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Frühgeschichte: Auf den Spuren der Menschheit

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Andreas Pastoors (v. l.), C/wi Kunta und C/wi G/aqo in Niaux  Foto: Privat
Tief in den Höhlen der nördlichen Pyrenäen haben Wissenschaftler der Köner Uni und des Neanderthal-Museums mit Fährtensuchern aus Namibia einige Höhlenrätsel gelöst. Sie haben jahrtausendealte Felsenmalereien und Fußabdrücke untersucht.  Von
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Köln

Es ist eine Reise in die Vergangenheit der Menschheitsgeschichte, die die Forscher der Universität und des Neanderthal-Museums in den vergangenen Wochen unternommen haben. Tief in den Höhlen der nördlichen Pyrenäen haben Menschen vor 17 000 Jahren Spuren hinterlassen, die den Forschern heute noch Rätsel aufgeben. Kunstvolle Felsenmalereien von Pferden, Wisenten und Steinböcken, Skulpturen von Bisons und vor allem jede Menge Fußabdrücke. Wer diese Menschen waren, und wie sie lebten, darüber weiß man nur wenig.

Um nun einige dieser Rätsel zu entschlüsseln, haben Tilman Lenssen-Erz von der Forschungsstelle Afrika des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Kölner Universität und Andreas Pastoors vom Neanderthal-Museum außergewöhnliche Hilfe in Namibia gesucht und gefunden. Mit den Fährtensuchern Tsamkxao Cigae, C/wi G/aqo De!u und C/wi Kunta, erfahrenen Scouts aus dem Volk der San (die Schreibweise der Namen ist eine Übertragung aus der Klicksprache), untersuchten sie vor wenigen Wochen ungefähr 500 Fußabdrücke in vier französischen Höhlen – Niaux, Tuc D’ Audoubert, Pech Merle und Fontanet. Die Ergebnisse stellten sie jetzt in Köln vor.

Voneinander gelernt

Außergewöhnlich war das Projekt „Tracking in Caves“ auch, weil die Scouts bislang weder in Höhlen noch in Europa gearbeitet hatten. Also musste ein Crashkurs her, in dem beide Gruppen voneinander lernten. Felskunst-Experte Lenssen-Erz und Höhlenforscher Pastoors fuhren nach Namibia, besuchten mit den Scouts 3800 Jahre alte Baobab-Bäume, machten Expeditionen in die namibische Höhle Ghaub und besichtigen 2000 bis 6000 Jahre alte Felsmalereien am Brandberg. Anschließend ging es nach Köln, wo die Scouts unter anderem erstmals Braunbären studierten, ein entfernter Verwandter des Höhlenbären, der auch in den französischen Pyrenäen seine Spuren hinterlassen hat.

Der Einsatz hat sich gelohnt, das ungewöhnlich zusammengesetzte Team kam zu neuen Erkenntnissen: In Tuc D’ Audoubert zum Beispiel, wo die westlichen Wissenschaftler anhand der Fußabdrücke bislang Jugendliche annahmen, die einen rituellen Tanz aufführten, sahen die San-Scouts schlicht einen Erwachsenen und ein 14-jähriges Kind, die in der Höhle Lehm abbauten. Der rituelle Tanz eines Erwachsenes in Pech Merle entpuppte sich in den Augen der Fährtensucher als normaler Gang von fünf Menschen.

Spektakuläre Ergebnisse

„Wir werden die Geschichte der Steinzeit nicht neu schreiben“, hatte Lenssen-Erz vor seiner Reise gesagt. Spektakulär sind die Ergebnisse aber allemal, auch wenn sie eher neue Fragen aufwerfen, als schlüssige Antworten bieten. Pastoors hofft, dass die San die einzelnen Ergebnisse im Rahmen weiterer Forschungen zu schlüssigen Geschichten verbinden können.

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