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Bauarbeiten: Umbau in der Mensa unter Hochdruck

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Zum Semesterstart soll die renovierte Mensa öffnen - noch wird aber überall gewerkelt. Foto: Peter Rakoczy
Für 4,8 Millionen Euro saniert das Kölner Studentenwerk die Zentralmensa an der Zülpicher Straße - zum Semesterstart am 8. April soll die neue Kantine öffnen, doch zurzeit wird noch überall gewerkelt und geschraubt.  Von
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Köln

Sie schweißen, hämmern und schrauben, was das Zeug hält. Es ist 11.30 Uhr, im Mittelgeschoss der Zentralmensa der Kölner Universität brummen Bohrmaschinen, Handwerker streichen Wände und schweißen Metallnähte an der Essensausgabe zusammen. Auf einer Leiter steht ein Handwerker, der sich an einer Decke zu schaffen macht. Der Mann zeigt auf eine Abdeckplatte, die unter ihm auf dem Boden liegt, und ruft einem Kollegen zu: „Wupp das Ding rauf.“ Der Kollege guckt, nimmt die Platte – und wuppt das Ding rauf. Unten stehen Studenten am Kicker und lachen über die zünftige Sprache der Handwerker.

Umbau in der Zentralmensa der Kölner Universität: Bis zu zwölf Firmen arbeiten derzeit unter Hochdruck, damit die Kantine an der Zülpicher Straße pünktlich zum Semesterstart öffnen kann. „Wir gehen momentan davon aus, dass wir es schaffen“, sagt Frank Leppi, der stellvertretende Leiter des Kölner Studentenwerks. 4,8 Millionen steckte sein Haus seit Mitte 2012 in die Sanierung des Baus. Wenn alles gut geht, sollen am 8. April mindestens drei Essensausgaben öffnen, vielleicht auch die verschiedenen Buffets mit Salaten, Pasta, Barbecue und asiatischen Wok-Gerichten.

Bezahlen per Chipkarte

Die Sanierung tut not: Denn das Gebäude, das 1974 eröffnet und zuletzt 1998 renoviert wurde, ist in die Jahre gekommen. Außerdem sollen die Kapazitäten erhöht werden. 7000 Mahlzeiten werden auf den 10 000 Quadratmetern derzeit verteilt. Bis zu 8000 Essen könnten es werden, wenn die erwarteten zusätzlichen Studenten aus den doppelten Abiturjahrgängen kommen. Damit die Wartezeiten an Kassen und Ausgaben künftig kürzer werden, soll bald bargeldlos gezahlt werden – per Chipkarte.

Viele Studenten nehmen den Bohrlärm in der Mensa mit stoischer Gelassenheit hin. Mag sein, weil derzeit an zahlreichen Stellen in der Universität gebaut wird. „Die machen eben nur ihre Arbeit“, meint jedenfalls Jurist Karsten (24). Sozialwissenschaftlerin Astrid (25) freut sich darüber, dass die Essenspreise in der Umbauphase gesunken seien. Außerdem sei das Essen frischer, weil nur kleinere Mengen gekocht würden. Kritik gibt es aber auch: Vivien (Deutsch, Sozialwissenschaften, 19) ist Veganerin und moniert die schlechte Informationspolitik, die es in der Mensa gebe: „Die App funktioniert leider nur schlecht. Man muss immer zur Mensa laufen und gucken, wann es veganes Essen gibt.“

Droht der Mensa das Aus?

Auch für die ungefähr 100 Mitarbeiter in der Mensa bedeutet der Umbau Stress. Uwe Krebs arbeitet seit 28 Jahren als Vorarbeiter in der Mensa. Früher hat er einmal im Phantasialand in einem Asia-Grill gekocht, seitdem schwärmt er für Wok-Gerichte und überhaupt für die asiatische Küche. Die zahlreichen Kräuter und Gewürze haben es ihm angetan und das Gemüse, „das al dente zubereitet wird“. Krebs freut sich nun auf das Ende der Umbauarbeiten. Dann kann er wieder am Wok-Grill kochen, immer im Kontakt mit seinen Kunden. „Eigentlich lief das meiste während der Umbauphase ziemlich gut“, sagt er. Einschränkungen habe es aber auch gegeben. Lebensmittel mussten täglich kiloweise vom Erdgeschoss ins Obergeschoss transportiert werden, und die Wege von der Küche zur Essensausgabe waren weiter.

Trotz der Sanierung könnte der Mensa langfristig das Aus drohen. Planungen der Universität zufolge könnte um das Jahr 2025 herum der Campus Ost an der Zülpicher Straße errichtet werden. Die Mensa müsste in diesem Fall auf mehrere kleinere Bauten verlagert werden. Frank Leppi sieht in einem dezentralen Konzept aber durchaus Vorteile: „Die Studenten sparten auf diese Weise Zeit, denn die Wege zur Kantine werden deutlich kürzer.“

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