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UN-Klimasekretariat: Überraschungen im alten Bunker

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Noch sind Handwerker am und im alten Abgeordnetenhochhaus mit Restarbeiten beschäftigt. Im Herbst sollen 265 Mitarbeiter des UN-Klimasekretariats einziehen. Foto: Volker Lannert
Die Mitarbeiter des UN-Klimasekretariats in Bonn sollen eigentlich im alten Abgeordnetenhaus ein neues Domizil finden. Doch es läuft nicht vom Bund als Bauherrn geplant: Unter anderem sind die Kosten auf 92 Millionen Euro gestiegen.  Von
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Eigentlich sollten wenigstens 265 von mittlerweile rund 600 Mitarbeitern des UN-Klimasekretariats schon vor anderthalb Jahren aus ihrem beengten Domizil im Haus Carstanjen ausgezogen sein. Ihre neue Unterkunft: das umgebaute alte Abgeordnetenhochhaus gegenüber dem Langen Eugen auf dem UN-Campus. Doch es läuft nicht wie ursprünglich vom Bund als Bauherrn geplant: Nicht nur, dass schon 2009 bei Umbaubeginn klar war, dass nur ein Teil der Mitarbeiter im alten Abgeordnetenhochhaus Platz findet.

Anfragen an die verantwortlichen Ministerien und Behörden ergaben nun, dass es mit dem Umzug noch bis mindestens September dauern wird. Zudem sind die Kosten von 55 auf 92 Millionen Euro gestiegen, und der dringend benötigte Erweiterungsbau für mehr als 330 Mitarbeiter wird frühestens in fünf Jahren fertig sein. Letzteres teilte eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums (BMU) mit, das die UNO als künftige Nutzerin vertritt. Demnach läuft für den Erweiterungsneubau jetzt erst der Architektenwettbewerb, „über den das Preisgericht Anfang September 2013 entscheidet“.

Gründe gibt es mehrere für den verzögerten Umzug und die Kostensteigerung um fast 70 Prozent: Derzeit führten Handwerker unterschiedlichste Nachbesserungen durch, sagte ein Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die Bauherrin ist.

Die Kostensteigerung erkläre sich dadurch, dass zu Beginn der Arbeiten in dem denkmalgeschützten Gebäude aus den frühen 1950er Jahren in den verschiedensten Gebäudeteilen Schadstoffe entdeckt worden seien, die hätten beseitigt werden müssen. Was aber den Zeit- und Kostenplan besonders in die Höhe getrieben habe, seien die Umbauarbeiten des ehemaligen Luftschutzbunkers im Keller. Fundamente und Außenwände hätten umgebaut werden müssen, um „die Bunkergeschosse in die spätere Nutzung sinnvoll einbeziehen zu können“. Hinzugekommen seien statisch notwendige Umbauarbeiten einzelner Bauelemente wie Decken und Brüstungen des Hochhauses.

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Da die Planungs- und Realisierungsphase länger als vorgesehen gedauert hätten, habe man, so der BImA-Sprecher, „Baupreisindexsteigerungen hinzurechnen müssen“. Einfach gesagt: Alles ist inflationsbedingt teurer geworden, Material ebenso wie Architekten- und Handwerkerleistungen. Auch hätte die UNO als Nutzerin Wünsche in Bezug auf einzelne Räume und technische Ausstattungen gehabt. Letzteres soll aber nur einen kleinen Teil der Kostensteigerung ausgemacht haben, erfuhr die Redaktion aus Behördenkreisen. Dort heißt es, die „Kostensteigerung ist vor allem systembedingt“ (siehe blauer Kasten), unter anderem weil sich vier Bundesministerien, zwei Behörden und politische Gremien abstimmen müssen.

Kostensteigerungen sind oft systembedingt

Schon von Anfang an sei, wie üblich bei Bauvorhaben des Bundes, klar gewesen, dass der Kostenrahmen von 55 Millionen Euro nicht zu halten gewesen sei. Das sagen Behörden-Insider, die von einer „systembedingten Kostensteigerung“ sprechen. Grundproblem sei, dass das Bundesfinanzministerium (BMF) generell keine Risikovorsorge treffen, sprich: finanzielle Reserven für unvorhergesehene Baukostensteigerungen nicht einplane.

So habe man beispielsweise nicht gewusst und nicht wissen können, was im einzelnen an Bauarbeiten am ehemaligen Luftschutzbunker im Keller des alten Abgeordnetenhochhauses auf einen zukomme. Erst nach Baubeginn seien dann viele Mängel in diesem Bereich zum Vorschein gekommen, für die neue Planungen und Ausschreibungen nötig geworden seien. (val)

Dass die Absprachen aller Beteiligten nicht leicht zu sein scheinen, belegt auch der Fall Erweiterungsbau. Insider halten dem Finanzministerium vor, daran schuld zu sein, dass die Realisierung für das Gebäude, in dem 330 UN-Mitarbeiter unterkommen sollen, nicht schnell genug vorankommt. „Das Finanzministerium blockiert.“ Auf eine Anfrage dazu ans BMF hieß es: „Wir haben den Finanzbedarf für die Maßnahme bereits vor geraumer Zeit anerkannt und im Haushalt berücksichtigt. Die Vorwürfe gehen daher ins Leere.“ Die Baukosten seien im Wirtschaftsplan der BImA veranschlagt. Bei der BImA hingegen hieß es, zu Kosten könne man derzeit noch nichts sagen.

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