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Rezeptsammlung: Kochrezepte für Studenten

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Katerina Dimitriadis hat Rezepte speziell für Studenten gesammelt. Foto: Pilar Schacher
Studentin Katerina Dimitriadis hat Rezepte für ihre Kommilitonen gesammelt. Denn angehende Akademiker kochen anders: mit wenig Geld und wenig Zeit - und dem Handy immer in der Nähe. Die Rezepte kommen deshalb auch per App.
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Köln

Frau Dimitriadis, Sie haben das erste Kochbuch von Studenten für Studenten geschrieben. Essen Studenten anders als andere Menschen?

Katerina Dimitriadis: Studenten haben weniger Zeit und Geld als andere Menschen, und sie kochen unter anderen Bedingungen: in kleinen, nicht so schicken Küchen. Darauf ist das Kochbuch ausgerichtet.

Die Deutsche Sporthochschule in Köln hat herausgefunden, dass 25 Prozent der Studenten zu dick sind. Wie kommt das?

Dimitriadis: Ich glaube, es ist eine Einstellungssache. Man muss sich mit seiner Ernährung und Essen auseinandersetzen. Als junger Mensch macht man es sich oft zu einfach. Man isst alles, was einem in die Quere kommt.

Sie haben sich schon früh und intensiv mit dem Kochen beschäftigt. In Nürnberg führen Sie mit Ihrer Mutter ein Restaurant. Wie kam es dazu?

Dimitriadis: Ich ging in die elfte Klasse, als wir plötzlich die Chance hatten, ein heruntergewirtschaftetes Restaurant zu übernehmen: Wir haben naiv und spontan Ja gesagt. Wir sind reingegangen, haben die Wände gestrichen, die Küche saubergemacht - alles war richtig dreckig. Den Gästen präsentierten wir nicht die klassische griechische Küche, sondern eine gesunde, moderne, mediterrane Küche mit deutschen Einflüssen. Als wir aufgemachten, hat es zunächst die Gäste irritiert, dass es nicht nach Fritteuse roch und keine Pommes gab - manche Besucher sind wieder gegangen. Dann habe ich für die "Nürnberger Nachrichten" geschrieben. Durch meine eigene Kochrubrik sind wir in den letzten sechs Jahren immer bekannter geworden.

Hähnchen gegen Prüfungsstress

In Ihrem Kochbuch finden sich viele internationale Gerichte. Sie ziehen den Kreis rund um die Welt.

Dimitriadis: Vieles ist daher improvisiert, etwa das thailändische Curry oder der marokkanische Couscous-Salat. Ich war bisher weder in Thailand noch in Marokko und halte mich nicht so gern an Regeln und Vorschriften, sondern denke: Hauptsache, es schmeckt. Wichtig ist, dass man die Zutaten im Supermarkt bekommt und nicht im Asia-Laden, wo man schnell 20 Euro ausgibt.

Haben Sie ein Rezept gegen Prüfungsstress?

Dimitriadis: Im Prüfungsstress muss es schnell gehen. Praktisch sind da gebratene Hähnchenschenkel mit Kartoffeln. Das schiebt man in den Backofen, und nach zwei Stunden ist es fertig. In der Zwischenzeit kann man wunderbar lernen.

Ernähren sich Studentinnen anders als Studenten?

Dimitriadis: Das glaube ich schon. Im Buch habe ich deshalb vegetarisches Essen für Mädchen und fleischigere Sachen für Jungs beschrieben. Mädchen kochen generell mehr als Jungs, sie achten mehr auf ihre Figur und ihre Ernährung. Aber ich möchte auch natürlich Jungs zum Kochen anregen.

Zur Person

Katerina Dimitriadis (22) studiert nach dem Abitur in Erlangen Buch- und Politikwissenschaften. Bereits vor fünf Jahren hat sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester das Restaurant "Konstantina" in Nürnberg eröffnet. Ihr Buch "Käts Studentenküche: Kochen und Backen für alle Kochsemester" (16,95 Euro, 192 Seiten) ist im Verlag Dorling Kindersley erschienen. Am 13. April kocht sie von 14 bis 16 Uhr in der Mayerschen Buchhandlung am Neumarkt 2. (ris)

Worauf sollten Studenten an Equipment nicht verzichten?

Dimitriadis: Man kann sich vieles ausleihen. Ein Sparschäler ist wichtig, aber auch ein Stabmixer. Der kostet nur 7,99 Euro im Kaufhaus, und man kann viel damit machen. Etwa die Soße mit Koriander und Tomatenmark fürs Curry oder das Brombeereis.

Zum Kochbuch gibt es eine App, mit der man sich die Rezepte auf das Handy laden kann. Ist das Spielzeug oder ein nützliches Werkzeug?

Dimitriadis: Über den Sinn der App habe ich mir anfangs auch Gedanken gemacht. Ich bin ja Buchwissenschaftlerin und kritisch allem gegenüber, was das Buch ersetzt. Ein Freund von mir wollte aber einmal die Schleifennudeln mit Mangold machen. Er ist in den Supermarkt, hat plötzlich gesehen, dass es kein Mangold gibt, und sich spontan umentschieden, griechischen Bohneneintopf zu machen. Das ging nur, weil er alle Rezepte auf dem Handy hatte. In unserem zweiten Kochbuch wollen wir an die QR-Codes auch Videos anhängen. Das ist sinnvoll bei komplizierteren Gerichten.

Rezept: Zucchini-Quiche

Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Eine Springform (26 Zentimeter Durchmesser) mit etwas Olivenöl einfetten. Die Zucchini waagerecht halbieren. Mit einem Gurkenhobel in eine Schüssel hobeln. Dill und Minze fein hacken. Mit Mehl, Eiern, Parmesan, dem restlichen Olivenöl und etwas Pfeffer in der Schüssel vermengen. Die Zucchini-Mischung in die Springform füllen und glatt streichen. Die Quiche auf der mittleren Schiene etwa 35 Minuten backen.

Für 8 Stücke:
5 EL Olivenöl, 3 Zucchini, ½ Bund Dill, ½ Bund Minze, 6 EL Mehl, 3 Eier, 3 EL geriebener Parmesan, Pfeffer

Sie sind am Samstag, 13. April, zu Gast in Köln. Was machen Sie in der Mayerschen Buchhandlung?

Dimitriadis: Im Rahmen der Kät-Kochtour fahre ich mit meiner kleinen Kochplatte durchs Land. In Köln planen wir ein Drei-Gänge-Menu. Als Vorspeise gibt es marokkanischen Couscous-Salat, als Hauptspeise Bandnudeln mit Gorgonzola, Radicchio und Walnuss und als Dessert Milchreis mit weißer Schokolade.

Das Gespräch führte Dirk Riße

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