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World Business Dialogue: Die Pioniere der Zukunft

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300 Studenten aus 60 Ländern besuchten den „World Business Dialogue“ an der Kölner Universität.  Foto: Grönert
300 junge Frauen und Männer aus 60 Ländern sind zum „World Business Dialogue“ an die Uni Köln gekommen, um über Wirtschaft zu diskutieren. Der Kongress wurde ausschließlich von Kölner Studenten organisiert und ist der größte dieser Art.  Von
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Köln

Salman Iqbal (25) hatte extra seine „Shalwar Kamiz“ eingepackt – selbst in seinem Heimatland Pakistan trägt man diese traditionelle Kluft nur zu besonderen Anlässen. Am letzten Abend des 16. „World Business Dialogue“ durfte er sie anziehen.

Denn als am vergangenen Donnerstag alle Vorträge gehalten und alle Diskussionen ausgefochten waren, feierten die Studenten die traditionelle „Party Of Nations“. Jeder Teilnehmer sollte etwas für sein Herkunftsland Typisches anziehen. „Ich bin stolz, dieses Gewand aus Pakistan zu präsentieren“, sagt Iqbal.

300 junge Frauen und Männer aus 60 Ländern kamen in der vergangenen Woche zum „World Business Dialogue“ an die Uni Köln, um über Wirtschaft zu diskutieren. Der Kongress wird ausschließlich von Kölner Studenten organisiert und ist der größte Kongress dieser Art. „Wir diskutieren viel mit den Unternehmen – und zwar auf Augenhöhe“, sagt Scarlett König vom Organisationsforum Wirtschaftskongress (OFW). „Dadurch unterscheiden wir uns von anderen Kongressen.“ Die Dozenten waren hochkarätig – mit dabei waren Manager von Tchibo, Deichmann und Ferrero.

Englisch ist Amtssprache

Für drei Tage verwandelt sich das Hörsaalgebäude der Uni Köln in ein elegantes Messegelände. Englisch ist plötzlich Amtssprache, Lounges und Bars werden aufgebaut, Helfer legen blauen Teppichboden aus und Unternehmen präsentieren sich mit einem Stand. Insbesondere auf einer kleinen Karrieremesse, die einen Tag vor dem Kongress stattfindet, werben Unternehmen wie Daimler oder Bayer für eine Karriere im eigenen Haus.

In Diskussionen und Vorträgen probieren die Studenten, Antworten auf ökonomische Fragen zu finden. Zum Beispiel: Muss sich ein globales Unternehmen sozial engagieren? „Ein Unternehmen muss in erster Linie Gewinn erwirtschaften“, sagt ein deutscher Student. „Wenn ein Global Player die Mitarbeiter ausbeutet, verspielt es schnell seine Akzeptanz in der Bevölkerung und unter den Kunden“, entgegnet aber ein indischer Student.

300 Studenten erhielten Zusage

Um am Kongress teilnehmen zu können, mussten sich die Studenten OFW bewerben. Über 1000 Bewerbungen gingen beim Team ein – 300 Studenten erhielten schließlich eine Zusage. Dafür mussten die Bewerber fünf Fragen beantworten. Etwa wie sie sich als Chef eines Unternehmens verhalten würden. „Wir konnten prüfen, ob die Studenten sich wirklich mit wirtschaftlichen Themen beschäftigen“, sagte Mitorganisatorin Marion Schmidt.

Hinter dem Kongress steckt eine gut organisierte Mannschaft von 42 Kölner Studenten. „Wir müssen Sponsoren finden, das Programm ausarbeiten, die internationalen Studenten betreuen und vieles mehr“, sagt Scarlett König vom OFW. Sie ist als Mitglied des Vorstands eine der wenigen Studenten, die für ihre Arbeit etwas Geld bekommen. Die meisten arbeiten ehrenamtlich für den Kongress, für viele ist die Vorbereitung ein Ganztagsjob. Studenten strichen für den Kongress Klausuren oder ließen die Vorlesungen ausfallen. Das sei es aber wert, meint König. „Man wird von den Unternehmen einfach ganz anders wahrgenommen.“

Die eingeladenen Studenten haben nicht nur die Möglichkeit, am Dialog teilzunehmen, sondern können sich auch Köln und die Umgebung anschauen, auf Partys gehen und Kontakte in Deutschland knüpfen. Viele sind nicht nur zwei Tage da, sondern knapp eine Woche.

„Wichtiger als jeder Workshop“

Für Salman Iqbal aus Pakistan hat sich die Reise nach Köln allemal gelohnt. Er möchte einmal im Bereich Marketing arbeiten, der Kontakt zu den Unternehmen könnte eine erste Anlaufstelle sein. Vor allem hat er alte Freunde wiedergesehen, denn der 25-Jährige kam vor zwei Jahren schon einmal zum „World Business Dialogue“.

„Das Netzwerken hier ist ohnehin viel wichtiger als jeder Workshop“, sagt er.

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