ergebnis ist überzeugend.“

Doch nicht nur die Werbung und die Kundenberatung hatte das Team im Sinn, der Erlebnisraum Architektur soll durchaus mehr sein, nämlich ein schön gestalteter Ort für Begegnung und Diskussion, in dem über Architektur gesprochen wird, in dem Filme gezeigt werden oder „Stadtgespräche“ stattfinden. Wendling: „Deshalb habe ich Doro Corts mit ins Boot geholt, die mit ihrem Wissen und ihren Kontakten hier eine Schnittstelle zwischen Architektur und Kunst herstellen kann.“ Eifrig die großformatigen Flyer für die Eröffnung faltend, schildert Wendling strahlend, wie gut das Team zusammengearbeitet habe, um die Räume in dem alten Fachwerkhaus schön und modern zu gestalten. So sei unter den freiliegenden Giebelbalken eine Seite in sehr warmen, gemütlich wirkenden Tönen gehalten, die gegenüberliegende in kühleren Farben, die eher für Arbeitssitzungen geeignet seien. „Aber sehen Sie bloß mal, wie schief das kleine Fenster in der Wand hängt und welch ein schöner Kontrast das ist.“ Die Architektin, die vor gut zehn Jahren noch ihr eigenes Büro in dem Fachwerkensemble hatte, ist sichtlich begeistert von der Kombination aus modernsten Materialien und Technik mit uralten Mauern, Fenstern und Balken.

In der Küche öffnet derweil Christine Kirsch den Hahn und zapft sich ein frisches Sprudelwasser. „Filtertechnik und Kohlensäure-Kartuschen“, erklärt sie das Geheimnis des Sprudels direkt aus der Leitung. In der Badzeile, die ebenfalls zur Präsentation gehört, ist von herkömmlichen Wandfliesen nichts mehr zu sehen, modern sind Wandbeläge im Riesenformat, die sich auf Maß zuschneiden lassen, und natürlich ein Waschtisch mit aufgesetztem Waschbecken. „Für unser Projekt ist es ganz gleich, ob sich eine kleine oder eine große Firma beteiligt, aber es muss auf alle Fälle Herzblut in der Arbeit stecken“, sagt Lisa Wendling und fügt hinzu, dass der Jüngste im Team erst 25 sei, der Älteste an die 60 Jahre alt.

Erste Kunstwerke hat der Erlebnisraum Architektur bereits vorzuweisen, sie sind Leihgabe der Galerie Sattelgut. Das soll nur der erste Schritt sein, den Architekturraum lebendig zu machen.

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