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Wahlkampf an Kölner Uni: Das Parlament und die Prinzessin

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Philipp Wilhelm befindet sich im Wahlkampf für die Rosa Liste. Er setzt sich unter anderem für mehr Spaß im Parlament ein. Foto: Peter Rakoczy
Die Unabhängigen, Campus Grün oder die Rosa Liste? Noch bis Freitag können die 44 000 Studierenden der Kölner Uni über ihre Delegierten im Studienparlament abstimmen. Die größte Wählergruppe aber sind wohl - erneut - die Nichtwähler.  Von
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Viel geschlafen haben sie in dieser Nacht nicht. Am ersten Tag der einwöchigen Wahlen zum Studierendenparlament sind Janna (21), Leonie (22) und die anderen von der Hochschulliste Die Unabhängigen um drei Uhr morgens aufgestanden, haben ihre Strategie im Team besprochen und ab 5 Uhr das Foyer der Wiso-Fakultät mit Luftballons dekoriert und ihren Wahlkampfstand aufgebaut.

Jetzt, um 9.30 Uhr, verteilen sie die ersten der insgesamt 5000 Flyer, die sie in der vergangenen Woche haben drucken lassen. Janna ist ein bisschen müde und denkt daran, dass sie noch zehn Stunden Wahlkampf an diesem Tag vor sich hat. Aber das Ziel, die Unabhängigen wieder zur stärksten Liste im Hochschulparlament zu machen, spornt sie an. Im Jahr 2011 stellte ihre Gruppe 17 von 51 Delegierten.

Wahlkampf an der Uni

Wahlkampf an der Kölner Universität: 280 Kandidaten bewerben sich auf zehn Listen um die Gunst der gut 44 000 Studierenden. Im Foyer des Philosophikums verteilen die Mitarbeiter von Campus Grün Kekse und fair gehandelten Kaffee, bei den Unabhängigen im Wiso-Foyer gibt es Tee und Weingummi. Das Spektrum der zur Wahl stehenden Hochschulgruppen reicht vom konservativen RCDS über die Liberale Hochschulgruppe (LHG) und Campus Grün bis hin zu den Jusos und dem SDS – Die Linke. Erstmals dabei sind die Piraten, die Hochschulgruppe Sowi, zum zweiten Mal die Liste Die Abhängigen – Liste für Immis, Saufkultur und Transparenz en unserem Veedel – ein Ableger der Spaßgruppierung Die Partei, die Politik mit einem gehörigen Augenzwinkern betreibt.

Den vielleicht schönsten Wahlkampfstand hat die Rosa Liste im Philosophikum aufgebaut. Vor rosa Plakaten sind kleine Gruppen blauer Elefanten und grüner Pferde drapiert. Hinter dem Stand steht Spitzenkandidat Philipp Wilhelm, in einen Fellmantel gewandet, mit einem Tuch um den Kopf, auf dem „Princess At Work“ steht. „Wir setzen uns für mehr Spaß in der Hochschulpolitik ein“, sagt Wilhelm – und das glaubt man ihm aufs Wort. Falls er gewählt werde, will er sein Stoffpferd Missy mit ins Parlament nehmen und manch langatmige Debatte im Studierendenparlament mit einer Flasche Sekt verkürzen. Freilich vertrete die Rosa Liste auch seriöse Themen: Unter anderem will sich Wilhelm gegen Homophobie und Fremdenfeindlichkeit an der Hochschule engagieren.

Überall: Nichtwähler

Die größte Wählergruppe werden mit ziemlicher Sicherheit auch in diesem Jahr die Nichtwähler bilden. Vier von fünf Studierenden gehen üblicherweise nicht zur Wahl, 2011 waren es sogar 84 Prozent. „Ich habe im Studium einfach zu viel Druck“, sagt Romanistik-Studentin Nina. Bei der Jagd nach Credit Points bleibe ihr einfach zu wenig Zeit, um sich um die Hochschulpolitik zu kümmern. „Ich weiß gar nicht, wen ich wählen soll“, sagt auch Jenny (23), die Hochschulpolitik ziemlich kompliziert findet.

Joanna Dommnich von der Hochschulgruppe Campus Grün macht im Wahlkampf immer wieder die Erfahrung, dass viele Studierende einfach sehr politikverdrossen sind. „Andere wissen nicht, welchen Einfluss Studierendenparlament und Asta in der Universität haben.“ Gar nicht so wenig, meint Asta-Vorsitzender Philipp Schubert. Immerhin verwalten die Gremien ein Budget von 13 Millionen Euro, die die Studierenden über ihren Semesterbeitrag entrichten. Zwar geht der Löwenanteil des Geldes – 11,5 Millionen Euro – für das Semesterticket an die Kölner Verkehrsbetriebe.

Die Wahlen
Das Parlament und der Asta

Die Wahlen an der Kölner Universität finden vom 10. bis zum 14. Dezember statt.

Gewählt werden die Listen zum Studierendenparlament, Vertreter für die Fakultätsvertretungen sowie die studentischen Mitglieder für den Senat und die Engere Fakultät.

Die Studentinnen wählen zusätzlich den Beirat für die Gleichstellung der Frauen.

Das Studierendenparlament hat insgesamt 51 Sitze und wählt wiederum den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (Asta), der die Geschäfte für das Studierendenparlament führt.

Nach den letzten Wahlen im Dezember 2011 bildeten die Listen Campus Grün, Die Linke.SDS und die Jusos den Asta.

Asta-Vorsitzender ist derzeit Philipp Schubert. (ris)

Mit dem Rest könne aber immer noch wirksam Hochschulpolitik betrieben werden: Unter anderem werden Fachschaften unterstützt, Rechtsberatungen durchgeführt sowie Vorträge und Diskussionen organisiert. Außerdem stemmt der Asta ein Sportangebot sowie Kinoabende für die Studierenden. Und zahlreiche Themen, über die man trefflich streiten könnte, gebe es derzeit auch. „Hochschulrat, Zivilklausel und Drittmittelverträge sorgen für Diskussionsstoff“, so Schubert.

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