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Galerie am Schloss: Glow Singers und die Ural Kosaken

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Die Ural Kosaken zu Gast in der Galerie am Schloss. Foto: Frank Orbons
Nordamerikanische „Black Gospel“-Musik von den Glow Singers trifft auf die Ural Kosaken mit folkloristischen und kirchlichen Liedern aus dem alten Russland - Reizvoll war diese Begegnung beim Konzert in der Galerie am Schloss in Brühl.  Von
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Ihre Musik klingt wie die B-Seite von Welthits einer Natalie Cole oder Whitney Houston. Während sich bei den afroamerikanischen Superstars allerdings thematisch vieles um Freud und Leid in Beziehungen dreht, handeln die Lieder der seit 2011 existierenden Brühler Glow Singers ganz von der geistigen Liebe zu Gott. Das Ensemble unter der Leitung von Sandra Schüller, das in der kurzen Zeit seines Bestehens besonders durch die Konzerte mit dem einstigen Mitglied der Kelly-Familie, Kathy Kelly, aufgefallen ist, praktiziert die „Black Gospel“-Musik in der Nachfolge der schwarzen Slaven des 19. Jahrhunderts in Nordamerika. Idiomatisch schlägt sich das nieder in balladesken Liedern, deren einzelne Abschnitte teils wie ein Mantra bis zur nahenden Ekstase wiederholt werden. Und die rund 30 Sängerinnen und Sänger gehen auch körperlich in der Musik auf. Da wird mit den Händen schon mal eine Melodielinie nachgezeichnet, mit den Fäusten dirigiert und voller Inbrunst mit geschlossenen Augen gesungen. Ansprechpartner dieser fordernden Vokalmusik ist Gott selbst, der den Unterdrückten den Weg aus der Versklavung weist.

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Beim Konzert in der gut gefüllten Galerie am Schloss wurde den Besuchern neben den Gospels aus dem weiten Westen auch noch ein Pendant aus der entgegengesetzten Himmelsrichtung präsentiert. Als besonderer Gast konnten die Ural Kosaken begrüßt werden, die mit Unterbrechungen seit 1924 das Publikum verzücken. Die Sänger, deren Auftritte im Westen mit dem deutschen Bassisten Rolf Rippert, bekannt auch als Ivan Rebroff, legendär wurden, touren derzeit wieder durch Europa. In Brühl traten sie diesmal in der Besetzung mit acht Sängern auf. Reizvoll war dabei die Gegenüberstellung der Musik zweier ehemaliger Kontrahenten des Ost-West-Konflikts. Wobei der Bekenntnischarakter beiden Musikrichtungen gemeinsam ist.

Lieder der Ostkirche

Die Glow Singers sangen mit viel Gefühl.
Die Glow Singers sangen mit viel Gefühl.
Foto: Frank Orbons

Die Ural Kosaken unter der musikalischen Leitung von Wladimir Koslowsky bekennen sich zu einer Musikkultur, die man vordergründig als „russisch“ titulieren könnte. Dies stimmte auch angesichts eines im Konzert vorgestellten Programms, das neben den durchaus bekannten klassischen und folkloristischen Titeln auch Lieder der Ostkirche beinhaltete. Am stärksten zeigten sich die Sänger, wenn diese archaische Kirchenmusik der Slawen ins Spiel kam. Hier waren die teils rauen Stimmen in ihrem Element und konnten die Vorzüge der für reine Männerstimmen konzipierten Musikstücke ausspielen. Insgesamt ein interessanter Abend mit Eindrücken aus entfernten Kulturkreisen.

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