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Plagiat: Wikipedia-Artikel statt Hausarbeiten

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An Universitäten in Polen und der Ukraine schreiben Studenten Artikel für Wikipedia statt Hausarbeiten - so können sie wenigstens nicht plagiieren. Foto: dpa
Man kennt das ja: Sobald die Hausarbeit fertig und benotet ist, landet sie irgendwo in den Untiefen des Schreibtischs. Wäre es nicht viel schöner, wenn die ganze Welt sie lesen könnte? In Osteuropa schreiben Studenten Wikipedia-Artikel statt Hausarbeiten.  Von
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Studenten schreiben bei Wikipedia ab. Alle anderen selbstredend auch. Aber die bekommen keine Noten. Professoren an Universitäten in Polen und der Ukraine haben nun eine denkbar elegante Lösung für das Plagiats-Problem gefunden. Anstelle von Seminar- oder sogar Bachelorarbeiten verlangen sie von ihren Studenten, eigene, neue Wikipedia-Beiträge zu verfassen. Die wenigstens können sie nicht aus dem Online-Lexikon kopieren. Aber die akademische Lockerungsübung hat noch andere Vorteile. Studenten machten sich mit viel höherer Motivation an Artikel, die von der ganzen Welt genutzt werden – schätzt einer der Projektkoordinatoren aus dem ukrainischen Charkow –, als an Arbeiten, die nur ihr Professor oder dessen Assistenten zu Gesicht bekommen.

Zugleich nimmt die Wikipedia-Gemeinde den Professoren einen Teil der Korrekturen ab, schließlich kann hier jeder Nutzer Fehler monieren, Verbesserungen vorschlagen. Wikipedia hat im ehemaligen Ostblock einen noch höheren Stellenwert als hierzulande, da früher viele der offiziellen Nachschlagewerke ideologisch verunreinigte Artikel enthielten.

Pflichtübungen für den Papierkorb

Wir wollen ja nicht die Abschaffung sämtlicher Seminararbeiten fordern. Die Anforderungen vieler Fächer lassen sich schlicht nicht mit denen eines Wikipedia-Artikels vergleichen. Auch kratzt jeder Eintrag ins Lexikon notgedrungen nur an der Oberfläche seines jeweiligen Themas – da kann man von Studenten schon mehr verlangen. Reizvoll ist der Gedanke dennoch, nicht länger Pflichtübungen für den Papierkorb oder unbenutzte Archive zu produzieren und stattdessen am immer engmaschigeren Netz des offen zugänglichen Weltwissens mitzuweben.

In Deutschland fällt es bekanntlich vielen Universitäten schwer, sich am öffentlichen Diskurs zu beteiligen. Hier weist ein Weg aus dem Gelehrtenghetto: Abschreiber zu Wikipedianern!

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