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Spende: Burscheid-Stiftung gibt weniger Geld

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Die Burscheid-Stiftung der Kreissparkasse Köln hat in der Evangelischen Kirche 100 573 Euro Fördergelder an 46 Vereine gegeben - so wenig wie noch nie. Der Stiftungsvorstand macht niedrige Zinsen verantwortlich.  Von
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Kirche und Geld - das war und ist ein Kapitel für sich. Dass aber am Donnerstagabend die Übergabe der Fördermittel aus der Burscheid-Stiftung der Kreissparkasse Köln in der Evangelischen Kirche am Markt stattfand, war vor allem den Stiftungsmitteln für die Sanierung der Schuke-Orgel geschuldet. Dass die besonders gut gelungen ist, konnten die Vertreter der Vereine, Kreissparkasse Köln, Stiftung und Stadtspitze am Orgelspiel von Silke Hamburger spüren. Sie hatte sich mit Charles-Marie Widors Toccata ein temperamentvolles Lieblingsstück ausgesucht.

Dafür gab es viel Beifall. Der für die diesjährige Ausschüttung in Höhe von 100 573 Euro für 46 Vereinsprojekte gespendete Applaus fiel hingegen recht mager aus. Kein Wunder: So niedrig wie in diesem Jahr waren die Stiftungsgelder noch nie. Der Stiftungsvorstand und Vorstand der Kreissparkasse Köln (KSK), Christian Bonnen, machte das nach wie vor niedrige Zinsniveau fürs Ergebnis verantwortlich. Dass nun mit dem Stiftungskapital in Höhe von 3,9 Millionen Euro nicht an den Kapitalmärkten spekuliert werde, verstehe sich von selbst: „Aber wenn die Zinsen steigen, profitieren wir alle davon.“ Er nannte das Engagement der Burscheider Vereinswelt „unbezahlbar“. Da könne Geld alleine nichts bewirken. Das war ein schwacher Trost für die Empfänger – in guten Jahren wurden mehr als 160 000 Euro ausgeschüttet.

Still nahm das Forum die Auffassung Bonnens zur Kenntnis, das dennoch zwischen allen Beteiligten „die Chemie stimme“, Der Bürgermeister und Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Stefan Caplan, verzichtete in seiner Ansprache auf jeden Optimismus: „Wir müssen davon ausgehen, dass die Erträge in den nächsten Jahren deutlich sinken.“ Aufgrund der aktuellen Entwicklung trage sich das Kuratorium mit dem Gedanken, die Förderpraxis zu überdenken. Allerdings werde es vor 2015 keine neuen Richtlinien geben. Unverändert beträgt das Stiftungskapital 3,9 Millionen Euro. Vergeblich hatte die Stadt in der Vergangenheit gegen die KSK geklagt, die Summe entsprechend dem Fusionsvertrag (1996) mit der Stadtsparkasse Burscheid nach und nach zu erhöhen. Das Gericht folgte seinerzeit der Vertragsinterpretation der KSK. Festzuhalten bleibt aber, dass die jährlichen Zinserträge nach wie vor kein Geschenk der KSK sind, sondern vertraglich im Verkauf der Stadtsparkasse festgeschrieben worden sind. Das Wissen darum ändert nichts an den finanziell trüben Aussichten fürs Ehrenamt.

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