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Soloprogramm: Linzenich "kommt heiter weiter"

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Mit einer freundlichen, offenen Art kommt Ferdinand Linzenich gut durchs Leben.  Foto: Christopher Arlinghaus
In seinem neuen Soloprogramm „Heiter kommt weiter“ erklärte Ferdinand Linzenich, wie er wurde, was er ist. Seinen Text für das Programm lernte er ganze zwei Monate lang auswendig.  Von
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Viele Monate schrieb er gemeinsam mit Thomas Brückner an dem neuen Programm. Weitere zwei Monate lernte er den Text auswendig, feilte an der Darstellung und studierte die von Didi Hamann arrangierten Lieder ein. „Heiter kommt weiter“ heißt das neue Programm von Ferdinand Linzenich. Sein kabarettistisches Glaubensbekenntnis präsentierte er nun im ausverkauften Bergischen Löwen: zweieinhalb Stunden kurzweilige, amüsante und abwechslungsreiche Unterhaltung. Nach der Premiere am Freitag folgten weitere Vorstellungen am Samstag und Sonntag.

Mit einem großen Smiley, am langen Arm vor sich her gestreckt, betrat Linzenich die Bühne, nachdem er von Gottvater erweckt worden war. Wie es sich gehört, stellte er sich dem Publikum erst einmal vor, und zwar gründlich. Er sei 56 Jahre alt, sehe auch so aus, was selten sei bei Selbstständigen, die 16 Stunden pro Tag arbeiten würden. Er sei in seinem Geschäftsleben zwölfmal beklaut worden, habe 7000 Meetings besucht, 120 000 Powerpoint-Charts gesehen, ein Vermögen für Geschäftsessen ausgegeben und versicherte, dass die Selbstständigkeit in Deutschland genauso schwer sei, wie eine Schwangerschaft im Vatikan. So aufgeklärt, erhielt das Publikum von Linzenich einen tieferen Einblick in sein Leben, er legte dar, wie er zu dem geworden ist, was er ist.

Aus Freilandhaltung stammend, dachte er lange Zeit, Ferdinand Lassdas zu heißen, fühlte sich als Grundschüler von dem Türschild „1. Klasse“ verarscht und fand schließlich seine Bestimmung als Klassenclown. So irritierte er einen Lehrer, indem er immer wieder das Klassenzimmer betrat, nachdem er sich vorher aus dem Fenster davongestohlen hatte – und umgekehrt. Linzenich erzählte von seinem Onkel, der ihm die Politik anhand von zwei Kühen erklärte, und wie er das ganze katholische Programm durchgemacht habe, zum Messdienerbatallion eingezogen wurde, die Beichte als Visa-Formalitäten zur Einreise ins Paradies empfand und eine Ministrantensündentauschbörse einrichtete. Dabei bezeichnete er die Beichte als Kammerspiel mit spärlicher Beleuchtung und Fliegengitter.

Auch erklärte der 56-Jährige, wie ihm seine freundliche, offene Art helfe, das Leben zu meistern. So habe er durch eine persönliche Begrüßung eines Flugkapitäns einen Extraservice erfahren und werde nach verständnisvollem Flirten bei den Autovermietern bevorzugt behandelt. Außerdem erzählte er, wie er seinen Mitreisenden in einem überfüllten ICE einen magischen Nachmittag bescherte.

Mit Liedern und Sketchen lockerte Linzenich sein Solo-Programm auf. Er rappte, sang als Frau verkleidet, erzählte von einer Firma in Wummerskirchen und wie es dort auf Weihnachtsfeiern zugeht. Wortgewitzt war vor allem der Besuch in der Trotteria Imigranta Mista, mit Mekkaroni, einem Inderteller im Angebot, dem beschnittenen Brot für Abraham zum Zion-Kölsch und dem „wo willst du hin du“, den er schließlich zum Ende des Ganges schickte, ihn aber bat, keine rituellen Waschungen auf der Toilette durchzuführen, weil letztens die Feuerwehr deshalb kommen musste.

Seine Wiedergeburt wünschte sich Linzenich schließlich als My Ferdi Lady, doch dann fiel ihm im Schlussgebet noch eine bessere Lösung ein: Das Leben sollte mit dem Tod anfangen. So würde es von Jahr zu Jahr besser und würde schließlich mit einem Orgasmus enden.

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