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Kölner Wohnungsmarkt: Studentenbuden knapp und teuer

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Alte Wache Kapellenstraße Foto: Norbert Ramme
Eine Studentenbude für kleines Geld ist schwer zu finden - vor allem für den doppelten Abi-Jahrgang. Besonders in den traditionell gefragten Universitätsstädten ist die Lage angespannt. In Köln sollen Studenten in die alte Polizeiwache einziehen.  Von
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Düsseldorf

Die Studentenwerke in Nordrhein-Westfalen sprechen selbst von einem "heißen September": Im kommenden Monat werde sich zeigen, wie groß die Nachfrage nach Wohnungen für Studenten tatsächlich sein wird. Denn bis dahin werden noch eifrig Studienplätze getauscht und Nachrücker fündig. Wegen des Doppel-Abitur-Jahrgangs in NRW seien "alle sehr, sehr gespannt", sagte Jörg Lüken von der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke in NRW bei der Vorstellung der Jahresbilanz. Ein Überblick.

Zu wenig Wohnungen:

Aktuell gibt es in NRW 37 000 Plätze in Studentenheimen. Bis Ende dieses Jahres sollen 500 Zimmer dazukommen. Für Ende 2014 planen die Studentenwerke mit 39 500 Zimmern in ganz Nordrhein-Westfalen. Damit ist allerdings nur ein kleiner Teil der Wohnungssuchenden versorgt.

In Köln kann das Studentenwerk mit seinen 4700 Wohnheimplätzen nur sechs Prozent der Studenten eine Bleibe anbieten. Zuletzt gab es mehr als 10 000 Bewerber. Im Landesschnitt ist die Versorgungsquote nur wenig besser: Sie liegt bei 7,3 Prozent. Die Wohnungsnot, so erwarten es die Studentenwerke, wird zum Semesterstart nicht in allen Universitätsstädten gleichermaßen dramatisch sein: "In Aachen, Köln, Münster und Siegen ist die Situation besonders angespannt", sagt Jörg Lüken.

Um den erwarteten Ansturm zu bewältigen, haben die Studentenwerke auch ungewöhnliche Objekte angemietet: In Siegen hat man ein Hotel in ein Wohnheim umgewandelt, in Köln setzt das Studentenwerk darauf, dass bald ein Vertrag für die ehemalige Kalker Polizeiwache unterzeichnet werden kann. Laut Geschäftsführer Peter Schink stünden die Wohnungsbaugesellschaft GAG und die Stadt Köln in den letzten Verhandlungen. Das Studentenwerk würde Mieter der umgebauten Polizeiwache. Sie könnte nach den Planungen schon zum Sommersemester 2014 rund 60 weitere Zimmer bieten. In der Not hatten die Studentenwerke auch Privatvermieter dazu aufgerufen, ihre Zimmer bevorzugt an Studenten zu vermieten: In Köln sind nach der Kampagne "Ab in den Karton!" rund 880 Zimmer gemeldet worden. Freie Zimmer stehen unter
www.mein-zuhause-in-koeln.de

Mehr BAföG-Anträge:

Rund 18 Prozent aller Studenten in NRW erhalten BAföG, vor zehn Jahren waren es 14 Prozent. Im Durchschnitt bekommen sie 424 Euro pro Monat; der Höchstsatz liegt bei 670 Euro. 85 Prozent der Studenten werden mit durchschnittlich 476 Euro pro Monat von ihren Eltern unterstützt. Zwei Drittel arbeiten neben ihrem Studium.

Die gute Nachricht: Nach Angaben der Studentenwerke ist der große Bafög-Antragsstau aus dem Vorjahr behoben. Damals mussten Studenten oft monatelang auf eine Antwort und damit auch auf ihr Geld warten. Rund 30 zusätzliche Mitarbeiter in den Ämtern sollen jetzt eine Rückkehr des Problems verhindern.

Allerdings sei traditionell im September mit einer neuen Antragswelle zu rechnen. Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) kündigte am Mittwoch an, sie werde sich weiter im Bund für eine Vereinfachung des BAföG-Verfahrens einsetzen. Außerdem will sie dort für einen höheren BAföG-Satz werben.

Kita-Plätze, Mensa-Essen:

Auch unter Studenten steigt die Nachfrage nach Kitaplätzen für den Nachwuchs. Aktuell gibt es an 16 Universitäten in NRW rund 1450 Plätze. Zum Vergleich: Im Jahr 1999 waren es gerade einmal 488 Plätze.

Auch die Mensen der Studentenwerke verzeichnen einen Zuwachs: 18 Millionen Essen wurden 2012 ausgegeben, rund 500 000 mehr als 2011. Ein Stammessen kostet zwischen 1,80 und 5,60 Euro.

Zu wenig Wohnheime - Hoffnung auf kurze Wartezeiten bei BAföG-Anträgen. 
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