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Bombenbauer: Spuren in rheinische Islamistenszene

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Polizisten untersuchen am 10.12.2012 am Hauptbahnhof in Bonn die Tasche mit der Bombe. Foto: dpa
Zwei der im Zusammenhang mit dem fehlgeschlagenen Bombenanschlag Verdächtigen sollen identifiziert worden sein. Einen von ihnen wähnten die Ermittler fälschlicherweise in einem somalischen Terrorcamp.  Von
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Berlin/Bonn

Die Bundesanwaltschaft vermutet die Urheber des Sprengstoffanschlags vom Bonner Hauptbahnhof in radikalen islamistischen Kreisen im Rheinland.

Die Ermittler sollen inzwischen zwei von drei Männern identifiziert haben, die im Zusammenhang mit dem gescheiterten Bombenanschlag vom vergangenen Montag gesehen werden.

Mehrere Zeugen wollen inzwischen den dunkelhäutigen Mann erkannt haben, nach dem seit Dienstag mit einem Phantombild gesucht wird. Es soll Abdirazak B. sein.

Verdächtiger wurde in Somalia vermutet

Genau jener Deutschsomalier, der bereits im September 2008 gemeinsam mit seinem Freund Omar D. am Flughafen Köln/Bonn verhaftet worden war, weil er im Verdacht stand, sich in ein Terrorausbildungslager nach Somalia absetzen zu wollen.

Die Sicherheitsbehörden waren bislang der Auffassung, B. halte sich noch in Somalia auf und habe sich dort der islamistischen Schabaab-Miliz angeschlossen. B. soll weiterhin in Kontakt zu Omar D. stehen. D. wiederum war bereits einen Tag nach der Tat in einem Bonner Internet-Café vorübergehend festgenommen worden. Die Anhaltspunkte gegen ihn ließen sich bislang aber nicht erhärten.

Mann aus Überwachungsvideo identifiziert

Ebenfalls identifiziert scheint jener Mann, der auf einer kurzen Videosequenz zu sehen ist, die aus einem Schnellrestaurant des Bahnhofs stammt. Dabei soll es sich nach mehreren Berichten zu Folge um einen deutschen Konvertiten aus NRW handeln.

Dieser Mann soll den Sprengsatz zum Bahnhof gebracht und seinem dunkelhäutigen Komplizen übergeben haben. Diese Übergabe soll auf einer weiteren Videosequenz aus dem Bahnhof zu sehen sein, die bislang von der Polizei aber nicht veröffentlicht worden ist. Zunächst hatte es geheißen, man wisse nicht, welche Rolle der Mann von dem Phantombild bei dem Anschlag gespielt habe.

„Videoüberwachung bringt keine Lösung“

Am Sonntag ist Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) mit seiner Forderung nach einer Ausweitung der Videoüberwachung auf Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen auf harsche Kritik gestoßen. „Der reflexhafte Ruf nach einer Ausweitung der Videoüberwachung bringt keine Lösung“, sagte die innenpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Gisela Piltz. Sie verwies darauf, dass es im Bonner Hauptbahnhof solche Videokameras gegeben habe, sich die Täter davon aber offensichtlich nicht hätten abschrecken lassen.

Die Deutsche Bahn und die Bundespolizei wiesen sich gegenseitig die Schuld dafür zu, dass keine Videoaufnahmen von der Tatzeit auf dem Bonner Hauptbahnhof existierten. Zwar gibt es dort mehrere Kameras, die Aufnahmen werden jedoch in der Regel nicht gespeichert. Während die Polizei die Weigerung der Bahn, mehr Kameras in Bahnhöfen zu installieren, kritisierte, verwies der Konzern darauf, dass die Polizei selbst entscheide, welche Aufnahmen gespeichert würden.

Mehr dazu

Nach Erkenntnissen des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen wäre der Sprengsatz in Bonn wohl nicht explodiert, selbst wenn der Zünder funktioniert hätte. Die Zündung hätte demnach eher eine Stichflamme verursacht.

Die Konstrukteure der Bombe, die sich allem Anschein nach an eine Anleitung gehalten haben, die sie von einer Internetseite von Al Kaida heruntergeladen hatten, hätten glücklicherweise einige Fehler beim Zusammenbau des Sprengsatzes gemacht. Verletzte hätte es aber geben können.

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