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Caros Campus: Die Vorlesung überziehen

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Manche Vorlesungen sind so spannend, dass es sich lohnt, länger zu bleiben, findet Caro. Foto: Grönert
Kann es funktionieren, mehrere Beziehungen zu führen, mehr als einen Person zu lieben? Unsere Bloggerin Caro besucht eine spannende Vorlesung zum Thema Polyamorie - Langeweile kommt da im Hörsaal keine auf.  Von
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Köln

Ich lasse meinen Blick durch den Hörsaal schweifen und sehe in die Gesichter von etwa hundert jungen Menschen. Sie warten auf ihre Dozentin und eine gespannte Vorfreude liegt in der Luft. Es wird keine gewöhnliche Vorlesung sein. Das heutige Thema: „Polyamorie“, also Liebe, die man mit mehr als nur einem Partner teilt.

Unter dem Titel „Alternativen Denken“ organisiert der Asta Vorlesungen, in denen Themen angesprochen werden, die an der Uni sonst keinen Platz finden. Vorträge über den Zusammenhang von Rassismus und Entwicklungshilfe, über Feminismus, Whiteness studies und Polyamorie.

Mehr als nur eine Person lieben

Als die Dozentin den Saal betritt, bin ich erstaunt. Ich hatte eine selbstsicher auftretende Frau erwartet. Die junge Diplom-Pädagogin und Sexualforscherin blickt ein wenig verunsichert in die Menge und scheint sich hinter dem Rednerpult nicht ganz wohlzufühlen. „Ist meine erste Vorlesung,“ sagt sie entschuldigend, als der Beamer nicht richtig funktioniert.

Sie beginnt mit dem Vortrag und die Unsicherheit ist verflogen. „Warum die Liebe auf nur eine Person konzentrieren? Ist das unser natürlicher Wunsch oder etwas, was die Gesellschaft vorgibt? Was mache ich, wenn ich in das vorgelebte Modell nicht hineinpasse?“ Die Dozentin stellt klar, dass es bei polyamoren Beziehungen um ernsthafte und langfristig angelegte Bindungen geht.

Völlig die Zeit vergessen

Der Vortrag ist beendet und eine Welle von Fragen prasselt auf sie ein: „Wie geht man in einer solchen Beziehung mit Eifersucht um?“, „Und wie mit Vorurteilen?“, „Ist es nicht anstrengend, sich fortwährend rechtfertigen zu müssen?“

Wir haben die Zeit schon lange überschritten und gerade, als eine hitzige Diskussion darüber entbrennt, ob die Gesellschaft uns in ein enges Korsett zwängt, betritt ein Dozent mit strenger Miene den Hörsaal. Er fordert uns auf zu gehen. Ein bisschen schade ist es schon, gerade war es richtig spannend. Seufzend packen wir unsere Sachen zusammen und drängen uns vorbei an 200 Jurastudenten, die vor der Tür stehen und verwundert auf unsere Versammlung blicken.

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