Bundestagswahl 2013
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Direktmandate: Der Kampf um die Wahlkreise

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Wer gewinnt die meisten Direktmandate? Foto: dapd
Der Vergleich der wohl zu erringenden Wahlkreise ergibt ein für die SPD trauriges Bild. Hier stehen 231 voraussichtlich erfolgreiche Direktkandidaten der Union 62 der SPD gegenüber. Das wäre für die SPD ein noch schlechteres Ergebnis als 2009.  Von
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Berlin

Wer bei der Bundestagswahl seinen Wahlkreis direkt gewinnt, ist ein König - zumindest in seinem Wahlkreis. Aber es gibt noch eine zweite Dimension. Nach Recht und Gesetz sind zwar alle Bundestagsabgeordneten gleich. Und doch genießen jene, die direkt von den Bürgern ihres Wahlkreises nach Berlin geschickt werden, einen besonderen Nimbus. Eben den des echten Wahlkreiskandidaten, während die andere Hälfte der Abgeordneten über eine Liste der Partei ins Parlament eingezogen ist. Im Zweifel muss eine Partei auf die direkt gewählten Abgeordneten mehr Rücksicht nehmen, ihnen mehr Unabhängigkeit gewähren als den Listenkandidaten. Denn sie sind wahre Volksvertreter, Sympathieträger, von ihrem Ansehen hängt das Ansehen der Partei ab.

Die Prognose ist aber noch aus anderem Grund interessant: An der Zahl der direkt gewählten Abgeordneten lässt sich der Rückhalt erkennen, den eine Partei bei den Wählern genießt. Schon ein Blick auf die Vorhersage für die Wahl am 22. September im Vergleich zum Ergebnis 2009 zeigt, in welcher Not sich die SPD derzeit befindet. Ganze sechs Wahlkreise kann sie nach Berechnungen der Statistiker von election.de nach jetzigem Stand für sich sicher verbuchen - gegenüber 144 für die Union.

Aber auch der Vergleich der wahrscheinlich zu erringenden Wahlkreise ergibt ein für die Sozialdemokraten deprimierendes Bild. Hier stehen 231 voraussichtlich erfolgreiche Direktkandidaten der Union nur noch 62 der SPD gegenüber. Das sind noch einmal sieben weniger als bei dem historisch schlechtesten Wahlergebnis für die SPD vor vier Jahren.

Ein Blick weiter zurück zeigt, wie sehr sich die Gewichte zwischen den beiden Volksparteien verschoben haben. 1990, bei der ersten gesamtdeutschen Wahl mit dem Erfolg für Helmut Kohl, errangen SPD-Kandidaten immerhin noch 91 Direktmandate, die Union 235. Acht Jahre später hatten sich die Verhältnisse umgekehrt. Im Sog der Zustimmung zu Gerhard Schröders Kanzlerkandidatur kam die SPD auf 213 Wahlkreise, die Union nur noch auf 112. Seither schlägt das Pendel von Wahl zu Wahl wieder weiter in die andere Richtung. Stimmt die Prognose von election.de, hat es noch nicht den äußersten Punkt erreicht.

Allerdings: Da die entscheidende Stimme für die Zusammensetzung des Bundestages die Zweitstimme ist, jene, mit der man für eine Partei und nicht für einen bestimmten Kandidaten votiert, sagen diese Prognosen noch wenig über die tatsächliche Zusammensetzung des Parlaments aus. Denn dabei spielen FDP - so sie die Fünf-Prozent-Hürde überwindet -, Grüne und Linke eine gewichtige Rolle, die überwiegend durch Listenkandidaten vertreten sind. Nach der jetzigen Berechnung kämen Union und FDP auf 318 Sitze, die gesamte Opposition auf 310.

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