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Studienplätze: Unis gut auf Ansturm vorbereitet

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Kölner Studenten müssen mehr für ihre Miete zahlen und dementsprechend auch mehr neben dem Studium arbeiten als Studenten im übrigen Deutschland. Foto: dpa
Die NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze sieht Hochschulen gut auf doppelten Abiturjahrgang vorbereitet. Ein aktueller Bericht sieht sogar Verbesserungen bei der Wohnsituation für Studenten.  Von
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Düsseldorf

Die Sorgen der Abiturienten sind groß: Werden sie trotz des Doppeljahrgangs in Nordrhein-Westfalen überhaupt einen Studienplatz finden? Glaubt man der Wissenschaftsministerin, ist die Antwort ein eindeutiges Ja. Aufgrund des Monitoring-Berichts zum doppelten Abiturjahrgang, den Svenja Schulze am Mittwoch in Düsseldorf vorstellte, gewinnt man beinahe den Eindruck, es sei noch nie so angenehm gewesen, in NRW ein Studium zu beginnen wie im Wintersemester 2012/13. Vielleicht ist da trotz aller Werbung für die eigene Sache sogar etwas dran. Denn überfüllt waren die hiesigen Hochschulen schon immer, und nie zuvor ist soviel dagegen unternommen worden wie in den vergangenen Monaten.

So wurde in fast allen Universitätsstädten neu gebaut. Svenja Schulze erzählte aber auch von „kreativen Raumlösungen“ wie umgebaute Kinosäle oder Baumärkte. Dem Bericht zufolge wurden seit Mai 2012 zusätzlich rund 125 000 Quadratmeter Fläche für die Lehre geschaffen – dazu zählen sowohl angemietete Räume als auch begonnene Neubauprojekte. „In Einzelfällen bestehen gerade im Bereich der Werkstätten und Labore noch Engpässe“, räumte die Wissenschaftsministerin ein.

Zwischen Mai 2012 und Mai 2013 – dem Zeitraum, den der Monitoring-Bericht abdeckt – wurden außerdem mehr als 4000 Personen zusätzlich in Lehre, Studienberatung und Studierendenservice beschäftigt.

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Die Kölner Uni hat eine eigene Bauabteilung und koordiniert ihre Um- und Neubauten selbst. Für insgesamt 1,3 Milliarden Euro saniert die Hochschule seit 2009 ihren Campus. Zum einen soll mehr Platz für mehr Studenten geschaffen werden, zum anderen sind viele Bauten in die Jahre gekommen. Bis 2015 soll die Zahl der Studenten von bisher 45 000 auf 50 000 steigen.

Zu den größten Maßnahmen gehören die Sanierungsarbeiten an Hauptgebäude (rund 15 Millionen Euro), Philosophikum (34,6 Millionen Euro) und der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät (7,9 Millionen Euro), der Neubau für das Rechenzentrum am Weyertal, der im Februar für 11,7 Millionen Euro fertiggestellt wurde, die Sanierung des Physik-Campus (65 Millionen Euro) sowie der Bau des Studierenden Service Centers mit 25 Seminarräumen (43 Millionen Euro), das im August fertig sein soll. Am Nord-Campus entstehen für 3,9 Millionen Euro weitere Büros, am Weyertal in einem Modulbau zusätzliche Seminarräume. Die Wiso-Fakultät wird für 16,5 Millionen Euro renoviert.

170 Millionen Euro nimmt die Uni in die Hand, um im Chemischen Institut Ersatz für die mittlerweile maroden Labore aus den 1970er Jahren zu bieten. Neben dem Hauptgebäude am Albertus-Magnus-Platz soll ein Erweiterungsbau für die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät entstehen.

Der neue Campus in Derendorf soll den derzeit auf zwei Standorten verteilten Campus bündeln. Bauzeit: Januar 2012 bis September 2015, Kosten: 224 Millionen Euro.

Das Hörsaalzentrum an der Claßenstraße soll eines der größten und modernsten Hörsaalzentren Europas werden. Der mehrgeschossige Neubau umfasst neben Hörsälen Foyerflächen, ein Café und Büros. Baubeginn war im März 2012, die ersten Vorlesungen sollen 2015 gehalten werden. Geschätzte Kosten: 46 Millionen Euro. Im neuen Hörsaalzentrum haben mehr als 4000 Studierende Platz. Auf 14000 Quadratmetern Fläche stehen elf Hörsäle, 16 Seminarräume, eine Pausenhalle mit Café sowie Flächen für die Physiksammlung zur Verfügung.

Der Campus in Poppelsdorf wird für 75 Millionen Euro ausgebaut. Dort entstehen mehrere Neubauten für Forschung und Lehre – vor allem, um mehr Platz für die Naturwissenschaften zu schaffen. Ein neues Hörsaalzentrum umfasst unter anderem einen Hörsaal für 900 Studierende und drei Hörsäle mit je 100 Plätzen.

Auf dem Campus entstehen zwei Neubauten. Im Institutsgebäude werden Büro-, Seminar- und Laborräume für Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie untergebracht. Das andere Gebäude beherbergt Hörsäle, eine Bibliothek und einen Konferenzbereich. Die Bauzeit dauert bis Juli 2014. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW investiert rund 75 Millionen Euro. Die Hochschule bietet Platz für 1300 Studierende.

