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Landgericht Köln: Quittung für Terror im Wald

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Justitia. Symbolbild Foto: dpa
Während fünf der sechs Angeklagten mit eher milden Urteilen davon kamen, wurde ein 24-Jähriger zu fünf Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Richter hob das „menschenverachtende Vorgehen“ hervor.  Von
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Hürth/Brühl

Der „rohe Faktor der Geständnisse“ und die Aufklärungshilfen hätten zu vergleichsweise milden Urteilen geführt, sagte Peter Koerfers, Vorsitzender Richter der 3. Großen Strafkammer des Landgerichts Köln, in seiner Urteilsbegründung. Fünf der sechs Angeklagten, die sich in den vergangenen Wochen wegen schweren gewerbsmäßigen Diebstahls und Computerbetrugs verantworten mussten, wurden zu Bewährungsstrafen oder Haftstrafen von maximal drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der 24-jährige Angeklagte Christian S. wird hingegen wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung, räuberischer Erpressung und Freiheitsberaubung für fünf Jahre und drei Monate ins Gefängnis gehen. Damit folgte die Kammer in nahezu allen Fällen den Strafanträgen der Staatsanwaltschaft.

Ähnlich wie schon der Ankläger in seinem Plädoyer hob auch Koerfers das „menschenverachtende Vorgehen“ des 24-Jährigen hervor. Dieser hatte zwei junge Männer in einem Brühler Wald mit „Schein-Hinrichtungen“ zur Zahlung von 700 Euro gezwungen.

Die Opfer mussten sich dabei offenbar selbst ein Seil um den Hals legen und wurden anschließend bis zur Bewusstlosigkeit stranguliert. „Mehr psychischen Terror kann man sich nicht vorstellen. Und dafür bekommen Sie hier nun die Quittung. Das macht es einfach, dass Sie diese nachhaltige Strafe bekommen“, so der Richter. Angesichts dieses Geschehens im Wald rückten die von ihm begangenen Diebstähle fast in den Hintergrund.

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