Campus
Nachrichten und Berichte aus der Hochschule

Vorlesen
1 Kommentare

Gewerkschaftsbund-Befragung: Unis sind schlechte Arbeitgeber

Erstellt
Forscher an Unis machen oft Überstunden und haben nur befristete Verträge. Foto: dpa
Sie arbeiten zu lange und häufig nur befristet: Viele Uni-Wissenschaftler haben Zeitverträge, die oft nicht länger als ein Jahr laufen. Für viele Mitarbeiter sind Überstunden Alltag, wie eine Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbunds in NRW ergeben hat.  Von 
Drucken per Mail

Jobs an der Uni sind durchaus gefragt, obwohl die Arbeitsbedingungen nicht immer erstklassig und viele Stellen nur befristet sind: In einer Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Nordrhein-Westfalen gaben vier von fünf Uni-Wissenschaftlern an, nur einen befristeten Job zu haben. In den Fachhochschulen gilt das für gut jeden zweiten. Die Hälfte dieser Verträge laufe nicht einmal ein Jahr lang, so der DGB.

Der Gewerkschaftsbund hat rund 900 Hochschul-Angestellte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt – keine repräsentative Studie also, aber eine mit „Trendaussagen“, wie DGB-Chef Andreas Meyer-Lauber meint. Den Trend umschreibt er so: „Die Hochschulen in NRW sind noch meilenweit davon entfernt, ein guter Arbeitgeber zu sein.“

Überstunden sind Alltag

Überstunden sind nach der Befragung bei vielen Wissenschaftlern an Unis und Fachhochschulen alltäglich: Fast zwei Drittel aller Forscher in Vollzeit-Beschäftigung gaben an, regelmäßig Überstunden zu machen. Rund 30 Prozent arbeiten mehr als 45 Stunden in der Woche. Besonders viele Überstunden machen demnach Forscher, die eine halbe Stelle haben und oft neben ihrer Doktorarbeit auch noch Verwaltungsaufgaben übernehmen: Drei Viertel der Wissenschaftler mit Teilzeit-Vertrag machen häufig Überstunden, 43 Prozent arbeiten mehr als 25 Stunden in der Woche. „Insbesondere im wissenschaftlichen Mittelbau wird weit mehr gearbeitet als vertraglich vereinbart ist“, sagt Antonia Kühn, beim DGB zuständig für die Hochschulen.

Viele Stellen sind befristet

Jeder Vierte kann sich deswegen nicht vorstellen, langfristig an einer Hochschule zu arbeiten. Im Interesse von exzellenter Forschung und Lehre müsse das Land für bessere Arbeitsbedingungen sorgen und die „ausufernde Befristungspraxis“ eindämmen, sagt DGB-Chef Meyer-Lauber.

Die Befristung von wissenschaftlichen Stellen ist auch an der Kölner Universität üblich: 90 Prozent der rund 1800 wissenschaftlichen Mitarbeiter habe Zeitverträge, sagt Uni-Sprecher Patrick Honecker. Dies sei insbesondere bei Doktoranden an allen Unis gängige Praxis.

AUTOR
Fabian Klask
Auch interessant
Service
Hörsaal-Knigge

Was nervt euch in einer Vorlesung am meisten?

Bildergalerien
alle Bildergalerien
Sonderveröffentlichung
Fortbildung
Mitarbeiter sollten in Ruhe darüber nachdenken, wie ernst es ihnen mit den guten Vorsätzen ist – so kann man vermeiden, unrealistischen Zielen nachzueifern.

Mehr Gehalt fordern oder sich für eine Fortbildung anmelden? So klappt´s im Job!

Kleinanzeigen