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Jubiläum: Nicht nur bei Kindern beliebt

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Das Spielzeuggeschäft "Der Rabe" wird 25. Foto: Christopher Arlinghaus
Das Spielzeuggeschäft "Der Rabe" in der Bensberger Fußgängerzone wird 25 Jahre alt. Inhaber Georg Engelen vergleicht sein Geschäft, das er zusammen mit Cristina Steffen führt, gern mit einem Dinosaurier.  Von
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So wie hier muss es im Paradies ausgesehen haben. Zumindest für Kinder: Bauklötze, Kugelbahnen und Eisenbahnen aus Holz, Wackelenten und Kasperlepuppen, rosafarbene Kleider für Prinzessinnen, Puzzles und Spiele. An der Decke hängen bunte Mobiles, Windspiele und Lampen. Seit 25 Jahren betreiben Cristina Steffen und Georg Engelen das Spielzeuggeschäft „Der Rabe“ in der Bensberger Fußgängerzone.

„Man kann uns mit einem Dinosaurier vergleichen: einem Überlebenden einer nicht mehr existierenden Welt“, sagt Engelen. Wurde doch der tradierte Spielwarenhandel in den 1980er Jahren weitgehend aus den Innenstädten verdrängt – zugunsten großer Einkaufsketten mit Großflächenkonzepten und aggressiven Preisen auf der grünen Wiese. Auch der Vertrieb über das Internet schmälerte den Umsatz des traditionellen Spielzeugfachhandels. Geblieben sind nur einige wenige Nischenläden, die etwa Holzspielzeug anbieten, aber keine kompletten Sortimente.

Einer von ihnen ist „Der Rabe“. Hier gibt es keine Barbies und keine Billig-Plastik-Waren aus Fernost, keine Spielekonsolen und Computer-Spiele. Dafür liegt der Geruch von Holz in der Luft. „Die meisten Sachen sind aus natürlichen Materialien, haben einen hohen Spielwert, sollen Spaß machen und die Fantasie der Kinder anregen“, sagt Cristina Steffen. So sucht man zum Beispiel Puppen, die sprechen oder Geräusche von sich geben, vergebens: „Das soll sich ja im Kopf der Mädchen abspielen.“ In dem raumhohen Regal sitzen deshalb 362 verschiedene Puppen, die zwar stumm sind, aber trotzdem die Mädchenherzen höher schlagen lassen: Manche haben rosa Schleifchen im Haar, tragen schwarze Lackschühchen oder Wintermäntel mit Pelzkragen.
Angefangen haben die Sozialpädagogin Steffen und der Objektberater Engelen mit Kinder- und Jugendbüchern in einem winzigen Ladenlokal in der Gartenstraße. Die Geschäftsidee: alle Bücher selbst lesen, um gute Empfehlungen abgeben zu können. Angetrieben durch die Nachfrage der Kunden erweiterte das Paar sein Sortiment zwei Jahre später mit hochwertigem Spielzeug, zog dreimal innerhalb der Schlossstraße in größer werdende Ladenlokale um, zuletzt 2011 in die Hausnummer 76. Vor vier Jahren eröffneten die Inhaber sogar eine zweite Filiale auf der Dürener Straße in Köln. Das Erfolgsrezept ist geblieben: Auch die Spielsachen und Spiele werden selbst getestet.

Die drei Mitarbeiter machen bei der Auswahl mit. Alle 14 Tage gibt es eine Konferenz: Was nicht zum Laden passt, fliegt aus dem Programm. „Ich bin mir sicher, hier gute Qualität und eine gute Beratung zu erhalten“, sagt eine Kundin, die auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken für ihre beiden Jungen ist. Liebling der kleinen Konsumenten ist immer noch die Holzeisenbahn – sie überstand jede Mode und jeden Trend. Im Geschäft ist sie immer umlagert. „Auch die Väter stehen mit leuchtenden Augen davor“, erzählt Engelen. Dieser Anblick freue ihn besonders: „Es ist schön, wenn sich Erwachsene die Freiheit nehmen, zu spielen“, findet der 59-Jährige. Das Kind in sich zu bewahren, bedeute neugierig und begeisterungsfähig zu bleiben.
Engelen macht es seinen erwachsenen Kunden vor. Er wird nicht müde, einen aus Holzteilen zusammengesteckten und mit Motor versehenen Dinosaurier immer wieder in Bewegung zu versetzen.

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