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Facebook-Seite „Spotted“: Liebesgrüße aus dem Hörsaal

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In der Bibliothek kann man lernen - und flirten. Wer zu schüchtern ist für die Kontaktaufnahme, kann sich an die Seite "Spotted: Universität zu Köln" wenden. Foto: dpa
Amor auf die Sprünge helfen: Zwei Kölner Studenten haben auf Facebook eine Seite gegründet, die Verliebte zueinander führt. Wer sich nicht traut, den oder die Angebetete anzusprechen, schickt eine Nachricht an „Spotted: Universität zu Köln“.  Von
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Köln

In der Uni-Bibliothek lässt sich prima lernen. Flirten aber auch. Eigentlich ist der ganze Campus eine ideale Kontaktbörse. Immerhin gehen hier 45.000 Studenten ein und aus – da sollte sich doch der passende Partner finden lassen. Das haben sich auch zwei Kölner Jura-Studenten gedacht und eine Facebook-Seite gegründet, die der Liebe auf dem Campus auf die Sprünge helfen soll.

„Spotted: Universität zu Köln“ funktioniert wie eine Kontaktbörse: Wer Interesse an einer Kommilitonin oder einem Kommilitonen hat, sich aber nicht traut, den oder die Angebetete anzusprechen, schickt eine Nachricht an „Spotted“. Das liest sich beispielsweise so: „An den wunderschönen Mann am Schreibtisch nebenan. Mit den tollen braunen Haaren, der sich genauso wenig wie ich auf das Lernen konzentrieren kann und lieber Mini-Games am Computer spielt. Warum kommst du nicht her und küsst mich?“ Die Nachrichten werden anonym veröffentlicht und wer sich wiedererkennt, kann antworten.

Die Gründer bleiben anonym

Die Idee ist nicht neu, vor allem an amerikanischen Hochschulen, aber auch an einigen süddeutschen Unis gibt es „Spotted“ bereits. Anfang Januar haben die beiden Jura-Studenten beschlossen, eine Seite für die Kölner Uni zu gründen. Vom Erfolg sind sie selbst überrascht: Die Seite existiert seit dem 8. Januar und wurde bis jetzt bereits knapp 5000 Mal mit „Gefällt mir“ markiert (Stand: 15. Januar).


„Wir fanden die Idee witzig und haben sie dann schnell umgesetzt“, sagt der 21-Jährige, der die Seite mit seinem besten Freund (20) betreibt. „Das Grundprinzip unserer Seite ist die Anonymität. Das macht ja den Reiz aus. Daher wollen auch wir unerkannt bleiben“, erklärt der Jurastudent. Nur wenige Freunde wissen, wer sich hinter „Spotted: Universität zu Köln“ verbirgt.

20 bis 25 Anfragen pro Tag

Einige Firmen haben bereits Interesse bekundet, Werbung auf der Seite zu schalten. „Wir müssen erst prüfen, wie das mit den Rechten bei Facebook ist. Aber wir haben die Seite ja vor allem zum Spaß gegründet“, sagt der „Spotted“-Gründer.

Inzwischen hat sich die Seite zu einem Selbstläufer entwickelt. Pro Tag erhalten die Seitenbetreiber 20 bis 25 Anfragen. Die werden erst nach einer internen Prüfung online gestellt. „Wir veröffentlichen grundsätzlich nur positive Anfragen. Beleidigungen kommen natürlich nicht ins Netz“, sagt der Seitengründer. Der Text sollte außerdem witzig oder kreativ sein.

Erste Erfolgsmeldungen

Dieser Eintrag in Reimform erfüllt das Kriterium: „Ach wär ich mit mir nicht immer so stur, und wüsste deinen Namen nur, so würde ich mich heute trauen dich zu fragen, darf ich in Zukunft deinen Nachnamen tragen...“ Dazu gibt es ein heimlich im Hörsaal geschossenes Foto, das einen blonden Mann von hinten zeigt. Die Nutzer kommentieren, geben der Studentin Tipps und mutmaßen, um wen es sich auf dem Foto handelt.

Erste Erfolgsmeldungen gibt es schon: Ein Student hat sich in der Beschreibung „Dunkelblonder Mann mit einer Tiefkühlpizza im Rewe am Zülpicher Platz“ wiedererkannt und sich bei der Studentin gemeldet. „Wir wissen nur, dass sie sich verabredet haben. Darüber freuen wir uns natürlich“, sagt der „Spotted“-Gründer. Vielleicht gibt es ja in einigen Monaten die ersten Hochzeitseinladungen für die Seitenbetreiber.

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