Bergisch Gladbach
Nachrichten, Bilder aus Bergisch Gladbach

Vorlesen
2 Kommentare

Müll: Abfall verschandelt Fußgängerzone und Gleise

Erstellt
Verheerend sieht es nicht nur in den Bahngleisen in Bergisch Gladbach aus. Auch in der Fußgängerzone gibt es viel Unrat. Foto: Roland U. Neumann
Die neu verlegten Betonsteine in der Fußgängerzone in Bergisch Gladbach sind mit Flecken übersät und auch die Kippen landen neben den aufgestellten Mülleimern.  Von
Drucken per Mail
Bergisch Gladbach

Eher monoton wirken die neuen grauen Betonpflastersteine in der Fußgängerzone – zumindest aus der Ferne betrachtet. Aus der Nähe besehen kann jedoch von Eintönigkeit keine Rede sein: Wie ein Teppich aus Konfetti sieht der Belag aus, ein ausgespuckter Kaugummi neben dem anderen. An manchen Stellen wie rund um die Rhein-Berg-Galerie, wo das Pflaster schon ein knappes Jahr liegt, sind die fiesen Biester gar nicht mehr zu zählen. Ergänzt wird der Flickenteppich aus weißen, rosafarbenen und schwarzen Flecken durch ausgetretene Zigarettenkippen.

Dabei gibt es genug Abfalleimer. Erst kürzlich sind die neuen eisernen Behälter in der Fußgängerzone und ihren Nebenstraßen aufgestellt worden, 30 an der Zahl. Das Design wurde mit dem Bonner Landschaftsarchitekten Gunter Fischer abgestimmt, nach dessen Entwurf die Fußgängerzone gestaltet wird. Auf den runden, etwas schräg stehenden Deckeln drücken viele Raucher ihre Zigaretten aus. Bei Regen oder Wind geraten die Stummel leicht ins Rutschen und landen als unansehnliche Haufen davor auf dem Boden – 25 aufgeweichte Kippen sammeln sich am Dienstag vor dem anthrazitfarbenen Mülleimer in der Poststraße. Auf der Abdeckung bleibt die Asche als schmieriger Film zurück.
„Warum werden die Straßen so versaut? Die Menschen haben einfach keinen Respekt“, ärgert sich ein Passant. Damit der für Glimmstängel vorgesehene schmale Einwurfschlitz an der Seite besser als solcher zu erkennen ist, will die Stadtverwaltung jetzt entsprechende Hinweisschilder anbringen. „Wir hoffen, dass dann eine Besserung eintritt“, sagt Stadtsprecher Martin Rölen.

Zäher gestaltet sich aus Sicht der Verwaltung das Problem der breit- und festgetretenen Kaugummis. „Die klebrigen Reste sind nur unter großem Aufwand zu entfernen“, weiß Rölen. Hochdruck etwa habe sich als unwirksam erwiesen. Stattdessen müsse jeder Kaugummi einzeln mit speziellen Geräten beseitigt werden, die die Stadt nicht besitze. Die Kosten seien enorm. Deshalb müsse auf den regelmäßigen Einsatz solcher aufwändiger Reinigungsverfahren verzichtet werden.

Also lieber verhindern, dass der zähe Ärger den Gehweg erreicht? „Jemanden gerade dann zu erwischen, das ist reiner Zufall“, sagt Rölen. 20 Euro Bußgeld pro Kaugummi sind fällig. Das gleiche gilt für weggeschnippte Zigarettenkippen.
Dass die glatten Betonsteine Probleme bei der Reinigung aufwerfen würden, sei im Vorfeld als Nachteil erkannt worden. Die Vorteile wie das Verschwinden der Stolperfallen und die leichte Räumung bei Schneefall hätten überwogen, erläutert Rölen. Zurzeit wird das letzte Stück Kopfsteinpflaster am Trotzenburgplatz ausgewechselt. Im Frühjahr sollen die Arbeiten dort abgeschlossen sein. Dann fehlt zu guter Letzt noch die Fläche vor dem Einkaufszentrum Löwen-City-Center.

Der Bahnhof als Entree in die Stadt gibt schon seit vielen Wochen kein gutes Bild ab: Die Bahngleise gleichen einer Müllhalde. Die wartenden und aussteigenden Fahrgäste der S-Bahnlinie 11 blicken auf ein Meer von Dosen, Essensverpackungen, Plastiktüten, Pappbechern, Flaschen und anderem Unrat.

Die Deutsche Bahn verspricht gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ Abhilfe. „In Kürze wird das Gleisbett gereinigt“, sagt ein Sprecher aus Düsseldorf. Der Aufwand sei groß, weil für die Zeit der Säuberung Sicherheitsposten eingesetzt werden müssten. Die Bahnsteige selbst würden dreimal in der Woche grob, also mit dem Besen, und einmal in der Woche fein mit Maschinen gereinigt.

Auch interessant
Anzeige
Umfrage - Kunstorte

Mehrere Initiatoren wollen in Bergisch Gladbach ein Kultur-Netzwerk gründen und rufen alle Interessierten auf, mitzumachen. Eine ihrer Thesen: Die Kunstorte in Bergisch Gladbach seien zu wenig vernetzt, wer gemeinsam plane und auf sich aufmerksam mache, sei stärker. Stimmen Sie der Einschätzung zu?

FACEBOOK
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen