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Orchester: Verzögerungen saßen perfekt

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Spielten fröhlich und sehr gekonnt im Bergischen Löwen: die Junge Philharmonie aus Lviv. Foto: Privat
Beim traditionellen Neujahrskonzert im Bergischen Löwen war dieses Mal alles anders: Statt der Stammgäste aus Weißrussland wurde die Junge Philharmonie Ukraine Inso auf die Bühne gebeten. Die Musiker aus Lviv konnten das Publikum mit gekonnten Verzögerungen überzeugen.  Von
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Alle Jahre wieder … wird der Jahreswechsel im Bergischen Löwen mit einem großen Neujahrskonzert gefeiert. In diesem Jahr war aber doch alles anders: Statt der Stammgäste aus Weißrussland hatte der Intendant der Reihe, Georg Mais, die Junge Philharmonie Ukraine Inso auf die Bühne gebeten.

Die kommen aus Lviv, der wichtigsten Stadt in der Westukraine. Die Stadt gehörte von 1772 bis 1918 als Lemberg zu Östereich-Ungarn. Somit befanden sich die Musiker mit dem Programmschwerpunkt um Johann Strauß sozusagen noch fast auf heimischem Boden.

Unter ihrem Dirigenten Juri Berwetzki konnten die jungen Musiker durchaus beeindrucken. Ihr Stil ist viel wienerischer als der ihrer auch gern gehörten Vorgänger, die eher zackig und militärisch aufspielten, aber in diesem Jahr nach der jahrzehntelangen Tradition angeblich Schwierigkeiten mit der Ausreise-Genehmigung bekommen hatten.

Die jungen Ukrainer spielten also fröhlich und sehr gekonnt, brachten sogar die Gesangspartie im „Ägyptischen Marsch“ gut über die Bühne.

Ihr Dirigent arbeitete überzeugend mit dem Zeit-Management und kostete die kleinen Überraschungen in der Musik genüsslich aus. Die kleinen Verzögerungen im Walzer-Rhythmus saßen perfekt, bei Brahms „Ungarischen Tänzen wurde sehr sensibel akzentuiert, alles perfekt eingeprobt.

Bei mancher spritziger Polka steckte die Spielfreude der jungen Musiker das Publikum sofort an. Mit der Sängerin Olga Miljuta kam eine Sopranistin auf die Bühne, die auch vorher schon mit den Weißrussen musiziert hatte.

Bei Bellinis „Casta Diva“ und Mozarts Zauberflöte (nein, nicht die erwartete Arie, sondern die andere Arie der Königin der Nacht) zeigte sie Intonations- und Koloratur-Sicherheit, aber bei Lehar und der Adele aus der Fledermaus begeisterte sie, die leichte Muse liegt ihr auch von der Bühnen-Präsenz her noch mehr als die schwierigen Opern-Partien, für die ihr vielleicht auch etwas die Schwere und Dramatik fehlt. Das Publikum im ausverkauften Löwen konnte den Abend genießen, während weiter oben im Hause noch die Prinzengarde kontrollierte, ob denn auch die Uniformen so sind, wie sie sollen. Nach dem Konzert durfte man noch für einen guten Zweck spenden. Dieser Erlös war dann wieder für ein Waisenhaus in Weißrussland bestimmt.

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