Er galt als Nektar der Götter, und für die alten Ägypter und Römer war er Heilmittel und Konservierungsstoff zugleich. In der Bibel wird der Honig als „himmlischer Tau“ erwähnt und vom Propheten Mohammed gar als „ein Heilmittel für jede Krankheit“ empfohlen. Durch die gesamte Menschheitsgeschichte hindurch übte der verführerisch klebrige Saft seine Faszination aus. Bis heute.
Schon deshalb gab es eigentlich Grund genug, jetzt einen Tag des Honigs zu feiern. Doch der Imkerverband Rheinland hatte aus einem anderen Anlass nach Auweiler eingeladen. Hier wurden nämlich Bienenzüchter aus dem gesamten Rheinland von Staatssekretär Horst Becker für die regionale Spitzenqualität ihres Blütennektars ausgezeichnet. Im großen Saal der Landwirtschaftskammer NRW feierte der Verband mit mehr als 60 Preisträgern – und belohnte sie so für die Arbeit des vergangenen Jahres.
Foto: Elsen
Honigproduktion als Hobby
Im Rheinland gibt es 6350 organisierte Mitstreiter, die an die 40 000 Bienenvölker hüten. Die Arbeit im vergangenen Jahr war schwierig, weil der verregnete April nahezu die gesamte Frühjahrsernte zunichte gemacht hatte. Auch Bienen bleiben bei Dauerregen lieber im trauten Heim. Dennoch konnten 250 nach festen Vorgaben eingereichte Honigproben bewertet werden. Die Teilnehmer mussten dazu vier Gläser mit 500 Gramm einsenden. Beurteilt wurden Konsistenz, Geruch, Geschmack und Sauberkeit. Aber auch der Wassergehalt und die Enzymaktivitäten wurden beobachtet und eine Pollenanalyse durchgeführt. Über das Pollenspektrum kann die geografische Herkunft als „Echter Deutscher Honig“ belegt werden – was den Kunden hohe Qualität garantiert.
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Imkerin Rosemarie Koch, die in diesem Jahr zwei Silbermedaillen für ihren Honig bekommen hat, freut sich über die Anerkennung: „Für meinen Mann und mich ist die Arbeit mit den Bienen ein schönes Hobby. Wenn unser Honig dann noch prämiert wird, freut man sich doch sehr“, strahlt die Rentnerin. Die beiden Remscheider betreiben die Insektenzucht, wie etwa 95 Prozent der Imker im Rheinland, als reine Freizeitbeschäftigung. „Um damit Geld verdienen zu können, müsste man viele, viele Bienenvölker besitzen“, sagt Koch. Ihre Produktion reicht für den privaten Verbrauch und die Versorgung von Familie und Freunden.
Imkern auch ohne eigenen Garten
Nur die wenigsten wissen wahrscheinlich, dass man dafür noch nicht einmal einen eigenen Garten besitzen muss. Die Kommunen sind bei der Suche nach öffentlichen Flächen, die für die Bienenzucht genutzt werden können, gerne behilflich. Und der Imkerverband unterstützt mit Seminaren, Bienenkörben und Bienenvölkern den Einstieg. „Man muss sich nur trauen“, schmunzelt Uhlenbruch.
Verena Möhring: Mein Vater ist Biologe, spezialisiert auf Insekten. Er hat mich früh mit dieser Spezies vertraut gemacht. Außerdem waren sowohl mein Großvater als auch ein Onkel begeisterte Hobbyimker. Vor drei Jahren habe ich mich – als Ausgleich zum Berufsalltag – entschlossen, einen Einführungskurs für Imker zu besuchen. Danach habe ich, mit meinem Freund, zwei Bienenvölker bei uns im Garten angesiedelt. Ich konnte mit der ersten Honigernte gar nicht den Bedarf bei Freunden und Verwandten abdecken. Jetzt sind wir auch deshalb bei 15 Völkern gelandet.


