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Zahlungsrückstand: Studenten warten auf ihr Geld

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Das Geld bleibt aus: Viele studentische Hilfskräfte aus Köln und NRW warten seit April auf ihre Bezahlung.  Foto: Alexander Schwaiger
Tausende studentische Hilfskräfte in NRW warten seit April auf ihren Lohn. Grund dafür sind Probleme bei einer Softwareumstellung beim Landesamt für Besoldung und Versorgung. Die Unis zahlen bereits Überbrückungsgelder.  Von
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Köln

Sie sind die Heinzelmännchen der Hochschulen. Sie beraten Erstsemester, halten Tutorien ab und recherchieren für den Professor. Ohne studentische Hilfskräfte würde der Betrieb an den Universitäten wohl nicht so glattlaufen. Tausende dieser „Hiwis“, wie die Hilfskräfte genannt werden, warten in NRW aber seit April auf ihren Lohn. So wie Markus Krämer (Name geändert), der seit zwei Jahren als Hilfskraft an der Uni Köln arbeitet. „Ende Mai habe ich erst mein Gehalt für Februar und März bekommen. Auf den Rest warte ich noch immer“, sagt der Lehramtsstudent.

Software-Umstellung ist Schuld

Ein Grund dafür sind Probleme nach einer Software-Umstellung beim Landesamt für Besoldung und Versorgung (LBV), das für die Bezahlung der Hilfskräfte zuständig ist. Die Umstellung – ausgerechnet zum Semesterbeginn im April – wurde laut Versorgungsamt zunächst „erfolgreich abgeschlossen“. Eine ungewöhnlich hohe Zahl an Neu- und Wiedereinstellungen habe dann zu den Zahlungsverzögerungen geführt. „Dem LBV lagen im Vorfeld keine Informationen vor, dass bei den Hochschulen die Zahl der Neu- und Wiedereinstellungen in diesem Jahr um rund 50 Prozent erhöht sein würde“, beklagt Behördensprecherin Claudia Wolf. Patrick Honecker, Pressesprecher der Kölner Universität, kann das allerdings nicht bestätigen: „Bei uns sind die Zahlen der Neu- und Wiederanmeldungen im Vergleich zum Sommersemester 2012 sogar minimal zurückgegangen.“ Derzeit arbeiten an der Kölner Uni 2200 studentische und 400 wissenschaftliche Hilfskräfte. 1300 waren von der Software-Umstellung betroffen, bei 1100 gab es Probleme bei der Lohnzahlung. Für 30 Studenten konnte die Personalabteilung der Uni eine sofortige Abschlagszahlung beim LBV erwirken. 30 weiteren habe die Uni Honecker zufolge ein „Überbrückungsgeld“ gezahlt, um die akute Notlage zu beseitigen. „Wir sehen uns unseren Studenten gegenüber in einer Verantwortung. Das sind unsere Leute, und das geht einfach nicht.“

Hilfskräfte an der Uni

Studentische Hilfskräfte sind eingeschriebene Studenten, die Dozenten und Professoren bei Forschung und Lehre unterstützen. Manche bieten Tutorien oder Übungen an. Sie arbeiten zwischen vier und 19 Stunden pro Woche und verdienen rund neun Euro pro Stunde. Wissenschaftliche Hilfskräfte haben einen Studienabschluss. Sie arbeiten bis zu 19 Wochenstunden für rund 13 Euro Stundenlohn.

In akuter Not befindet sich Markus Krämer zwar nicht: „Aber bei mir geht’s inzwischen um fast 1000 Euro, auf die ich noch warte.“ Nur weil er noch einen weiteren Job hat, könne er zumindest Miete und Lebenshaltungskosten ohne Probleme stemmen. „Aber Extra-Ausgaben oder Urlaub sind nicht drin.“ Mehrere seiner Kollegen seien ebenfalls betroffen.

Auch an der Fachhochschule Köln sind Studenten von den ausbleibenden Zahlungen betroffen. Die FH tritt in Vorkasse, wenn die Studenten neun Wochen, nachdem sie ihre Stelle angetreten haben, noch kein Geld erhalten haben, wie FH-Pressesprecherin Sybille Fuhrmann erklärt. „Das war aber bisher nicht nötig, weil in derartigen Fällen das Landesamt doch noch gezahlt hat.“

Hilfen von den Unis

An der Uni Bonn hat sich die Lage etwas entspannt: Dort arbeiten 2700 Hilfskräfte, mehrere Hundert sind laut Pressesprecher Andreas Archut von dem Problem betroffen. „Wir unterstützen diejenigen, die in großer Not sind, mit Abschlagszahlungen.“ An der Uni Düsseldorf warten hingegen einem Sprecher zufolge nur „einige wenige“ Studenten auf ihr Geld. Für sie setze die Uni beim LBV Abschlagszahlungen durch. Mit den Zahlungsverzögerungen wird sich am Donnerstag auf Antrag der Piraten der Finanzausschuss NRW-Landtag in beschäftigen.

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