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Schlossstrasse: Niemand sperrt mit Pollern ab

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Die Öffnung der Fußgängerzone in Bensberg ist umstritten. Foto: Christopher Arlinghaus
Einige Anwohner der Bensberger Schlossstraße klagen über Autoverkehr nachts und sonntags. Sie haben sich an Verwaltung und Politik gewandt, die SPD wird jetzt aktiv.  Von 
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Er bringt mehr Leben nach Bensberg in die Fußgängerzone – der Autoverkehr. Natürlich sind es die Kunden, die bequem vor den Geschäften parken können, mit denen die Ladeninhaber verstärkt rechnen. Seit mehr als einem halben Jahr fahren wieder Autos durch die Schlossstraße, die damit also keine reine Fußgängerzone mehr ist. Von Wendehammer zu Wendehammer wurde die Stecke als Einbahnstraße und verkehrsberuhigt zu bestimmten Zeiten für den Verkehr freigegeben. Doch mit den festgesetzten Zeit von 8 bis 20 Uhr an Werktagen klappt es nicht.

„Hier fahren auch nachts und sonntags reihenweise die Autos durch“, stellt Birgit Egenhofer fest, die in der Schlossstraße wohnt. Grund: Für die Poller, die zum Absperren beziehungsweise Öffnen der Straße fast täglich gesetzt oder entfernt werden müssen, fühlt sich niemand zuständig. Also bleibe der Poller neben einer Telefonzelle stecken, und die Schlossstraße sei rund um die Uhr für den Verkehr frei.

Belästigt werden die Bewohner der Schlossstraße nachts und am Wochenende nicht nur von durchfahrendem Verkehr, sondern auch von Autos, die ein- und ausparken. Birgit Egenhofer und ihr Mann wandten sich an das Ordnungsamt der Stadt Bergisch Gladbach. Sie klagten über den nächtlichen Lärm und baten darum, die Verwaltung möge sich um ein geregeltes Absperren der Straße kümmern.

„Schockiert“ sind die beiden Anwohner, wie Birgit Egenhofer sagt, über die Reaktion des Ordnungsamtes. „Sie wohnen nicht auf der grünen Wiese“ und es sei ein Wohnungswechsel empfohlen worden, wenn es ihnen dort nicht mehr gefalle, zitiert die Bensbergerin aus dem Schreiben der Stadt. Diese Haltung bestätigte Bürgermeister Lutz Urbach in einem Schreiben an Birgit Egenhofer. Darin stellte er sich vor seine Mitarbeiterin vom Ordnungsamt und schrieb: „Dass Sie nicht auf der grünen Wiese wohnen, ist eine Tatsache. Und die Empfehlung des Wohnsitzwechsels war sicher ein gut gemeinter Rat.“ Der Anwohnerin ist klar, dass sie mitten in Bensberg wohne: „Es ist zentral, aber nach Geschäftsschluss in der Regel ruhig. Wir möchten doch nur, dass die Durchfahrtzeiten auf der Schlossstraße eingehalten werden.“

Mit dem Schriftwechsel und ihrem Wunsch wandte sich Egenhofer daraufhin an die Ratsfraktionen. Die SPD wird nun aktiv. „Die Verwaltung muss den Sachverhalt prüfen und der Politik erklären, ob es umzusetzen ist, oder nicht“, erklärt Fraktionschef Klaus Waldschmidt. Dazu werde die SPD-Fraktion einen Antrag zum nächsten Verkehrsausschuss stellen. „So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Hinzu kommt, dass viele Autofahrer zu schnell fahren“, sind sich die SPD-Landtagsabgeordnete Helene Hammelrath und Michael Zalfen, SPD-Bundestagskandidat, einig. „Die Verwaltung soll nachweisen, wie vorgegangen wird, um das Absperren einzuhalten. Sonst werden wir die Schließung der Schlossstraße fordern“, kündigte Zalfen an.

Bisher sollte ein Geschäftsmann der Schlossstraße den Spezialschlüssel für den Poller gehabt haben. „Die Vereinbarung mit ihm hat sich zerschlagen“, erklärte dazu Stadtsprecher Martin Rölen. „Wir suchen nach einer neuen Lösung und bitten dafür um Geduld.“

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Doris Richter
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