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Hochschule für Musik und Tanz: Erfolg für Kölner Tanz-Studenten

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Studierende der Kölner Hochschule für Musik und Tanz demonstrieren.  Foto: Worring
Aus Protest gegen drastische Sparpläne und eine drohende Schließung des Zentrums für Zeitgenössischen Tanz in Köln haben Studierende der Musikhochschule ihren Unterricht auf die Straße verlegt. Am Montag kam nun die überraschende Wende.  Von
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Köln

Die Pläne der Hochschule für Musik und Tanz Köln (HMTK), das Zentrum für zeitgenössischen Tanz mit der Folkwang Universität der Künste zusammenlegen, sind vom Tisch: Am Montag sagte die Essener Hochschule weitere Gespräche ab, teilte HMTK-Rektor Heinz Geuen dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit. Begründet wurde die Absage unter anderem mit den deutlichen öffentlichen Protesten in Köln.

Seit dem Wochenende demonstrierten die Studenten des Bereichs zeitgenössischer Tanz gegen die Fusionspläne mit öffentlichen Trainingseinheiten im Volksgarten und am Aachener Weiher. Seit vergangenem Montag verlegten sie auch Tanzvorstellungen aus dem Nippeser Trainingsbereich in das Haupthaus in der Kölner Innenstadt und hatten weitere Aktionen im Laufe der Woche in der Innenstadt geplant.

Im Internet gab es außerdem eine Petition, die von Hunderten Studenten unterzeichnet wurde. Die Studenten kritisieren vor allem, dass Lehrstellen wegfielen und Studienprogramme eingeschränkt beziehungsweise ganz eingestellt würden. Gefährdet seien insbesondere der Bachelorstudiengang Tanz und die Magisterstudiengänge Tanzwissenschaft und Tanzvermittlung.
Von der plötzlichen Kehrtwende waren die Demonstranten überrascht. Studentin Christina Berger reagierte erleichtert, aber auch mit Skepsis: „Es ist gut, dass die Fusion vom Tisch sind. Fraglich ist aber, ob nun an anderer Stelle gespart wird.“

Die Hochschule für Musik und Tanz Köln

1300 Studenten lernen derzeit an der Hochschule für Musik und Tanz – die Hochschule ist nach Wien die zweitgrößte in Europa. 400 Lehrbeauftragte und 200 Professoren unterrichten an den drei Standorten in Köln, Aachen und Wuppertal. Außerdem unterhält die Hochschule eine Außenstelle in Italien. In Kooperation mit anderen Musikhochschulen betreibt sie in Montepulciano die Europäische Akademie für Musik und Darstellende Kunst für junge Künstler.

Die Geschichte der Hochschule beginnt 1850 als städtisches Conservatorium der Musik in Coeln, an dem vornehmlich Laienmusikausbildung erteilt wird. Als eine der ersten akademischen Musikeinrichtungen in Deutschland durfte die Kölner Hochschule im Jahr 1927 den Titel „Hochschule“ tragen. (ris)

Denn gespart werden muss offenbar deutlich in der Hochschule: Die HMTK überzog im vergangenen Jahr ihr Budget von 23 Millionen Euro um 500 000 Euro. Schuld daran seien gestiegene Kosten für Löhne für Lehrbeauftragte und Heizungen sowie eine mangelhafte Entschädigung des Landes für die entfallenen Studiengebühren, sagte Rektor Geuen. Außerdem gebe es in der Kölner Hochschule einen massiven Sanierungsstau. Unter anderem seien die Tanzböden und Sanitäranlagen im Trainingsbereich in Nippes nicht in bestem Zustand, und seit einem Wassereinbruch im Jahr 2011 habe man im Haupthaus in der Kölner Innenstadt auch mit Feuchtigkeit zu kämpfen.

Kein Geld für Wartung der Instrumente

Geld, um die Instrumente zu warten, sei kaum vorhanden. Von den 180 Flügeln, die die Hochschule besitze, könnten lediglich zwei pro Jahr gewartet werden. „Die Flügel müssten also 90 Jahre halten“, so Geuen. „Das ist völlig utopisch, schließlich werden sie bei uns Tag und Nacht bespielt.“

Geuen will die Hochschule in den kommenden Jahren umstrukturieren. Der Standort in Wuppertal soll sich den Plänen zufolge auf pädagogische Studiengänge und Zupfinstrumente spezialisieren, der Standort in Aachen auf Musiktheater. Manche Bereiche wie zum Beispiel die Bläser würden dann in Wuppertal wegfallen. „Wir wollen keinen Gemischtwarenladen führen, nicht jeder Standort muss alles machen“, sagte Geuen. Schließlich denke die Hochschule auch über kommerzielle Angebote nach, um ihre Einnahmen zu steigern.

Was nun von den Plänen nach der überraschenden Absage aus Essen übrig bleibt, ist jetzt allerdings offen.

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