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Schullandschaft: Keine Störmanöver der Konkurrenz

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Der Genehmigungsbescheid ist nun bestandskräftig. Die Gesamtschüler sollen zunächst im Blankenheimer Schulzentrum auf dem Finkenberg unterrichtet werden.  Foto: Johannes Puderbach
Der Genehmigungsbescheid zur Errichtung der neuen Schule ist nun bestandskräftig. Am kommenden Samstag, 8. Dezember, stellt sich die neue Gesamtschule beim Tag der offenen Tür im Blankenheimer Schulzentrum vor.  Von
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Die Gesamtschule Blankenheim/Nettersheim hat die vorletzte Klippe genommen: Der Genehmigungsbescheid zur Errichtung der neuen Schule ist nun bestandskräftig. Denn seit der Zustellung des Bescheides Ende Oktober durch die Bezirksregierung lief eine einmonatige Frist, binnen derer gegen die Genehmigung geklagt werden konnte. Diese Frist ist nun abgelaufen. „Es wurde keine Klage eingereicht“, berichtete auf Nachfrage Erwin Nelles, der stellvertretende Blankenheimer Verwaltungschef.

Im Laufe des Genehmigungsverfahrens hatten benachbarte Schulträger, die allesamt angehört wurden, ziemlich unterschiedlich reagiert. Manche, wie etwa die Gemeinde Hellenthal, beschlossen die Einrichtung der ersten Gesamtschule im Südkreis zu unterstützen. Andere, wie zum Beispiel die Stadt Bad Münstereifel, haben alle Fristen verstreichen lassen, ohne sich überhaupt zu äußern. Als hartnäckige Gegner traten vor allem die drei katholischen Privatschulen in der Region auf. Bis zuletzt erklärten das Hermann-Josef-Kolleg in Steinfeld, das Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden und das St.-Angela-Gymnasium in Bad Münstereifel, die neue Gesamtschule in Blankenheim und Nettersheim gefährde ihre eigene Existenz. Doch im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo die Steinfelder Salvatorianer mit ihrer Klage die damals geplante Gemeinschaftsschule zu Fall brachten, haben sich die Privatschulen nun mit der neuen Konkurrenz abgefunden.

„Dies ist das Produkt unserer intensiven Bemühungen im Vorfeld“, erklärte der Blankenheimer Bürgermeister Rolf Hartmann. So habe man Wert darauf gelegt, die katholischen Privatschulen an dem Moderationsverfahren zu beteiligen.
„Laut Ministerium hätten wir diese Schulen gar nicht anhören müssen“, so Hartmann weiter. Er sei auf jeden Fall froh, dass die Privatschulen auf taktische Störmanöver verzichtet hätten. „Wir streben weiterhin ein vernünftiges Miteinander an“, erklärte er.

Nur noch eine Hürde

Eigentlich müssten Blankenheim und Nettersheim im Nachhinein sogar froh sein, dass die Salvatorianer mit ihrer früheren Klage die Gemeinschaftsschule zu Fall brachten. Denn nur dadurch kam man überhaupt in die Situation, nun eine Gesamtschule einrichten zu können. „Nein, über diese Klage kann man auch heute nicht froh sein“, erwiderte Hartmann. „Denn durch diese Klage erlitten viele betroffene Eltern und Kinder eine schwere Enttäuschung.“ Richtig sei aber, dass man nun mit der Gesamtschule ein rechtlich und qualitativ besser abgesichertes Angebot habe.

Nun muss nur noch eine einzige Hürde genommen werden, damit die Gesamtschule im Sommer ihren Betrieb aufnehmen kann: Es müssen sich mindestens 100 Kinder aus den Kommunen Blankenheim, Nettersheim und Dahlem anmelden.
„Die Stimmung in der Elternschaft ist eindeutig pro Gesamtschule“, berichtete der Bürgermeister. Man habe in der Vergangenheit viele intensive Gespräche geführt. Die Elternschaft habe zum Beispiel bei der Entwicklung des Schulprofils mitgearbeitet. Dabei habe es auch „eine großartige Unterstützung seitens der Lehrerschaft“ gegeben.

Nicht nur Susanne Dahms-Steinert und Martin May, Leiter der Gesamtschulen in Weilerswist beziehungsweise Alsdorf, hätten kompetente Unterstützung geleistet, sondern auch bekannte einheimische Lehrer wie Evi Balduin von der Nettersheimer Hauptschule und Alexander Hack von der Blankenheimer Realschule.

Am kommenden Samstag, 8. Dezember, stellt sich die neue Gesamtschule von 10 bis 13 Uhr beim Tag der offenen Tür im Blankenheimer Schulzentrum Eltern und Kindern vor.
Unter dem Motto „Eine Schule für alle Kinder mit allen Abschlüssen“ gibt es zahlreiche Vorträge und Präsentationen. Und auch Hartmann wird wieder im Einsatz sein: Zunächst hält er am frühen Vormittag bei einer Gemeinderatssitzung in Ripsdorf seine Haushaltsrede, um dann ins Schulzentrum zu eilen, wo er gemeinsam mit seinem Nettersheimer Amtskollegen Wilfried Pracht die Besucher begrüßt.

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