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Doppelter Abi-Jahrgang: Schulze: NC wird nicht verschärft

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Mit dem doppelten Abiturjahrgang wird es hier in Zukunft wohl noch voller aussehen - Erstsemester verfolgen im Wintersemester 2012 eine Vorlesung in Kassel. Foto: dpa
Wissenschaftsministerin Svenja Schulze findet, die Unis seien gut auf den doppelten Abi-Jahrgang vorbereitet. Die Opposition hingegen sieht das anders und wirft der Regierung vor, verschlafen zu haben.  Von
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Düsseldorf

Ein komplett unterschiedliches Bild der Lage an den Hochschulen haben am Donnerstag im Landtag die rot-grüne Regierung und die schwarz-gelbe Opposition gezeichnet. Die Piraten legten sich in der Aktuellen Stunde mit dem Titel „Hochschulen am Limit“ mit beiden Lagern an. CDU und FDP warfen Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) unter Hinweis auf überfüllte Hörsäle und den doppelten Abiturjahrgang vor, sie lasse die Studierenden im Stich.

Die Ministerin wies das im Chor mit Abgeordneten von SPD und Grünen entschieden zurück. Sie hielten der Opposition vor, ihre „Horrorszenarien“ hätten nichts mit der Realität zu tun.

Kritik an Schulze

Stefan Berger, wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU, der die Debatte beantragt hatte, fasste seine Kritik an der Hochschulministerin so zusammen: „Sie haben den doppelten Abiturjahrgang verschlafen oder unterschätzt. Es gibt zu wenig Studienplätze, zu wenig Wohnheimplätze, und als Ausrede zeigen Sie nach Berlin. Und nicht zuletzt mit ihrem dilettantischen Hochschulentmündigungsgesetz haben sie die Hochschulen gegen sich aufgebracht.“ Damit meinte der Abgeordnete die Pläne Schulzes, mit denen das Land wieder mehr Einfluss auf die Hochschulen nehmen will.

Moderater kritisierte die FDP, dass die Ministerin ihre Hausaufgaben nicht erledige. Im Gegensatz zu ihr stellten sich die Hochschulen der enormen Herausforderung des doppelten Abiturjahrgangs, der im kommenden Wintersemester auf sie zukomme.

Svenja Schulze konterte: „Land und Hochschulen sind auf den doppelten Hochschuljahrgang vorbereitet.“ Für die Ausweitung und Verbesserung des Studienangebotes stünden mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung. Entschieden wies die Ministerin den Vorwurf zurück, die Abiturientinnen und Abiturienten des Jahres 2013 müssten sich auf einen verschärften Numerus clausus einstellen.

Hochschulgesetz verteidigt

Mit ihrem Hochschulgesetz, das viele Professoren kritisieren, wolle sie Land und Universitäten bei der Ausgestaltung der Hochschullandschaft wieder näher zusammenbringen. Der Fraktionschef der Piraten, Joachim Paul, forderte die Ministerin auf, dabei „mehr Mut“ zu zeigen in der Auseinandersetzung mit den Professoren. Der CDU warf er vor, ihre Kritik sei „unerträglich“. „Sie verstoßen gegen das elfte Gebot: Du sollst nicht langweilen.“

Ruth Seidel (Grüne) nannte die Vorwürfe der Union im Landtag „Getöse und Plattitüden, die an Peinlichkeit nicht zu überbieten sind“.

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