An den beiden Standorten werden eine Bibliothek, Hörsäle, Seminarräume, Gebäude für die Hochschulverwaltung und eine Mensa gebaut. Die Fertigstellung ist für Februar 2014 geplant.

Im September 2012 wurde der Standort Kleve mit elf Gebäuden eröffnet. Ein denkmalgeschützter Silo wurde saniert und zur Bibliothek umgebaut. Am Standort Kamp-Lintfort werden bis Februar 2014 ein Audimax, ein Laborgebäude, ein Technikumsgebäude, ein Mensa- und Verwaltungsgebäude sowie ein Werkstofflager mit Technikflächen errichtet.

Am Standort Mülheim entsteht bis Frühjahr 2015 ein Campus mit acht individuell gestalteten Gebäuden: vier Institutsgebäude, ein Hörsaalgebäude, eine Bibliothek, eine Mensa und ein Parkhaus. Die Kosten betragen 139 Millionen Euro. Am Standort Bottrop entstehen für 34 Millionen Euro eine Mensa, Hörsaal- und Bibliotheksflächen sowie die Institute Informatik sowie Energiesysteme und Energiewirtschaft. Baubeginn war im Juli 2012, Anfang 2014 soll der Neubau fertig sein.

Der Ersatzneubau Chemie/Physik mit Laboren, Seminarräumen und Büros wird an das bestehende Gebäude angeschlossen. Bauzeit: Februar 2010 bis Januar 2014, Kosten 59 Millionen Euro.

Das Institutsgebäude der Ingenieurwissenschaften wird komplett saniert. Bauzeit Juli 2011 bis September 2013, geschätzte Kosten: 93 Millionen Euro.

Im Ersatzneubau auf dem Hochschulcampus Nord sollen unter anderem die Fakultäten Elektrotechnik, Maschinenbau, Datenverarbeitung, Sozialwesen, Hochschuldidaktik, Wirtschaftswissenschaften, Gestaltung, Mathematik, Pflege und Gesundheit sowie Bibliotheken und Cafeterien untergebracht werden. Baubeginn war im Oktober 2010, Noch in diesem Sommer soll alles fertig werden. Die Kosten liegen bei 154 Millionen Euro.

Im Ersatzneubau ENUS sollen künftig die zentrale Mensa, die Universitätsbibliothek, Verwaltungsflächen, Hörsäle und Seminarräume sowie Flächen für die Geistes- und gesellschaftlichen Fakultäten untergebracht werden. Bauzeit: August 2012 bis Ende 2013. Der Neubau kostet rund 130 Millionen Euro.

Das neue Hörsaalzentrum bietet zwei Hörsäle mit insgesamt 1000 Plätzen. Großflächige Verglasungen versorgen das Atrium mit Tageslicht. Die ersten Vorlesungen werden hier voraussichtlich im Januar 2014 gehalten. Kosten: 10,3 Mio. Euro.

Schwierige Wohnsituation

Schwierig ist nach wie vor die Wohnsituation für Studierende – natürlich vor allem in den Großstädten. Der gerade veröffentlichen Sozialerhebung der Studentenwerke zufolge, liegen die Mieten für Studierende in Köln mit 359 Euro pro Monat 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem sieht Schulze auch hier eine „deutliche Verbesserung“. 50 000 Wohnheimplätze bieten die Studentenwerke im Moment in NRW an – weitere 2000 sollen bis Ende 2014 entstehen.

Schulze betonte, dass der doppelte Abiturjahrgang nicht die zweifache Zahl an Studienanfängern bedeutet, sondern nur etwa 20 Prozent mehr. Das liege daran, dass es die doppelten Jahrgänge nur an den Gymnasien gebe. Außerdem gehen viele Abiturienten erst mal ins Ausland oder beginnen eine Ausbildung. Daher sei der Ansturm auf die Universitäten nach diesem Wintersemester noch lange nicht vorbei: „Wir werden das hohe Niveau viele Jahre halten.“

Die Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz der NRW-Universitäten, Professor Ursula Gather, bekräftigte den Optimismus der Ministerin: „Durch einen landesweit abgestimmten Zeitplan für die Zulassungsverfahren weiß jede Bewerberin und jeder Bewerber bis zum 5. August, ob es im ersten Anlauf geklappt hat. Anschließend gibt es Nachrückverfahren, und in zulassungsfreie Studiengänge kann man sich generell noch bis zum Semesterstart einschreiben“, erklärte Gather das Verfahren in Nordrhein-Westfalen.

Mehrfachbewerbungen

Meldungen, dass es auf viele Studienplätze bis zu zehn Bewerbungen gibt, findet die Wissenschaftsministerin nicht bedenklich. Stattdessen sieht sie die Zahlen als Beweis, dass die Abiturienten die Appelle ernst genommen haben, sich gleichzeitig auf mehrere Plätze zu bewerben. Nicht jeder werde allerdings an seinem Wunschort studieren können, schränkte Schulze ein.

Die Zuversicht der Wissenschaftsministerin sorgte für heftige Kritik aufseiten der Opposition. Unter anderem sagte die hochschulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Angela Freimuth, Schulzes Aussagen gingen „völlig an der Lebenswirklichkeit der Studienplatzbewerber vorbei“. Es sei zu befürchten, dass eine beachtliche Zahl an Bewerbern leer ausgehen werde.

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