Blankenheim
Nachrichten aus Blankenheim

Vorlesen
1 Kommentare

Ahrsteig: Wenig Interesse am Wanderweg

Erstellt
Zum Start des Erlebnistages auf dem Ahrsteig waren lediglich rund 50 Wanderer auf den Curtius-Schulten-Platz gekommen.  Foto: Johannes Puderbach
Der Erlebnistag auf dem Ahrsteig lockte am Sonntag gerade einmal 50 Interessenten an. Die Teilnehmer wanderten über eine elf Kilometer lange Strecke vom Blankenheimer Curtius-Schulten-Platz bis zum Freilinger See.  Von
Drucken per Mail
Blankenheim

Beim alljährlichen Aktionstag auf dem Ahrtalradweg strömen tausende Radfahrer aus dem ganzen Rheinland an die Oberahr. Ganz anders sieht es bei den Wanderern aus: Der Erlebnistag auf dem Ahrsteig lockte am Sonntagvormittag trotz großer Werbung in den Medien gerade einmal 50 Menschen an. Und das Trüppchen, das sich vom Blankenheimer Curtius-Schulten-Platz aus auf die lediglich elf Kilometer lange erste Etappe bis zum Freilinger See begab, bestand überwiegend aus Mitgliedern der örtlichen Eifelvereinsgruppe. Positive Auswirkungen auf den Fremdenverkehr waren nicht festzustellen.

Gefährliche Stellen entdeckt

„Wir sind die Strecke am Vortag schon einmal abgegangen“, berichtete der Blankenheimer Wanderwart Rolf Reetz. Dabei hatte man mehrere gefährliche Stellen entdeckt. So verläuft der Ahrsteig hinter Blankenheim zunächst auf dem Ahrtalradweg. Einheimische Radfahrer wissen, dass dort nach frostigen Nächten an manchen Stellen mit Glatteis zu rechnen ist. „Der Tunnel beim Forellenhof war eine einzige Eisfläche“, berichtete nun auch Reetz. Deshalb streute der Eifelverein diese Stelle ab.
Wenig später wechselt der Ahrsteig vom Ahrtalradweg auf den Ahrtalweg. Dieser Wanderweg bietet wunderbare Blicke vom Hang auf den Fluss. Allerdings führt dieser Weg über tausende Wurzeln. „Das sind gefährliche Stolperfallen“, sagte der Wanderwart. Dann verlässt der Ahrsteig schon den Flusslauf und führt auf die Höhe, wo am Freilinger See die erste Etappe endet.

Der Ahrsteig ist noch lange nicht fertig, im Herzstück rund um Altenahr klafft eine große Lücke. Grundbesitzer haben dort keine Zustimmung zu dem Vorhaben erteilt, den Weg über ihre Parzellen zu führen. Deshalb sind Touristikfunktionäre auf die Idee gekommen, den oberhalb von Altenahr liegenden Abschnitt als „Ahrsteig blau“ zu bezeichnen. Das Stück, das zum Rhein führt, nennen sie „Ahrsteig rot“.

Die zweite Etappe des blauen Ahrsteigs liegt auch noch größtenteils auf Blankenheimer Gemeindegebiet. Sie führt vom Freilinger See nach Aremberg. Auch diese Etappe ist lediglich elf Kilometer lang.

„In ungefähr drei Stunden sind wir am See“, meinte Heinrich Bertram, Vorsitzender der Eifelvereinsortsgruppe Blankenheim beim Start. Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, hatte sich der Eifelverein den Kleinbus der Gemeinde ausgeliehen, in den man unterwegs einsteigen konnte. Am Ziel hatte das Vereinskartell Freilingen Verpflegung und ein Unterhaltungsprogramm vorbereitet.

Hoffen auf mehr Touristen

Bevor sich die Wanderer auf den Weg machten, hielt der Bezirksvorsitzende des Eifelvereins, Kalls Bürgermeister Herbert Radermacher, eine kurze Ansprache. Er äußerte die Hoffnung, dass der Ahrsteig den Tourismus belebt. „Tourismusförderung ist Wirtschaftsförderung“, sagte er.

Bei einer Befragung von Hoteliers und Gastronomen im Kreis Ahrweiler wurden allerdings auch kritische Stimmen laut. Der Rotweinwanderweg reiche völlig, lautete zum Beispiel eine Meinung. Dieser bestens bekannte Wanderweg werde von älteren Gästen bevorzugt, meinte ein zweiter Gastronom. Es wurden aber auch Stimmen laut, die von zusätzlichen Touristen aus NRW ausgehen.

In Blankenheim hofft man, vom boomenden Tourismus im unteren Ahrtal zu profitieren. Aber dann muss man bei einem Erlebnistag vielleicht etwas mehr bieten als freien Eintritt ins Eifelmuseum.

Auch interessant
Abenteuer Haus
Serie
Haus Schröder

In unserer Serie "Abenteuer Haus - Freude, Frust, Skurriles" stellen wir interessante Häuser und deren Besitzer vor.

Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

FACEBOOK
Serie

Die Lokalredaktion besucht kleine Dörfer und Weiler und schaut, warum diese Ortschaften so l(i)ebenswert sind.

Meinungen
Kommentare

Die Redakteure und Mitarbeiter der Lokalredaktion äußern ihre persönliche Meinung zu Ereignissen im Kreis.

Kleinanzeigen