27.08.2016
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Bürgerhaus: Bürgerhaus im Käfig: Abriss beginnt

Bürgerhaus

Bürgerhaus und Wilhelm-Hamacher-Platz gehören nicht mehr den Bürgern, sondern einem privaten Investor. Hinter dem Zaun wird eine Baustelle eingerichtet. (Bild: Andreas Helfer)

Troisdorf -

„Wie ein Raubtier im Zoo“, so fühlte sich ein Anwohner des Wilhelm-Hamacher-Platzes, als er sich plötzlich mit einem Bauzaun vor der Haustür konfrontiert sah: In einer „Nacht und Nebel-Aktion“ seien die Sperren abends um 21 Uhr errichtet worden. Dabei seien auch gleich die Mülltonen miteinbezogen worden, die Bürger auf den Platz gestellt hatten und die eigentlich am kommenden Morgen von der Müllabfuhr geleert werden sollten – später fand sich aber ein Platz außerhalb der Metallsperren.

Abgeschnitten wurde zunächst auch ein Parkplatz, der für die Anwohner auf der östlichen Seite des Platzes bisher dank einer Durchfahrt erreichbar war. Erst nach längeren Diskussionen wurde jetzt wenigstens ein 50 Zentimeter breiter Streifen freigegeben. Autos passen indes nicht mehr hindurch, so dass die Anwohner lange Umwege über Wilhelm-Hamacher-Straße oderHippolytusstraße und Kölner Straße in Kauf nehmen müssen.

Auch die Tatsache, dass alle Bänke auf dem Platz nicht zugänglich sind, erregt die Gemüter, so dass bereits daran gedacht werde, eine Bürgerinitiative zu gründen, um wieder Zugang zu bekommen. Verärgert seien ohnehin viele, die ihre Parkplätze in der Tiefgarage verloren haben und auf Stellplätze im neuen Parkhaus am Bahnhof verwiesen wurden.

Anders sieht die Sache für Carsten Walbröhl aus. Der Leiter des Bürgermeisterbüros ist für eine Kontaktstelle für alle Angelegenheiten rund um den Bau der neuen Einkaufspassage zuständig. Bevor der Zaun aufgestellt wurde, sei ein Informationsschreiben an die Bürger gegangen. „Die Baustelle muss einfach gesichert werden“, so Walbröhl. Er habe aber darauf gedrungen , den schmalen Durchgang freizuhalten. „Wenn wir da zumachen, und dann passiert zwei Wochen lang nichts, bekommen wir Probleme.“ Spätestens wenn das Haus neben dem Durchgang abgerissen werde, müsse die Lücke aber geschlossen werden.

Henning Christiansen, technischer Projektleiter des Investors HBB, hebt die Notwendigkeit der Absperrung hervor: „Wir brauchen dort Flächen, um die Baustelle mit Containern und einem Kran einzurichten.“ Der Zaun stelle dabei eine „sichtbare und sicherlich keine schöne Veränderung“ für die Bürger dar. Walbröhl wie Christiansen betonen, dass alle Maßnahmen mit der Stadt und dem Ordnungsamt abgestimmt seine. Die Feuerwehr habe Probefahrten unternommen, um sicherzustellen, dass alle Gebäude am Platz erreichbar blieben und im Notfall Leitern angestellt werden könnten. Auch die Erreichbarkeit für die Müllabfuhr sei sichergestellt.

Die Stadt hat im Internet unter dem Stichwort Aktuelles einen Informationsservice zum Bau der Passage eingerichtet.


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