Die geplante Gesamtschule Blankenheim-Nettersheim kann wie erwartet im Sommer ihren Betrieb aufnehmen. Schon nach der Hälfte der Anmeldedauer wurden genügend Schüler für die neue Schulform angemeldet. Auch die anderen Kriterien für die Neugründung, wie zum Beispiel der Herkunftsort der Schüler, wurden erfüllt. Diese neue Schule wird erst die zweite Gesamtschule im Kreis Euskirchen sein, die erste befindet sich in Weilerswist.
„Bis einschließlich Samstag lagen 109 Anmeldungen vor“, berichtete der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann auf Nachfrage. Von diesen Kindern stammen 45 aus Nettersheim, 39 aus Blankenheim und 18 aus Dahlem. Aus diesen drei Kommunen zusammen sind es also 102 Anmeldungen. Ein Kriterium für die Genehmigung der Gesamtschule war, dass mindestens 100 Kinder aus diesen drei Gemeinden angemeldet werden. Kinder, die zurzeit noch in anderen Gegenden wohnen und im Sommer in die Eifel umziehen werden, dürfen nicht mitgezählt werden. Dies trifft zum Beispiel auf ein Kind aus Bonn zu.
Im Kreis Euskirchen wird es ab dem kommenden Schuljahr auch eine Sekundarschule geben. Die beiden Nachbarkommunen Mechernich und Kall wollen diese neue Schulform einführen. Geplant ist eine Schule mit zwei Standorten. In Mechernich sollen vier Züge eingerichtet werden, in Kall zwei. Beide Standorte würden mit dem fünften Schuljahr beginnen. Ein Abitur kann man an einer Sekundarschule, im Gegensatz zu einer Gesamtschule, nicht erwerben. In beiden Kommunen läuft das Anmeldeverfahren noch bis zum Ende dieser Woche.
Gemischte Schülerschaft
Ein weitere Voraussetzung für die Genehmigung der neuen Schule ist, dass die Schülerschaft heterogen zusammengesetzt ist. Es dürfen also zum Beispiel nicht nur Kinder mit Realschulempfehlungen angemeldet werden, sondern auch solche mit Haupt- oder Gymnasialempfehlung. „Aus Datenschutzgründen darf ich als Bürgermeister die Schulempfehlungen nicht kennen, sondern nur die Lehrer“, sagte Hartmann. Doch die zuständigen Pädagogen hätten ihm versichert, dass die Schülerschaft gemischt sei.
„Mir fällt der Großglockner vom Herzen“, meinte Hartmann, der ja vor zwei Jahren schon das Hin und Her um die Gemeinschaftsschule miterleben musste. Diese war zunächst genehmigt worden, diese Genehmigung war aber unter Druck einer Klage des katholischen Gymnasiums in Steinfeld wieder zurückgezogen worden.
Man habe nun in großer Gemeinsamkeit aller Beteiligten „einen Meilenstein für das Schulangebot der Region“ geschaffen, so der Bürgermeister. Und weiter: „Wichtig war es vor allem, dass die Eltern die neue Schule annehmen.“ Für die Zukunft zeigte er sich optimistisch. Denn die Erfahrung anderer Gesamtschulen würden zeigen, dass in den kommenden Jahren Schritt für Schritt mit steigender Zustimmung zu rechnen sei.
„Jetzt liegt noch viel Arbeit vor uns“, erklärte Hartmann. Als nächsten Schritt müssten Blankenheim und Nettersheim den gemeinsamen Schulzweckverband gründen. Da sei es zum Beispiel eine wichtige Entscheidung, ob die Schulgebäude an den Zweckverband übertragen werden oder im Besitz der Gemeinden bleiben. „Dieser Aspekt ist für Eltern zwar uninteressant, doch für die Kommunen geht es um hohe Summen. Alleine die Steuern können eine halbe Million Euro ausmachen“, erklärte er.
Vier Züge genehmigt
Auch die Frage der Verpflegung müsse endgültig geklärt werden. Wahrscheinlich werde das Mittagessen vom benachbarten Erholungsheim des Rhein-Erft-Kreises geliefert, das sich ebenfalls auf dem Blankenheimer Finkenberg befindet. Beim Tag der offenen Tür habe dieses Angebot große Akzeptanz gefunden.
Die Gesamtschule wurde von der Bezirksregierung mit vier Zügen genehmigt. Dies ergibt also eine Mindestschülerzahl von 100 und eine maximale Kapazität von 116 Kindern. „Genehmigungstechnisch passt die Zahl der vorliegenden Anmeldungen also optimal“, sagte Hartmann in bestem Bürokratendeutsch.
Fachleute rechnen damit, dass in den kommenden Tagen noch weitere Anmeldungen eingehen. Auch die Obergrenze der Schülerzahl könnte durchaus überschritten werden.



