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Unterstützung: Bonner kochen im Hochwassergebiet

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Stephan Dilly, Jörg Falkenberg, Rebecka Behr und Nathalie Filter (v. r.) bei der Essensausgabe.  Foto: Nicklisch
Stefan Dilly und Rebecca Behr aus Bonn und Umgebung haben sich gemeinsam mit Freunden auf den Weg in die Hochwassergebiete gemacht. In Köthen kochen sie in einer Feldküche für Menschen, die ihre Stadt verlassen mussten.  Von
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Bonn/Köthen

Nudeln? Immer. Mit Gulasch? Noch besser. Damit liegt man richtig, auch in Zeiten der Flut und der Evakuierung. Die Feldküche auf dem Hof der Berufsbildenden Schule in Köthen dampft vor sich hin, Stefan Dilly rührt um, Rebecca Behr füllt die Plastikschalen, vor dem improvisierten Tresen findet sich schnell eine Schlange hungriger Akener ein, die ihre vom Hochwasser geplagte Stadt verlassen mussten. Gerade zwar haben sie die Botschaft bekommen, dass die Evakuierung aufgehoben ist – aber Zeit fürs Mittagessen bleibt allemal noch, ehe die Reise zurück geht an die Elbe.

Dilly und Behr freilich haben es viel weiter bis an den heimischen Herd. Sie kommen aus Bonn und Umgebung und haben sich gemeinsam mit ihren Freunden Nathalie Filter, Kai Steffes und Jörg Falkenberg auf den Weg ins Flutgebiet gemacht, um hier zu helfen.

Der Ursprung der Aktion liegt in einer Fehlinformation. „Wir haben über Facebook erfahren, dass aus unserer Ecke fünf Feuerwehrzüge bei der Flut helfen und hier nicht richtig versorgt werden.“ Das stellte sich zwar als Ente heraus, aber bis dahin hatte das Quintett schon längst von privaten Spendern jede Menge länger haltbare Lebensmittel eingesammelt. In kürzester Frist: „In zwei Tagen“, sagt Dilly, „hatten wir alles besorgt.“ Am Montagnachmittag ging der Hilfe-Aufruf raus, „am Mittwochnachmittag waren wir schon auf der Straße“.

Allerdings: Es war ein Schuss ins Blaue – und er traf zunächst nicht. Der Gulaschkanonen-Kolonne widerfuhr das Schlimmste, was einem Helfer widerfahren kann – man wollte die Hilfe nicht. In Estedt bei Gardelegen wurden die Bonner ebenso ausgeladen wie in Sandau enttäuscht, die Nachfrage bei Kirchen brachte ein Negativerlebnis – erst als man in Aken anrief und fragte, ob man mit Verpflegung helfen könne, hatte man das Gefühl, herzlich willkommen zu sein. Am Donnerstag um 18 Uhr baute die Dilly-Mannschaft ihre mobile Küche im Hof der Köthener Berufsschule auf, wo insgesamt 150 Essen benötigt wurden. „In Estedt“, erinnert sich Jörg Falkenberg an die schlimme Stunde am Rand der Börde, „waren wir so kurz davor, wieder nach Hause zu fahren“. Falkenberg, im Zivilleben Tankstellenbetreiber, lässt zwischen Daumen und Zeigefinger nur eine Haaresbreite Luft und grinst dann fröhlich: „Aber hier war es toll.“ So toll, dass man quasi „illegal“ ein bisschen mehr in den Kessel brachte. „Eigentlich sollten wir ja nur für das Mittagessen sorgen. Aber da hatten wir halt etwas mehr Suppe gemacht – und die ist uns am Abend auch noch abgenommen worden.“

Untergebracht waren die fünf Rheinländer in einer eher unwohnlichen Remise direkt auf dem Schulgelände, geschlafen wurde auf Feldbetten in Reichweite der Feldküche, die Dilly vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Hangelar zur Verfügung gestellt bekommen hatte. „Das ist die Vereinskanone“, sagt Dilly, der einschlägige Feuerwehr-Erfahrungen hat und derzeit arbeitslos ist. Dem schwergewichtigen Mann, der sonst als „Stefans Jukebox“ Party für jedermann anbietet, hat die Hilfstour an die Elbe einiges an neuen Erkenntnissen und Eindrücken beschert. Durchaus nicht nur im Osten, sondern auch in der Heimat. Als man die Lebensmittel gesammelt habe, „da waren auch viele Leute dabei, die kein Geld hatten und das gegeben haben, was sie in Kühlschrank und Vorratskammer entbehren konnten. Von einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern haben wir beispielsweise 38 Dosen Ravioli erhalten.“

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