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Gewerbe: Ein totes Gleis in der Innenstadt

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Am Donnerstag rollte der letzte Zug ins Gewerbegebiet Zinkhütte.  Foto: Roland U. Neumann
Für die Firma Metsä Board Zanders kommt nur noch die Kohle mit dem Güterzug ins Werk Gohrsmühle. Da die Firma der einzige Nutzer der Bahntrasse ist, wird diese quasi stillgelegt.  Von
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Der vorerst letzte Zug über den Bahndamm ins Gewerbegebiet Zinkhütte rollte am 20. Dezember. Hardy Winter, der Logistchef bei Metsä̈ Board Zanders GmbH, bestätigte am Freitag im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass keine Züge mehr in die Zinkhütte rollen. „Angesichts der geringen Mengen lohnt es sich nicht mehr“, sagte er.

Metsä̈ Board Zanders ist der einzige Nutzer der Bahntrasse. So wird die Trasse faktisch stillgelegt. Winter: „Aber wir werden sie weiter in Stand halten, denn das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.“
Zellstoff, Container und Kohle werden von Zanders bislang über die Schiene transportiert. Zellstoff und Kohle rollen über den Driescher Kreisel ins Werk, die Container über den Bahndamm. Wie es aussieht, wird ab 1. Januar nur noch die Kohle per Güterzug transportiert. In den Verhandlungen habe sich gezeigt, dass für Zellstoff und Container Lastkraftwagen die preiswertere Lösung seien. Winter: „Früher waren es bis zu 300 000 Tonnen Zellstoff, die wir jährlich in der Fabrik brauchten, jetzt sind es 40 000 Tonnen.“ Allerdings hofft Winter – „ich bin grundsätzlich dafür, möglichst viel über die Schiene abzuwickeln“ –, mit einem Paketpreis wieder zurück auf die Schiene wechseln zu können. Verhandelt wird über ein Paket für Zellstoff, Container, Kohle und auch Papierrollen. „Wenn das klappt, dann wird der Zug auch wieder in die Zinkhütte rollen.“ Die Schienen würden jedenfalls weiter gewartet und in Betrieb gehalten.

Wenn die Nachfrage im Werk steigt und als Folge die Lieferpreise der Bahn fallen, würden auch wieder Güterzüge rollen. Frank Eschenauer, Betriebsratsvorsitzender bei Zanders: „Ich bin nach wie vor vorsichtig optimistisch, dass wir den Papierpark auf die Beine stellen können.“ Dabei ist geplant, mehrere voneinander unabhängige Unternehmen der Papierbranche in Bergisch Gladbach anzusiedeln. Im Zentrum dieser Idee steht die gemeinsame Nutzung des Heizkraftwerkes. Das Kraftwerk läuft derzeit auf Sparflamme – die Kapazität wird bei weitem nicht ausgenutzt. Eschenhauer: „Der Papierpark ist nach wie vor die Perspektive für das Bergisch Gladbacher Werk.“

Lastkraftwagen-Spediteure haben den Vorteil, sehr flexibel auf Bestellungen reagieren zu können. Allerdings werden sie sich durch das Bergisch Gladbacher Stadtgebiet quälen müssen, dessen Verkehrsnetz chronisch überlastet ist. Für ein Unternehmen ist der Stau allerdings kein Argument. Da zählt, was es kostet, den Zellstoff von einem der Binnen- oder Seehäfen nach Bergisch Gladbach zu bringen.

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