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Caros Campus: Einfach mal fallen lassen

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Caroline Asal-Radler studiert seit Oktober an der Uni Köln. Das Studium Integrale ist Pflichtprogramm. Foto: Grönert
Theorie ist schön und gut. Aber manchmal hilft es, den Kopf auszuschalten, wie unsere Bloggerin bei Theaterübungen. Das Studium Integrale soll verhindern, dass sich Studenten zu Fachidioten entwickeln.  Von
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Köln

Ungeduldig wippt sein Fuß auf und ab. Über seiner Nase bildet sich eine tiefe Stirnfalte, seine Hände halten verkrampft an der Stuhllehne fest. Er schwitzt. Die Schultern sinken ein. Seine Aufregung verwandelt sich mehr und mehr in Resignation. Aus seinem Gesicht spricht nun die Enttäuschung. Er ist den Tränen nah. Mit einem Seufzer rutscht er vom Stuhl und bleibt regungslos auf dem Boden liegen.

Wir klatschen. „Super! Tolle Performance!“ - „Total authentisch.“ Auch Jessica, die Kursleiterin nickt zustimmend. Mein Kommilitone steht auf und klopft sich mit einer verlegenen Geste den Staub von den Klamotten.

Wir befinden uns im Probenraum der Studiobühne. „Inszenierung im Alltag“ ist der Name des Seminars, in dem wir Theaterübungen kennenlernen, eigene Projekte entwickeln und sie am Ende des Semesters vor Publikum präsentieren.

Dinge mit praktischem Bezug lernen

An der Kölner Uni müssen die Studenten der meisten Studiengänge das Studium Integrale belegen. Innerhalb dieses Programms gibt es ein scheinbar unbegrenztes Angebot an Wahlmöglichkeiten: Von einem Kurs zur indischen Philosophie, über Wirtschaftsinformatik, bis zum Theaterkurs ist alles dabei. Die Idee dahinter ist, sich nicht zum Fachidioten zu entwickeln und über sein Studium hinaus Dinge mit praktischem Bezug zu lernen.

Donnerstags lassen wir vier Stunden lang die trockene Theorie fallen und gehen ganz in den Ausdruck, der durch unsere Stimme und den Körper erzeugt wird. Wir lernen, wie wir uns durch verschiedene Körperhaltungen in Gefühlslagen versetzen und bestimmte Wirkungen nach außen erzeugen. Letzte Woche stand der Ausdruck über die Stimme im Mittelpunkt. Durch Übungen haben wir gelernt, wie man den ganzen Körper ausnutzt, um die größtmögliche Resonanz zu erzeugen.

Der Kurs endet jede Woche mit einem Kreis, in dem wir uns über unsere Erfahrungen im Seminar austauschen. Ich blicke in die zehn Gesichter meiner Kommilitonen und sehe Zufriedenheit. Es tut ab und zu wirklich gut, sich von der Kopflastigkeit zu befreien.

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